St. Pölten (OTS) – Heute um 13 Uhr versammelte sich der Landtag von Niederösterreich unter dem Vorsitz von Präsident Mag. Karl Wilfing zu einer spannenden Sitzung. Gleich zu Beginn wurde der neue Abgeordnete Matthias Zauner feierlich angelobt, nachdem Mag. Jochen Danninger sein Mandat am 25. Mai fre
St. Pölten (OTS) – Heute um 13 Uhr versammelte sich der Landtag von Niederösterreich unter dem Vorsitz von Präsident Mag. Karl Wilfing zu einer spannenden Sitzung. Gleich zu Beginn wurde der neue Abgeordnete Matthias Zauner feierlich angelobt, nachdem Mag. Jochen Danninger sein Mandat am 25. Mai freigab. Doch das war nur der Auftakt zu einer Sitzung voller bedeutender Entscheidungen und emotionaler Momente.
Nach der Angelobung folgte eine Trauerminute für die Opfer des Amoklaufs in Graz, der das Land tief erschütterte. Präsident Wilfing bezeichnete das Ereignis als eine der tiefsten Erschütterungen der Zweiten Republik, ein Schlag mitten ins Herz des Landes. Der Amoklauf an einem Ort, der als sicherer Hafen gelten sollte, forderte das Leben mehrerer Schülerinnen, Schüler und einer Lehrerin.
Anschließend wurden Sebastian Stark und Rene Lobner in den Bundesrat gewählt, jeweils als Mitglied und Ersatzmitglied. Diese Wahl erfolgte mit überwältigender Mehrheit, was das Vertrauen in ihre Fähigkeiten unterstreicht.
Die erste aktuelle Stunde stand ganz im Zeichen des Sports als nachhaltige Gesundheitsvorsorge. Abgeordneter Philipp Gerstenmayer (FP) hob hervor, dass in regelmäßiger Bewegung eine der größten ungenutzten Chancen des Gesundheitssystems liege. Trotz der Tatsache, dass nur zwei bis drei Prozent des Budgets in Prävention fließen, bringt jeder in Bewegungsprävention investierte Euro bis zu drei Euro im Gesundheitssystem ein. Niederösterreich lebt Bewegungspolitik, so Gerstenmayer, und unterstützt Projekte wie Schwimmkids und die Laufolympiade, die bereits bei den Jüngsten ansetzen.
Abgeordnete Mag. Edith Kollermann (Neos) betonte, dass mehr gesunde Lebensjahre ein konkretes Ziel in der Gesundheitspolitik seien. Sport und Bewegung sind die effektivsten Mittel, um die Gesundheit zu stärken. Sie sprach von alarmierenden Statistiken: Jeder zweite Erwachsene in Österreich ist übergewichtig, bei Kindern und Jugendlichen sind es 25 Prozent, von denen ein Drittel adipös ist. Kollermann appellierte für eine stärkere Förderung des Schulsports, um die kognitive Entwicklung der Kinder zu unterstützen.
Dominic Hörlezeder (Grüne) beschrieb Sport als die Lebensader der Gesellschaft. Er kritisierte, dass die tägliche Turneinheit aufgeschoben wird und forderte mehr Unterstützung für Vereine sowie Kooperationen mit Gesundheitskassen, um die Sportstrategie umzusetzen.
Abgeordneter Mag. Dr. Rainer Spenger (SP) hob die wirtschaftliche Bedeutung des Sports hervor. Mit zwei Millionen Mitgliedern in 15.000 Vereinen trägt der Sport 24,1 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Eine Steigerung der Sportteilnehmer um zehn Prozent könnte 120 Millionen Euro jährlich einsparen.
Richard Punz, BA (FP), betonte die Rolle des Sports als zentraler Pfeiler der Gesundheitsvorsorge. In einer Zeit zunehmender Zivilisationskrankheiten sei es die Pflicht der Landespolitik, gesundheitsfördernde Maßnahmen zu unterstützen. Sport stärkt das Immunsystem und verbessert die Lebensqualität, was langfristig auch im Gesundheitswesen Kosten spart.
Eine weitere aktuelle Stunde widmete sich der Kinderbetreuungsoffensive von Land und Gemeinden. Abgeordnete Silke Dammerer (VP) lobte die niederösterreichischen Landeskindergärten als Qualitätsmerkmal. Bis Ende 2027 sind 600 neue Kindergartengruppen und 250 neue Tagesbetreuungseinrichtungen geplant. Dies ist die größte familienpolitische Initiative des Landes.
Mag. Indra Collini (Neos) unterstrich die Bedeutung der Kinderbetreuung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und forderte einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Abgeordneter Mag. Georg Ecker, MA (Grüne), hob die Rolle der Kindergärten als wichtigste Bildungseinrichtung hervor und sprach sich für flächendeckende, leistbare Angebote aus.
Abgeordnete Mag. Kerstin Suchan-Mayr (SP) forderte einen bundeseinheitlichen Rahmen für Elementarpädagogik und eine nachhaltige Unterstützung der Gemeinden. Edith Mühlberghuber (FP) warnte vor finanziellen Herausforderungen für die Gemeinden, während René Lobner (VP) betonte, dass Parteipolitik keinen Platz habe, wenn es um die Kinder gehe.
Die Sitzung des niederösterreichischen Landtags zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Sport und Kinderbetreuung für die Gesellschaft sind. Mit klaren Zielen und engagierten Abgeordneten ist Niederösterreich auf einem guten Weg, diese Herausforderungen zu meistern und eine bessere Zukunft für alle zu schaffen.