Am 28. Januar 2026 trat der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) mit einer klaren Botschaft an die Öffentlichkeit: Der späte Einstieg von Kindern und Jugendlichen in soziale Medien fördert deren psychische Gesundheit. Diese Forderung, unterstützt von der Österreichischen Gesellsch
Am 28. Januar 2026 trat der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) mit einer klaren Botschaft an die Öffentlichkeit: Der späte Einstieg von Kindern und Jugendlichen in soziale Medien fördert deren psychische Gesundheit. Diese Forderung, unterstützt von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGKJP), betont die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit digitalen Plattformen.
Die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen steht im Fokus der aktuellen Diskussion um den Umgang mit sozialen Medien. Laut einer Studie der ÖGKJP kann die intensive Nutzung dieser Plattformen zu negativen Auswirkungen auf Stimmung, Schlaf und Konzentration führen. Auch die Schulleistungen und das Risikoverhalten können beeinträchtigt werden. Psychotherapeutische Experten warnen davor, dass digitale Räume tief in die Identitätsentwicklung eingreifen.
Identitätsentwicklung: Dieser Begriff beschreibt den Prozess, in dem Kinder und Jugendliche ein stabiles Selbstbild entwickeln. Es geht darum, wer sie sind und wie sie sich in der Welt positionieren. In der Psychologie wird dieser Prozess als entscheidend für die emotionale und soziale Reife angesehen.
Emotionsregulation: Diese Fähigkeit ermöglicht es Individuen, ihre Emotionen zu kontrollieren und angemessen auf verschiedene Situationen zu reagieren. Eine gut entwickelte Emotionsregulation ist entscheidend für das Wohlbefinden und die soziale Interaktion.
Der Umgang mit Medien hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Während das Fernsehen in den 80er und 90er Jahren als Hauptmedium galt, sind es heute soziale Netzwerke, die den Alltag dominieren. In Ländern wie Deutschland und der Schweiz werden ähnliche Diskussionen geführt. Dort gibt es ebenfalls Bestrebungen, den Zugang zu sozialen Medien für jüngere Altersgruppen zu regulieren.
In Deutschland gibt es bereits Initiativen, die den Medienkonsum von Kindern einschränken, während die Schweiz verstärkt auf Aufklärung und mediale Bildung setzt. Diese Ansätze zeigen, dass es keine einheitliche Lösung gibt, sondern dass kulturelle und gesellschaftliche Unterschiede berücksichtigt werden müssen.
Für Eltern stellt sich die Frage, wie sie ihre Kinder im digitalen Zeitalter am besten unterstützen können. Ein zu früher Zugang zu sozialen Medien kann zu Problemen in der Schule und im sozialen Umfeld führen. Eltern berichten von Kindern, die durch den Vergleich mit anderen auf sozialen Plattformen unter Druck geraten und sich isoliert fühlen.
Ein Beispiel ist die 13-jährige Anna aus Wien, die durch den Einfluss von Social Media mit Selbstzweifeln kämpfte. Ihre Eltern entschieden sich, die Nutzung einzuschränken und setzten auf alternative Freizeitaktivitäten, was zu einer deutlichen Verbesserung ihrer schulischen Leistungen und sozialen Interaktionen führte.
Laut einer Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung nutzen 70% der 10- bis 14-Jährigen regelmäßig soziale Medien. Diese intensive Nutzung steht im direkten Zusammenhang mit erhöhten Stresslevels und Schlafstörungen. Experten betonen, dass es entscheidend ist, Kinder schrittweise an digitale Medien heranzuführen und sie dabei zu begleiten.
Die Zukunft des digitalen Kinder- und Jugendschutzes liegt in einer Kombination aus Prävention, Aufklärung und regulativen Maßnahmen. Der ÖBVP fordert einen Ausbau der psychosozialen Versorgung und betont die Rolle von Eltern, Schulen und Fachdisziplinen in der Begleitung junger Menschen. Digitale Mündigkeit sollte als langfristiger Prozess betrachtet werden, der kontinuierliche Unterstützung erfordert.
Die Forderung nach einem späteren Einstieg in soziale Medien für Kinder ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer gesunden psychischen Entwicklung. Eltern, Schulen und die Gesellschaft sind gefordert, gemeinsam Lösungen zu finden und junge Menschen in ihrer digitalen Entwicklung zu unterstützen. Weitere Informationen und Hilfestellungen finden Sie auf der Website des ÖBVP.