Am 30. Januar 2026 sorgte eine bedeutende Entwicklung im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel für Aufsehen: Die Übernahme der Unimarkt-Filialen durch die Einzelhandelsriesen Spar und Rewe. Während diese Transaktion auf den ersten Blick die Arbeitsplätze und die Nahversorgung in den betroffenen
Am 30. Januar 2026 sorgte eine bedeutende Entwicklung im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel für Aufsehen: Die Übernahme der Unimarkt-Filialen durch die Einzelhandelsriesen Spar und Rewe. Während diese Transaktion auf den ersten Blick die Arbeitsplätze und die Nahversorgung in den betroffenen Regionen sichert, wirft sie gleichzeitig ernsthafte Fragen zur Marktmacht der großen Konzerne auf. NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Hofer äußerte sich besorgt über die langfristigen Auswirkungen auf den Wettbewerb und die Preise in Österreich.
Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel ist ein Begriff, der die Kontrolle eines großen Marktanteils durch wenige Unternehmen beschreibt. Diese Übernahme verstärkt die Marktmacht von Spar und Rewe, was laut Hofer zu einer Einschränkung der Vielfalt und einem erhöhten Druck auf regionale Produzenten führen könnte. Die Verbraucher könnten letztlich die Leidtragenden sein, da weniger Wettbewerb oft zu höheren Preisen führt.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der österreichische Lebensmitteleinzelhandel stark verändert. Kleine, unabhängige Geschäfte wurden zunehmend von großen Ketten verdrängt. Diese Entwicklung begann in den 1980er Jahren, als Supermärkte und Discounter begannen, ihren Einfluss auszuweiten. Heute dominieren wenige große Unternehmen den Markt, was die Vielfalt im Angebot einschränkt und die Preise beeinflusst.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich mit seiner Marktkonzentration nicht allein dasteht. In Deutschland und der Schweiz ist die Situation ähnlich, allerdings gibt es Unterschiede in der Marktstruktur und den regulatorischen Rahmenbedingungen. In der Schweiz beispielsweise existiert ein stärkeres Augenmerk auf den Schutz kleinerer Anbieter, was zu einer etwas geringeren Konzentration führt.
Die Auswirkungen dieser Übernahme sind vielfältig. Einerseits profitieren die Angestellten der Unimarkt-Filialen von der Arbeitsplatzsicherung. Andererseits könnten die Konsumenten langfristig unter höheren Preisen leiden. Ein Beispiel ist die Region Steiermark, wo die Übernahme bereits zu einer Reduzierung der Auswahl in den Supermärkten geführt hat. Dies zeigt, wie wichtig ein ausgewogener Wettbewerb für die Preisgestaltung und die Vielfalt ist.
Die Übernahme umfasst rund 80 Filialen, die bisher von Unimarkt betrieben wurden. Spar und Rewe teilen sich die Standorte, wobei Spar 40 und Rewe 40 Filialen übernehmen. Diese Transaktion erhöht den Marktanteil der beiden Unternehmen erheblich, was die ohnehin hohe Marktkonzentration weiter verstärkt. Laut einer Studie der Bundeswettbewerbsbehörde kontrollieren Spar und Rewe zusammen bereits über 70% des österreichischen Lebensmitteleinzelhandelsmarktes.
Wirtschaftsexperten warnen davor, dass eine solche Konzentration Innovationen behindern und die Preise in die Höhe treiben könnte. Ein Experte der Universität Wien betont, dass kleinere Anbieter oft flexibler und innovativer sind, was den Wettbewerb belebt und den Konsumenten zugutekommt.
NEOS fordert eine rasche Umsetzung der geplanten Reform des Wettbewerbsrechts. Ziel ist es, der Bundeswettbewerbsbehörde mehr Eingriffsmöglichkeiten zu geben, bevor der Wettbewerb irreparabel geschädigt wird. Die Reform soll sicherstellen, dass faire Bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette herrschen, damit die Konsumenten langfristig von günstigeren Preisen profitieren können.
Die Übernahme der Unimarkt-Filialen durch Spar und Rewe ist ein Weckruf für die österreichische Wettbewerbspolitik. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Marktstruktur entwickeln wird und ob die geplanten Reformen den gewünschten Effekt erzielen. Die Bürger sind aufgerufen, die Entwicklungen kritisch zu verfolgen und sich für einen fairen Wettbewerb einzusetzen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Webseiten der Bundeswettbewerbsbehörde und der NEOS-Partei.