Am 19. November 2025 hat der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) einen bedeutenden Meilenstein in seiner Klimaschutzstrategie erreicht. Mit der Veröffentlichung des ersten Umsetzungsberichts zu nachhaltigem und regenerativem Bauen zeigt der größte Gesundheitsdienstleister Österreichs, wie ernst er es
Am 19. November 2025 hat der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) einen bedeutenden Meilenstein in seiner Klimaschutzstrategie erreicht. Mit der Veröffentlichung des ersten Umsetzungsberichts zu nachhaltigem und regenerativem Bauen zeigt der größte Gesundheitsdienstleister Österreichs, wie ernst er es mit dem Klimaschutz meint. Der Bericht dokumentiert beeindruckende Fortschritte bei der Reduzierung von CO2-Emissionen und der Implementierung umweltfreundlicher Baupraktiken. Besonders hervorzuheben ist das Holzmodulbauprojekt in der Klinik Ottakring, das allein 2.300 Tonnen CO2 einspart. Diese Entwicklungen sind nicht nur ein Vorbild für andere österreichische Bundesländer, sondern haben auch das Potenzial, europaweit Beachtung zu finden.
Der Wiener Gesundheitsverbund hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 CO2-neutral zu werden. Diese Ambition ist Teil einer umfassenden Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie, die 2022 nach einem intensiven Beteiligungsprozess verabschiedet wurde. Die Strategie basiert auf einem Kriterienkatalog, der alle Bauprojekte des WIGEV auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüft. Der Bericht zeigt, dass diese Maßnahmen bereits Früchte tragen, wobei der Fokus auf Holz als Baustoff, Dach- und Fassadenbegrünungen sowie klimafreundlichen Energieversorgungen liegt.
Ein herausragendes Beispiel für nachhaltiges Bauen ist der Holzmodulbau der Psychiatrischen Abteilung der Klinik Ottakring. Holz als Baustoff hat den Vorteil, dass es CO2 bindet, was zur Reduzierung der Emissionen beiträgt. In Ottakring wurden drei Stationen mit insgesamt 60 Betten, eine Tagesklinik und ein Stockwerk mit Therapieräumen in 3.000 m³ Holz verpackt. Dies spart nicht nur CO2, sondern bietet auch eine angenehme Atmosphäre für Patienten und Personal.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche Projekte in Angriff genommen werden, zeigt sich, dass Österreich mit dem Wiener Gesundheitsverbund eine Vorreiterrolle einnimmt. Während in Deutschland der Fokus oft auf energetischen Sanierungen liegt, geht Österreich mit dem umfassenden Ansatz des WIGEV einen Schritt weiter. In der Schweiz sind Holzbauprojekte ebenfalls verbreitet, jedoch nicht in dem Ausmaß und der systematischen Umsetzung wie in Wien.
Die nachhaltigen Bauprojekte des WIGEV haben direkte Auswirkungen auf die Bürger. Sie profitieren von einer verbesserten Luftqualität und einem geringeren Energieverbrauch. Ein Beispiel dafür ist die Klinik Favoriten, wo durch thermische Sanierung und den Einsatz von LED-Beleuchtung der Energiebedarf erheblich gesenkt wurde. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern senken auch die Betriebskosten, was letztlich den Steuerzahlern zugutekommt.
Die Zahlen sprechen für sich: In der Klinik Favoriten wurde der Heizwärmebedarf durch thermische Sanierung um 65% gesenkt. Die Umstellung auf LED-Beleuchtung reduzierte den Energiebedarf um 60%. In Ottakring wird ab 2027 Geothermie zur CO2-neutralen Beheizung und Kühlung von 220 Büroarbeitsplätzen genutzt. Diese Maßnahmen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch effizient.
Der Wiener Gesundheitsverbund plant, seine Strategie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Bis 2040 soll die CO2-Neutralität erreicht werden. Dies erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch ein Umdenken in der Planung und Umsetzung von Bauprojekten. Der WIGEV setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt.
Der erste Umsetzungsbericht des Wiener Gesundheitsverbundes zeigt, dass nachhaltiges Bauen nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Maßnahmen des WIGEV sind ein Modell für andere Städte und Länder. Die Bürger profitieren von einer besseren Umwelt und niedrigeren Kosten. Der Wiener Gesundheitsverbund setzt damit neue Maßstäbe im Klinikbau und zeigt, wie Klimaschutz und moderne Architektur erfolgreich kombiniert werden können.
Für weitere Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte die offizielle Pressemitteilung des Wiener Gesundheitsverbundes.