Am 25. November 2025, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, ruft der Österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerbund (ÖAAB) dazu auf, das Engagement gegen Gewalt nicht nur auf symbolische Aktionstage zu beschränken. Gewalt, so die ÖAAB-Bundesfrauenvorsitzende Romana Deck
Am 25. November 2025, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, ruft der Österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerbund (ÖAAB) dazu auf, das Engagement gegen Gewalt nicht nur auf symbolische Aktionstage zu beschränken. Gewalt, so die ÖAAB-Bundesfrauenvorsitzende Romana Deckenbacher und Generalsekretär Lukas Brandweiner, ist ein alltägliches Problem, das tägliche Aufmerksamkeit und klare Konsequenzen erfordert.
Österreich hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte im Bereich Gewaltschutz gemacht. Seit den 1990er Jahren wurden zahlreiche Frauenhäuser und Gewaltschutzzentren eingerichtet. Diese Einrichtungen bieten nicht nur Schutz, sondern auch Beratung und Unterstützung für Betroffene. Der Ausbau dieser Strukturen ist ein wesentlicher Bestandteil der österreichischen Strategie zur Bekämpfung von Gewalt.
Ein Meilenstein war das im Jahr 1997 eingeführte Gewaltschutzgesetz, das es der Polizei ermöglicht, Gewalttäter aus der gemeinsamen Wohnung zu verweisen. Diese Maßnahme gilt bis heute als Vorbild für viele europäische Länder. In den vergangenen Jahren wurden weitere gesetzliche Verschärfungen eingeführt, darunter das Hass-im-Netz-Paket, das die Strafbarkeit von sogenannten „Dick-Pics“ umfasst.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich in einigen Bereichen des Gewaltschutzes eine Vorreiterrolle eingenommen. Während in Deutschland ähnliche Strukturen existieren, ist der Zugang zu diesen oft mit bürokratischen Hürden verbunden. Die Schweiz hingegen hat in den letzten Jahren verstärkt in die Prävention investiert, insbesondere in Schulen und Bildungseinrichtungen.
Österreichs Ansatz, Gewaltschutz auf allen Ebenen – von der Gemeinde bis zur Bundesebene – zu verankern, zeigt sich als besonders effektiv. Diese Strategie fördert nicht nur den Schutz von Betroffenen, sondern auch die Prävention von Gewalt durch Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit.
Die Auswirkungen der österreichischen Gewaltschutzmaßnahmen sind vielfältig. Ein Beispiel ist die Einführung von 24/7-Hotlines, die es Betroffenen ermöglichen, jederzeit Hilfe zu suchen. Diese Hotlines sind ein wichtiger Bestandteil des Unterstützungsnetzwerks und bieten nicht nur unmittelbare Hilfe, sondern auch weiterführende Beratung.
Ein weiteres Beispiel sind die verstärkten Präventionsmaßnahmen an Schulen, die darauf abzielen, junge Menschen frühzeitig über Gewalt und ihre Folgen aufzuklären. Diese Bildungsprogramme tragen dazu bei, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und die Hemmschwelle für Betroffene, sich Hilfe zu suchen, zu senken.
Statistiken zeigen, dass die Zahl der gemeldeten Fälle von häuslicher Gewalt in Österreich in den letzten Jahren gestiegen ist. Dies ist jedoch nicht unbedingt ein negatives Zeichen, sondern kann auch auf eine erhöhte Sensibilisierung und Bereitschaft der Betroffenen, Hilfe zu suchen, hindeuten. Die Zahl der Anrufe bei den Notruf-Hotlines hat sich seit ihrer Einführung verdoppelt, was die Notwendigkeit solcher Angebote unterstreicht.
Die Zukunft des Gewaltschutzes in Österreich liegt in der weiteren Stärkung der Präventionsmaßnahmen und der kontinuierlichen Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen an neue Herausforderungen. Die Digitalisierung bringt neue Formen der Gewalt mit sich, wie Cybermobbing und Online-Belästigung. Hier sind innovative Lösungen gefragt, um auch im digitalen Raum Schutz zu gewährleisten.
ÖAAB-Generalsekretär Lukas Brandweiner betont, dass es entscheidend sei, das Thema Gewalt offen zu diskutieren und das Schweigen zu brechen. Nur so könne ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden, das langfristig zu einem Rückgang der Gewalt führt.
Der Aufruf des ÖAAB, den Kampf gegen Gewalt als tägliche Verantwortung zu verstehen, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die Herausforderungen sind groß, doch die bisherigen Erfolge zeigen, dass ein umfassender Gewaltschutz möglich ist. Es liegt an uns allen, Zivilcourage zu zeigen und aktiv gegen Gewalt vorzugehen.
Interessierte finden weitere Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten auf den Webseiten der Gewaltschutzzentren und bei den lokalen Beratungsstellen. Jeder kann einen Beitrag leisten, um Gewalt zu verhindern und Betroffenen zu helfen, ein sicheres und gewaltfreies Leben zu führen.