Österreichische Haushalte und Unternehmen sehen steigende Netzkosten infolge geplanter Ausbauinvestitionen im Stromnetz, wie FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl warnen.
Österreichische Haushalte und Unternehmen sehen steigende Netzkosten infolge geplanter Ausbauinvestitionen im Stromnetz, wie FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl warnen.
Die heute vorgestellten Pläne für das österreichische Stromübertragungsnetz nennen Investitionen von rund neun Milliarden Euro im Übertragungsnetz und zusätzlich rund 44 Milliarden Euro im Verteilnetz. Die freiheitlichen Abgeordneten sehen den politisch forcierten Ausbau von Windkraft und Photovoltaik als Hauptursache für den hohen Investitionsbedarf.
Die Abgeordneten führen aus, dass Windkraft und Photovoltaik einen deutlich stärkeren Netzausbau erfordern als klassische Erzeugungsformen. Nach ihren Angaben müsse das Netz für Windkraft etwa doppelt so stark ausgebaut werden und für Photovoltaik dreieinhalbmal so intensiv wie für Wasserkraft.
Seit 2018 hätten sich die Netzkosten bereits verdoppelt, heißt es in der Stellungnahme der FPÖ-Energiesprecher. Mit den nun angekündigten Investitionen drohe eine weitere massive Steigerung; Experten gingen davon aus, dass die Netzkosten bis 2040 viermal so hoch sein werden wie noch im Jahr 2018.
Die FPÖ warnt, dass die steigenden Netzkosten nicht nur private Haushalte treffen, sondern auch den Wirtschaftsstandort Österreich unter Druck setzen. Gerade die energieintensive Industrie stehe mit dem Rücken zur Wand; in den letzten Jahren seien über 36.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen und zahlreiche industrielle Produktionsstandorte geschlossen worden, so Kassegger und Hammerl.
Kassegger und Hammerl kritisieren auch die Rolle Österreichs als Stromtransitland. Ihrer Darstellung zufolge müssten aufgrund von EU-Vorgaben 70 Prozent der Netzkapazitäten für den internationalen Stromhandel freigehalten werden und für diesen Stromtransit dürften ihrer Aussage nach keine Transitkosten verrechnet werden. Daraus folgerten sie, dass österreichische Haushalte und Betriebe die Kosten für den Stromtransport durch Österreich mittragen müssten.
Die Abgeordneten wiesen die Argumentation des Ministers hinsichtlich eines angeblichen physikalischen Engpasses an der Grenze zu Deutschland zurück. Sie bezeichneten diesen Engpass als regulatorisch verordnet und erklärten, die physische Kapazität sei vorhanden; es fehle ihrer Auffassung nach lediglich der politische Wille, diese zu nutzen.