Am 4. Juni 2025 hat der Österreichische Wissenschaftsfonds FWF eine bahnbrechende Ankündigung gemacht, die die Herzen von Wissenschaftlern und Betroffenen gleichermaßen höher schlagen lässt: Der neu ins Leben gerufene WE&ME Award zielt darauf ab, die dringend benötigte Grundlagenforschung im Ber
Am 4. Juni 2025 hat der Österreichische Wissenschaftsfonds FWF eine bahnbrechende Ankündigung gemacht, die die Herzen von Wissenschaftlern und Betroffenen gleichermaßen höher schlagen lässt: Der neu ins Leben gerufene WE&ME Award zielt darauf ab, die dringend benötigte Grundlagenforschung im Bereich ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) in Österreich zu fördern. Mit einem Preisgeld von 450.000 Euro zählt der WE&ME Award zu den höchstdotierten Forschungspreisen des Landes, die nicht von der öffentlichen Hand finanziert werden.
Der WE&ME Award, finanziert durch die großzügige Spende der WE&ME Foundation an die alpha+ Stiftung des FWF, bietet Forschern an Universitäten und anderen Forschungsstätten die Möglichkeit, dringend benötigtes Wissen über eine wenig verstandene Erkrankung zu gewinnen. Die Zahlen sprechen für sich: In Österreich leiden Schätzungen zufolge bis zu 80.000 Menschen an ME/CFS, einer Krankheit, deren Ursachen noch weitgehend unbekannt sind und deren Therapieansätze erst vorsichtig erkennbar werden.
Die WE&ME Foundation, gegründet von Gabriele und Gerhard Ströck, intensiviert mit dieser Spende ihr Engagement in der Wissenschaft. Nach einer erfolgreichen Kooperation mit dem Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) im Jahr 2024 folgt nun ein bundesweit ausgeschriebener Preis, der sowohl nationale als auch internationale Forscher einlädt, innovative Projekte oder Studien in Österreich durchzuführen.
„Von Medizinern und der Politik hören wir seit Jahren, dass es mehr Forschung braucht. Mit dem WE&ME Award setzen wir einen Impuls, um Leuchtturmprojekte der Grundlagenforschung in Österreich zu realisieren,“ erklärt das Ehepaar Ströck. Der Preis soll dazu beitragen, Therapien zu entwickeln, die das Leben von Patientinnen und Patienten weltweit verbessern.
ME/CFS, auch bekannt als Myalgische Enzephalomyelitis oder Chronisches Fatigue-Syndrom, ist eine schwere Multisystemerkrankung, die die Lebensqualität erheblich einschränkt. Besonders betroffen sind oft junge, zuvor gesunde Menschen, die plötzlich aus ihrem Alltag gerissen werden. Erst durch die Coronapandemie und das vermehrte Auftreten von Long Covid rückte ME/CFS stärker in das öffentliche Bewusstsein.
Die Auswirkungen von ME/CFS sind nicht nur für die Betroffenen und deren Familien verheerend, sondern stellen auch einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden dar. Die Krankheit führt oft zu Arbeitsunfähigkeit und erhöhten Gesundheitskosten, was die Notwendigkeit für Forschung und Therapieansätze unterstreicht.
Die Förderung durch den WE&ME Award richtet sich an Forschungsprojekte, die sich mit der Entschlüsselung des Pathomechanismus, den Auswirkungen und möglichen Behandlungen von ME/CFS befassen. Besonders im Fokus stehen biomedizinische Projekte und Studien, die strenge Einschlussbedingungen gemäß den kanadischen Konsenskriterien (CCC) und/oder den internationalen Konsenskriterien (ICC) erfüllen müssen.
Die Preisvergabe erfolgt nach internationalen Qualitätssicherungsverfahren. Der FWF greift für die Begutachtung der eingereichten Forschungsvorhaben auf unabhängige internationale Gutachter zurück. Die Vorauswahl der förderwürdigen Projekte erfolgt durch das Kuratorium des FWF, während die endgültige Auswahl von der WE&ME Foundation auf Basis der Vorschläge des FWF-Kuratoriums getroffen wird.
Interessierte Forscher können ihre Projekte von Juli bis Oktober 2025 beim FWF einreichen. Die Förderentscheidungen werden im Frühjahr/Sommer 2026 getroffen. Die Fördermittel ermöglichen es den Forschern, Projekte bis zu vier Jahre lang auf höchstem internationalen Niveau durchzuführen.
Der WE&ME Award ist ein starkes Signal für mehr Sichtbarkeit, mehr Erkenntnis und mehr Hoffnung im Bereich der ME/CFS-Forschung. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner betonte bei der Spendenübergabe die Bedeutung solcher Initiativen: „Mit dem WE&ME Award entsteht ein starkes Signal für mehr Sichtbarkeit, mehr Erkenntnis und mehr Hoffnung. Forschung ist der Schlüssel zu besserer medizinischer Versorgung.“
Die WE&ME Foundation und der FWF setzen sich gemeinsam dafür ein, dass Österreich als Wissenschaftsstandort gestärkt wird und Forschende aus aller Welt wegweisende wissenschaftliche Projekte in Zusammenarbeit mit österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen realisieren können.
Investitionen in die Forschung sind entscheidend, um langfristig eine verbesserte medizinische Versorgung zu sichern. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse in diesem Bereich haben direkte Auswirkungen auf gesundheitspolitische Entscheidungen und können dazu beitragen, die Lebensqualität von Betroffenen erheblich zu verbessern.
Der WE&ME Award ist mehr als nur ein Forschungspreis – er ist ein Hoffnungsträger für tausende Menschen, die an ME/CFS leiden. Durch die Förderung exzellenter Forschung und die Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftlern könnten endlich die dringend benötigten Durchbrüche in der Behandlung dieser komplexen Erkrankung erzielt werden. Die Initiative der WE&ME Foundation und des FWF zeigt, dass Österreich bereit ist, eine Vorreiterrolle in der ME/CFS-Forschung einzunehmen und die Lebensqualität von Betroffenen nachhaltig zu verbessern.