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Wirtschaft

OECD-Studie: Österreichs Pensionssystem unter Druck

27. November 2025 um 12:44
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Am 27. November 2025 wurde in Wien die neueste OECD-Studie „Pensions at a Glance“ vorgestellt. Diese Studie bestätigt erneut, dass Österreichs Pensionssystem vor erheblichen Herausforderungen steht. Die dringlichste Empfehlung: Das gesetzliche Pensionsantrittsalter muss erhöht werden, um das System

Am 27. November 2025 wurde in Wien die neueste OECD-Studie „Pensions at a Glance“ vorgestellt. Diese Studie bestätigt erneut, dass Österreichs Pensionssystem vor erheblichen Herausforderungen steht. Die dringlichste Empfehlung: Das gesetzliche Pensionsantrittsalter muss erhöht werden, um das System langfristig zu stabilisieren. In Österreich liegt das gesetzliche Pensionsalter derzeit nur 0,3 Jahre über dem OECD-Durchschnitt. Doch während der OECD-Durchschnitt auf 66,4 Jahre steigen wird, bleibt das österreichische Antrittsalter konstant. Diese Diskrepanz könnte Österreich in Zukunft vor finanzielle Probleme stellen.

Herausforderungen des Pensionssystems

Österreichs Pensionssystem ist teuer und zahlt im internationalen Vergleich zu früh aus. Diese Schieflage wird durch zu wenige Beitragsjahre verstärkt. Die Pensionsreform der neuen Regierung war nicht ausreichend. Ein generationengerechter Reformplan ist nötig, um die langfristige Stabilität zu sichern.

Historische Entwicklung

Das österreichische Pensionssystem hat sich über Jahrzehnte entwickelt und beruhte ursprünglich auf dem Umlageverfahren. Dieses System, bei dem die Beitragszahlungen der Erwerbstätigen direkt zur Finanzierung der Pensionen verwendet werden, funktionierte gut in einer Zeit des Bevölkerungswachstums. Doch mit der Alterung der Bevölkerung und sinkenden Geburtenraten gerät dieses System zunehmend unter Druck.

Vergleich mit anderen Ländern

Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich hinterherhinkt. Während Deutschland bereits Maßnahmen zur Erhöhung des Renteneintrittsalters ergriffen hat und die Schweiz auf ein Drei-Säulen-Modell setzt, das auch kapitalgedeckte Vorsorge umfasst, ist Österreich noch stark vom Umlageverfahren abhängig.

Auswirkungen auf die Bürger

Für die Bürger bedeutet dies, dass sie sich auf längere Arbeitsphasen einstellen müssen. Die niedrige Erwerbsquote älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich, die bei nur 57,3% liegt, zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht. Auch die kapitalgedeckte Vorsorge ist mit nur 7,2% des BIP im internationalen Vergleich schwach ausgeprägt. Dies könnte in Zukunft zu finanziellen Engpässen im Alter führen.

Zahlen und Fakten

Die OECD-Studie zeigt, dass Österreichs Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen weit unter dem OECD-Durchschnitt von 65,5% liegt. Zudem sind die Vermögenswerte für die Altersvorsorge in Österreich mit 7,2% des BIP deutlich geringer als der OECD-Durchschnitt von 95,2%. Diese Zahlen verdeutlichen den Reformbedarf.

Zukunftsperspektive

Die Zukunftsperspektive für Österreichs Pensionssystem sieht eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters und eine Stärkung der kapitalgedeckten Vorsorge vor. Eine Flexibilisierung der Veranlagungsbeschränkungen könnte helfen, die Abhängigkeit von staatlichen Umlagebeiträgen zu reduzieren. Die Orientierung an den nordischen Ländern, die stärker auf kapitalgedeckte Modelle setzen, könnte Österreich helfen, von globalen Marktentwicklungen zu profitieren.

Fazit

Die OECD-Studie unterstreicht die Dringlichkeit von Reformen im österreichischen Pensionssystem. Eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters und eine stärkere kapitalgedeckte Vorsorge sind unerlässlich, um die finanzielle Sicherheit der Bürger im Alter zu gewährleisten. Die Politik ist gefordert, mutige Entscheidungen zu treffen, um ein nachhaltiges Pensionssystem zu schaffen.

Für weitere Informationen zur Studie und den empfohlenen Maßnahmen besuchen Sie die Webseite der Aktion Generationengerechtigkeit.

Schlagworte

#Erwerbsquote#kapitalgedeckte Vorsorge#OECD-Studie#Österreich#Pensionsantrittsalter#Pensionssystem#Reformbedarf

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