Am 22. Januar 2026 wurde in Wien eine bedeutende Publikation vorgestellt, die sich mit dem Notfallmanagement in Museen und Kulturerbe-Institutionen befasst. Diese Veröffentlichung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Herausforderungen durch geopolitische Veränderungen und den Klimawandel zune
Am 22. Januar 2026 wurde in Wien eine bedeutende Publikation vorgestellt, die sich mit dem Notfallmanagement in Museen und Kulturerbe-Institutionen befasst. Diese Veröffentlichung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Herausforderungen durch geopolitische Veränderungen und den Klimawandel zunehmen. Österreichs Museen stehen vor der Aufgabe, ihre unschätzbaren Sammlungen zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren.
Notfallmanagement bezeichnet die systematische Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Verhinderung und Bewältigung von Krisensituationen. In Museen bedeutet dies, Strategien zu entwickeln, um Sammlungen vor Schäden durch Naturkatastrophen, Krieg oder andere Notfälle zu schützen. Fachbegriffe wie 'Evakuierung' und 'Prävention' sind zentrale Elemente dieses Prozesses. Evakuierung meint die geordnete Räumung von Personen oder Objekten aus einem gefährdeten Bereich, während Prävention alle Maßnahmen umfasst, die darauf abzielen, Risiken im Vorfeld zu minimieren.
Der Schutz von Kulturgut hat eine lange Geschichte, die bis zur Haager Konvention von 1954 zurückreicht. Diese internationale Vereinbarung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen, um Kulturgüter in bewaffneten Konflikten zu schützen. Österreich hat sich seitdem kontinuierlich für den Erhalt seines kulturellen Erbes eingesetzt, was sich in zahlreichen nationalen und internationalen Initiativen widerspiegelt.
In den letzten Jahrzehnten haben sich die Herausforderungen für den Kulturgutschutz verändert. Klimawandel, Naturkatastrophen und geopolitische Spannungen erfordern neue Ansätze im Notfallmanagement. Der aktuelle Leitfaden von ICOM Österreich bietet eine umfassende Anleitung, wie Museen und Kulturerbe-Institutionen in Österreich auf diese Herausforderungen vorbereitet sein können.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich eine einzigartige Herangehensweise an den Kulturgutschutz. Während Deutschland stark auf die Digitalisierung von Sammlungen setzt, um deren Verlust im Katastrophenfall zu minimieren, legt die Schweiz großen Wert auf die Ausbildung von Notfallteams in Museen. Österreich hingegen kombiniert beide Ansätze und integriert darüber hinaus militärische Unterstützung durch das Bundesheer in seine Notfallpläne.
Der Schutz von Kulturgut hat direkte Auswirkungen auf die Bürger. Museen sind nicht nur Orte der Bildung und Unterhaltung, sondern auch Identitätsträger einer Nation. Ein Verlust von Kulturgütern wäre ein Verlust von Geschichte und Identität. Ein konkretes Beispiel ist das Hochwasser von 2013, bei dem zahlreiche Museen in Österreich ihre Sammlungen evakuieren mussten, um sie vor Wasserschäden zu bewahren. Dank gut geplanter Notfallmaßnahmen konnten viele wertvolle Objekte gerettet werden.
Statistiken zeigen, dass Österreich über 700 Museen verfügt, die jährlich Millionen von Besuchern anziehen. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Institutionen ist erheblich, da sie nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch den Tourismus fördern. Ein effektives Notfallmanagement ist daher nicht nur eine kulturelle, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Mag. Elke Kellner von ICOM Österreich betont die Verantwortung der Museen für den Schutz ihrer Sammlungen. 'Vorbereiten – Schützen – Verhindern' ist das Motto, das sie als essenziell für den Kulturgutschutz ansieht. Auch Ass.-Prof. Mag. Dr. Anna Kaiser von der Universität für Weiterbildung Krems hebt die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen hervor, um im Notfall effektiv reagieren zu können.
Die Zukunft des Notfallmanagements in Museen wird zunehmend von technologischen Innovationen geprägt sein. Der Einsatz von Sensoren zur Überwachung von Umwelteinflüssen und die Nutzung von KI zur Risikoanalyse sind nur einige der Möglichkeiten, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Österreich plant, diese Technologien verstärkt in seine Notfallpläne zu integrieren, um den Schutz von Kulturgütern weiter zu verbessern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der vorgestellte Leitfaden ein wichtiger Schritt in Richtung eines umfassenden Notfallmanagements für Museen in Österreich ist. Er bietet nicht nur praktische Anleitungen, sondern auch eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Interessierte Leser können die vollständige Publikation auf der Webseite von ICOM Österreich herunterladen.