Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat am 29. Oktober 2025 eine bedeutende Pressemitteilung veröffentlicht, die das Herzstück der österreichischen Wirtschaft betrifft: das Metallgewerbe. Inmitten einer Zeit, die von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist, haben sich die Sozialpartner auf
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat am 29. Oktober 2025 eine bedeutende Pressemitteilung veröffentlicht, die das Herzstück der österreichischen Wirtschaft betrifft: das Metallgewerbe. Inmitten einer Zeit, die von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist, haben sich die Sozialpartner auf einen neuen Kollektivvertrag (KV) für die Angestellten im Metallgewerbe geeinigt. Doch was bedeutet dieser Abschluss für die Betriebe und die Arbeitnehmer? Wir werfen einen genaueren Blick auf die Details und die Auswirkungen dieser Einigung.
Manfred Denk, Verhandlungsleiter und Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der WKÖ, bezeichnete den neuen Kollektivvertrag als „einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Wirtschaftsstandorts“. Die Herausforderungen, vor denen die Betriebe stehen, sind vielfältig: steigende Energiepreise, anhaltende Inflation und ein harter internationaler Wettbewerb. Diese Faktoren belasten die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen erheblich.
In einer solchen Situation sind Verlässlichkeit und Kostentransparenz entscheidend. Der neue Kollektivvertrag soll genau das bieten. Er ermöglicht es den Betrieben, weiterhin zu investieren, zu produzieren und Arbeitsplätze zu sichern. Doch was genau sind die Eckpunkte dieses Abschlusses?
Der neue Kollektivvertrag für die Angestellten im Metallgewerbe hat eine Laufzeit von zwei Jahren und tritt am 1. Januar 2026 in Kraft. Die IST-Gehälter, also die tatsächlich gezahlten Gehälter, steigen in beiden Jahren um 1,8 Prozent. Allerdings gibt es eine Deckelung: Im Jahr 2026 beträgt diese 95 Euro pro Monat, während sie 2027 auf 100 Euro pro Monat erhöht wird.
Die KV-Gehälter, die tariflich festgelegten Mindestlöhne, steigen im ersten Jahr um 2,2 Prozent mit einer Deckelung von 95 Euro monatlich. Im zweiten Jahr werden sie um 2,0 Prozent erhöht. Auch die Lehrlingseinkommen erfahren eine Erhöhung: 2026 um 2,2 Prozent und 2027 um 2,0 Prozent. Diese Anpassungen berücksichtigen die rollierende Inflation, die den Verhandlungen zugrunde lag und 2,82 Prozent betrug.
Harald Schinnerl, Bundesinnungsmeister der Metalltechniker, zeigte sich zufrieden mit dem Abschluss. In einem Umfeld, das von hohen Kosten, wachsender Bürokratie und starkem internationalen Wettbewerbsdruck geprägt ist, war es entscheidend, die Lohnsteigerungen so zu gestalten, dass sie für die Betriebe tragbar bleiben. „Wir sind sehr froh, dass wir uns durchsetzen konnten und uns ein sehr guter und kompetitiver Abschluss gelungen ist, der die Betriebe nicht weiter unnötig belastet“, so Schinnerl.
Der Kollektivvertragsabschluss betrifft rund 98.000 Angestellte in 50.000 Arbeitgeberunternehmen. Diese Zahlen verdeutlichen die Reichweite und Bedeutung dieser Einigung für die österreichische Wirtschaft. Doch wie sieht es in anderen Bundesländern oder Branchen aus? In Deutschland etwa, einem der größten Handelspartner Österreichs, sind ähnliche Verhandlungen oft von langen Streiks und harten Verhandlungen geprägt. Der Abschluss in Österreich zeigt, dass auch in einem schwierigen Umfeld Einigungen möglich sind, die sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zufriedenstellen.
Für die Angestellten im Metallgewerbe bedeutet der neue Kollektivvertrag eine gewisse Sicherheit in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Die Erhöhung der Gehälter mag auf den ersten Blick moderat erscheinen, doch sie berücksichtigt die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Bedürfnisse der Betriebe. Für viele Arbeitnehmer ist dies ein Zeichen der Stabilität und ein Lichtblick in einer Zeit, in der viele andere Branchen mit Entlassungen und Kürzungen zu kämpfen haben.
Für die Betriebe bietet der Abschluss Planungssicherheit. In Zeiten, in denen unvorhersehbare Kostenrisiken die Investitionsbereitschaft hemmen können, ist ein solcher Vertrag ein wichtiger Schritt, um die Handlungsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten. Die klare Struktur der Lohnerhöhungen und die Berücksichtigung der Inflation schaffen ein Umfeld, in dem Unternehmen besser planen und sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.
Ein Wirtschaftsexperte kommentierte die Einigung mit den Worten: „Dieser Abschluss ist ein gutes Beispiel dafür, wie Sozialpartnerschaft in Österreich funktioniert. Es zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten Lösungen gefunden werden können, die für alle Beteiligten tragbar sind.“
Doch wie sieht die Zukunft aus? Die wirtschaftlichen Herausforderungen werden nicht verschwinden. Die Energiepreise bleiben ein Unsicherheitsfaktor, und die internationale Konkurrenz schläft nicht. Es wird entscheidend sein, wie flexibel die Unternehmen auf zukünftige Herausforderungen reagieren können. Der neue Kollektivvertrag bietet eine solide Grundlage, doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden sich weiter ändern.
Die Einigung im Metallgewerbe ist auch ein politisches Signal. Sie zeigt, dass die Sozialpartner in Österreich in der Lage sind, auch in schwierigen Zeiten tragfähige Lösungen zu finden. Dies ist nicht nur für die Wirtschaft selbst von Bedeutung, sondern auch für das politische Klima im Land. Ein stabiler Arbeitsmarkt und eine funktionierende Wirtschaft sind wesentliche Faktoren für den sozialen Frieden.
Insgesamt ist der neue Kollektivvertrag im Metallgewerbe ein wichtiger Schritt in einer Zeit, die von Unsicherheit geprägt ist. Er bietet sowohl den Betrieben als auch den Arbeitnehmern eine Perspektive und zeigt, dass auch in schwierigen Zeiten Einigungen möglich sind, die für alle Seiten tragbar sind.