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Politik

NÖ Bauernbund fordert neue EU-Agrarpolitik

12. Dezember 2025 um 08:43
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Am 12. Dezember 2025 schloss der Niederösterreichische Bauernbund seine umfangreiche Tour der Bezirksbauernratskonferenzen ab. Mit 63 Stopps in allen Regionen Niederösterreichs und unzähligen persönlichen Gesprächen wurde deutlich: Die bäuerlichen Familienbetriebe sind von der derzeitigen EU-Agrarpo

Am 12. Dezember 2025 schloss der Niederösterreichische Bauernbund seine umfangreiche Tour der Bezirksbauernratskonferenzen ab. Mit 63 Stopps in allen Regionen Niederösterreichs und unzähligen persönlichen Gesprächen wurde deutlich: Die bäuerlichen Familienbetriebe sind von der derzeitigen EU-Agrarpolitik enttäuscht. Diese Unzufriedenheit ist nicht nur lokal begrenzt, sondern spiegelt sich in ganz Europa wider, was die bevorstehende große Bauern-Demonstration in Brüssel am 18. Dezember unterstreicht.

Die Herausforderungen der EU-Agrarpolitik

Die EU-Agrarpolitik, insbesondere die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), steht im Zentrum der Kritik. Diese Politik wurde ursprünglich eingeführt, um die Landwirtschaft in Europa zu unterstützen und eine stabile Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Doch in den letzten Jahren haben viele Landwirte das Gefühl, dass die Entscheidungen in Brüssel ihre Bedürfnisse nicht mehr berücksichtigen. Die GAP soll den Landwirten finanzielle Unterstützung bieten und gleichzeitig nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken fördern. Doch laut den Kritikern, darunter die Bundesbäuerin und Nationalratsabgeordnete Irene Neumann-Hartberger, führen viele dieser Entscheidungen zu einer Schwächung der landwirtschaftlichen Betriebe.

Historische Entwicklung der GAP

Die GAP wurde 1962 eingeführt, um den innereuropäischen Markt für landwirtschaftliche Produkte zu stabilisieren und die Einkommen der Landwirte zu sichern. In den 1980er Jahren führte die Überproduktion zu einem Reformdruck, der in den 1990er Jahren zu einer Reduzierung der Produktionsanreize und einer stärkeren Umweltorientierung führte. Seitdem hat sich die GAP kontinuierlich weiterentwickelt, um den Herausforderungen des Klimawandels und der globalen Märkte gerecht zu werden. Doch trotz dieser Reformen fühlen sich viele Landwirte von der Bürokratie und den strengen Auflagen überfordert.

Vergleich mit anderen Ländern

Die Agrarpolitik in Österreich unterscheidet sich in einigen Aspekten von der in Deutschland und der Schweiz. Während Österreich stark auf biologische Landwirtschaft setzt und dafür auch internationale Anerkennung erhält, stehen deutsche Landwirte oft vor anderen Herausforderungen, wie dem Strukturwandel und der Flächenknappheit. In der Schweiz hingegen ist die Landwirtschaft stark subventioniert, was den Betrieben eine gewisse Stabilität gibt, jedoch auch Abhängigkeiten schafft. Diese Unterschiede zeigen, dass die EU-Politik nicht immer auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Länder eingeht.

Der Bürger-Impact: Was bedeutet das für die Bevölkerung?

Die Auswirkungen der EU-Agrarpolitik sind weitreichend. Für die Konsumenten bedeutet dies, dass die Preise für Lebensmittel schwanken können. Zudem ist die Versorgungssicherheit ein wichtiges Thema. Wenn lokale Betriebe aufgrund von unzureichenden politischen Rahmenbedingungen schließen müssen, steigt die Abhängigkeit von Importen, was in Krisenzeiten zu Engpässen führen kann. Ein Beispiel hierfür ist die Diskussion um das MERCOSUR-Abkommen, das den Import von landwirtschaftlichen Produkten aus Südamerika erleichtern würde, jedoch auch zu einem Preisdruck auf europäische Produkte führen könnte.

Zahlen und Fakten zur Landwirtschaft in Niederösterreich

In Niederösterreich gibt es etwa 40.000 landwirtschaftliche Betriebe, die einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wirtschaft leisten. Die Landwirtschaft trägt rund 1,5% zum Bruttoinlandsprodukt Österreichs bei. Trotz dieser Zahlen stehen viele Betriebe unter Druck, insbesondere durch steigende Produktionskosten und sinkende Preise für landwirtschaftliche Produkte. Eine Umfrage des Bauernbundes ergab, dass über 70% der Landwirte unzufrieden mit der aktuellen Agrarpolitik sind und sich eine stärkere Unterstützung wünschen.

Zukunftsperspektive: Ein Blick nach vorne

Die Zukunft der Landwirtschaft in Österreich hängt stark von den politischen Entscheidungen auf EU-Ebene ab. Der NÖ Bauernbund plant, sein 120-jähriges Bestehen im Jahr 2026 zu nutzen, um noch stärker auf die Anliegen der Landwirte aufmerksam zu machen. Die Demonstration in Brüssel ist ein Schritt in diese Richtung. Experten sind sich einig, dass eine Reform der GAP notwendig ist, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Dazu gehören der Klimawandel, die Digitalisierung und die Globalisierung der Märkte. Eine nachhaltige und zukunftsorientierte Agrarpolitik könnte nicht nur die Landwirte unterstützen, sondern auch zur Ernährungssicherheit in Europa beitragen.

Fazit und Ausblick

Der NÖ Bauernbund hat mit seiner Versammlungstour ein klares Zeichen gesetzt: Die derzeitige Agrarpolitik muss sich ändern, um die Zukunft der bäuerlichen Betriebe zu sichern. Die Demonstration in Brüssel wird zeigen, wie stark die europäische Landwirtschaftsgemeinschaft ist. Es bleibt abzuwarten, ob die EU-Kommission auf diese Forderungen eingeht und die notwendigen Reformen einleitet. Bis dahin bleibt die Frage: Wie können wir eine nachhaltige Landwirtschaft fördern, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll ist?

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des NÖ Bauernbundes.

Schlagworte

#Bauern-Demonstration#Bürokratie#EU-Agrarpolitik#GAP#Landwirtschaft#Mercosur-Abkommen#Niederösterreich#NÖ Bauernbund#Versorgungssicherheit

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