Am 23. Dezember 2025 wurde eine bahnbrechende Studie der Medizinischen Universität Wien veröffentlicht, die neue Angriffspunkte gegen den multiresistenten Pilz Candida auris aufzeigt. Diese Entdeckung könnte die Behandlungsmöglichkeiten für den gefährlichen Erreger, der weltweit ein zunehmendes Gesu
Am 23. Dezember 2025 wurde eine bahnbrechende Studie der Medizinischen Universität Wien veröffentlicht, die neue Angriffspunkte gegen den multiresistenten Pilz Candida auris aufzeigt. Diese Entdeckung könnte die Behandlungsmöglichkeiten für den gefährlichen Erreger, der weltweit ein zunehmendes Gesundheitsrisiko darstellt, revolutionieren. Besonders in Österreich, wo die Gesundheitsbehörden verstärkt auf die Eindämmung solcher Erreger achten, sind diese Erkenntnisse von großer Bedeutung.
Candida auris ist ein humanpathogener Pilz, der sich durch seine Resistenz gegen antifungale Medikamente auszeichnet. Diese Resistenz macht ihn besonders gefährlich, da er sich schnell in Kliniken ausbreiten kann und immungeschwächte Patienten gefährdet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft ihn als prioritären Krankheitserreger ein. In Österreich sind die Gesundheitsbehörden bereits seit Jahren bemüht, die Verbreitung solcher Erreger zu kontrollieren.
Ein zentraler Begriff in der Studie ist die ‚Carboanhydrase‘. Dieses Enzym ermöglicht es Candida auris, geringe Mengen Kohlendioxid (CO₂) in verwertbare Stoffwechselprodukte umzuwandeln. Dadurch kann der Pilz auch unter nährstoffarmen Bedingungen wie auf der Haut überleben. Diese Fähigkeit verleiht ihm einen Überlebensvorteil, da er seine Energieproduktion aufrechterhalten kann, selbst wenn er antifungalen Therapien ausgesetzt ist.
Ein weiterer wichtiger Begriff ist ‚Amphotericin B (AMB)‘, eines der wenigen verbliebenen Antimykotika, das gegen Candida auris wirksam ist. Die Studie zeigt, dass durch die Hemmung des mitochondrialen Cytochroms bc1 die Wirksamkeit von AMB gesteigert werden kann. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Candida auris-Infektionen.
Die Geschichte von Candida auris reicht über ein Jahrzehnt zurück. Seit seiner Entdeckung hat der Pilz weltweit für Schlagzeilen gesorgt, da er in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu schweren Ausbrüchen führte. In Deutschland und der Schweiz wurden ähnliche Herausforderungen bewältigt, wobei die Länder unterschiedliche Strategien zur Bekämpfung des Erregers entwickelten. In Österreich hat die Regierung verstärkt in die Forschung investiert, um die Verbreitung zu kontrollieren und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.
Für die österreichische Bevölkerung bedeutet die Ausbreitung von Candida auris eine erhöhte Wachsamkeit in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Die Studie der MedUni Wien zeigt jedoch, dass durch gezielte Forschung und Entwicklung neuer Therapien das Risiko von Infektionen gesenkt werden kann. Ein Beispiel hierfür ist die Hemmung der bakteriellen Urease-Aktivität, die die lokale CO₂-Konzentration senken könnte, um die Besiedelung durch Candida auris zu erschweren.
Statistiken zeigen, dass die Sterblichkeitsrate bei Candida auris-Infektionen bis zu 70 Prozent betragen kann. In Österreich wurden bisher nur wenige Fälle gemeldet, aber die Gesundheitsbehörden sind alarmiert und haben Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung zu verhindern. Die neue Studie könnte dazu beitragen, diese Zahlen zu senken, indem sie neue Behandlungsansätze bietet.
Die Entdeckung neuer Angriffspunkte entlang des CO₂-abhängigen Stoffwechselwegs bietet vielversprechende Perspektiven für die Zukunft. Experten wie Adelheid Elbe-Bürger und Karl Kuchler betonen, dass diese Erkenntnisse die Grundlage für die Entwicklung neuer Antimykotika bilden könnten. Diese könnten nicht nur in Österreich, sondern weltweit eingesetzt werden, um die Ausbreitung von Candida auris zu stoppen.
Die Studie der Medizinischen Universität Wien markiert einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Candida auris. Durch die Identifizierung neuer Angriffspunkte und die Verbesserung bestehender Therapien könnte die Verbreitung des Pilzes eingedämmt werden. Für Österreich bedeutet dies eine Stärkung der Gesundheitsversorgung und eine Verbesserung der Patientensicherheit. Weitere Informationen zu den Studienergebnissen finden Sie auf der Webseite der Medizinischen Universität Wien.