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Wirtschaft

Neuer Wind in der Metallindustrie: Obmannwechsel sorgt für Aufsehen

16. Juni 2025 um 12:42
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Am 13. Juni 2025 ereignete sich ein bedeutender Wechsel an der Spitze des Fachverbands der Nichteisenmetallindustrie der Wirtschaftskammer Österreich. Alfred Hintringer, der das Amt des Obmanns seit 2015 innehatte, übergab die Führung an seine bisherige Stellvertreterin Gabriele Punz-Praxmarer. Dies

Am 13. Juni 2025 ereignete sich ein bedeutender Wechsel an der Spitze des Fachverbands der Nichteisenmetallindustrie der Wirtschaftskammer Österreich. Alfred Hintringer, der das Amt des Obmanns seit 2015 innehatte, übergab die Führung an seine bisherige Stellvertreterin Gabriele Punz-Praxmarer. Diese Neuigkeit könnte weitreichende Auswirkungen auf die Branche haben und birgt das Potenzial, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen.

Wer ist Gabriele Punz-Praxmarer?

Gabriele Punz-Praxmarer ist keine Unbekannte in der Metallindustrie. Mit einem Studium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz und einer beeindruckenden Karriere in der Wirtschaftsprüfung bei KPMG hat sie sich einen Namen gemacht. Seit 2011 ist sie Finanzvorständin der Montanwerke Brixlegg AG, einem der führenden Kupfer-Recyclingunternehmen Europas. In dieser Rolle hat sie nicht nur die Finanzen und Personalagenden im Griff, sondern auch die IT-Prozesse und Nachhaltigkeitsstrategien des Unternehmens vorangetrieben.

Die Ära Hintringer: Wachstum und Vernetzung

Alfred Hintringer hat in seiner Zeit als Obmann die Nichteisenmetallbranche in Österreich und auf EU-Ebene maßgeblich geprägt. Unter seiner Führung hat der Einfluss der Branche erheblich zugenommen. Er war stellvertretender Verhandlungsleiter der Metaller-Kollektivvertragsverhandlungen und hat die Rahmenbedingungen für faire Löhne und Arbeitsbedingungen in der Branche gestaltet. Zudem hat er das Netzwerk des Verbandes in Brüssel entscheidend ausgebaut und den Dialog mit europäischen Partnern gefördert.

Hintringer selbst blickt mit Dankbarkeit auf seine zwei Jahrzehnte im Fachverbandsausschuss zurück. „Es war mir stets ein Anliegen, unsere Branche weiterzuentwickeln, Kolleginnen und Kollegen zu stärken und Österreichs Stimme in Europa zu festigen“, sagte er in einer Stellungnahme.

Nahtloser Übergang: Die Herausforderungen für Punz-Praxmarer

Mit Gabriele Punz-Praxmarer übernimmt eine erfahrene und bereits im Leitungsteam verankerte Führungskraft das Steuer. Ihre Agenda ist klar: Sie will den erfolgreichen Kurs ihres Vorgängers fortsetzen und neue Herausforderungen meistern. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehören:

  • Hohe Lohnstückkosten und Personalkosten: Österreichs Arbeitskosten pro Stunde liegen über dem EU-Durchschnitt und steigen weiter.
  • Energiepreise und Dekarbonisierungskosten: Die Bundesregierung hat für 2025 und 2026 eine indirekte Strompreiskompensation von jeweils 75 Millionen Euro angekündigt. Diese soll bis 2030 verlängert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
  • Bürokratischer Aufwand: Verwaltungs- und Meldepflichten binden Fachkräfte und bremsen Innovationen.
  • Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit: Investitionen in modernste Anlagen sollen gesichert werden, um den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Die Bedeutung der Nichteisenmetallindustrie

Die Nichteisenmetallindustrie ist eine Schlüsselindustrie für Wirtschaft und Gesellschaft. Ohne Kupfer, Aluminium und andere Nichteisenmetalle wären erneuerbare Energien wie Solar- oder Windkraft undenkbar. Auch die Elektromobilität hängt stark von diesen Materialien ab. Daher ist es entscheidend, dass die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schafft, um die Investitionsbereitschaft in Österreich zu sichern.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft der Nichteisenmetallindustrie hängt stark von der globalen wirtschaftlichen und politischen Lage ab. Europa ist derzeit stark von Drittstaaten wie China abhängig, was in geopolitisch schwierigen Zeiten ein Risiko darstellt. Eine verlässliche Energie- und Rohstoffpolitik ist daher unerlässlich. Gabriele Punz-Praxmarer hat bereits angekündigt, dass sie entschlossen ist, diesen Herausforderungen zu begegnen und die strategische Autonomie Europas zu sichern.

Auch die Wettbewerbsfähigkeit der Branche muss gestärkt werden. Dazu gehört, dass die Strompreiskompensation, die die Bundesregierung angekündigt hat, nicht nur vorübergehend, sondern bis 2030 verlängert wird. Dies würde nicht nur die energieintensive Produktion aufrechterhalten, sondern auch dringend notwendige Investitionen in CO₂-arme Anlagen ermöglichen.

Ein Appell an die Politik

Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbands, betont die Bedeutung der Nichteisenmetallindustrie: „Ohne Nichteisenmetalle ist eine CO₂-Neutralität Europas undenkbar. Deshalb appellieren wir an die Politik, jetzt die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und unverzüglich Maßnahmen umzusetzen, um die Versorgungssicherheit und strategische Autonomie Europas abzusichern.“

Die Branche steht vor großen Herausforderungen, doch mit einer klaren Strategie und entschlossenen Führungskräften wie Gabriele Punz-Praxmarer könnte sie diese meistern und gestärkt aus ihnen hervorgehen.

Schlagworte

#Alfred Hintringer#Dekarbonisierung#Energiepreise#Gabriele Punz-Praxmarer#Nichteisenmetallindustrie#Obmannwechsel#Wirtschaftskammer Österreich

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