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Wirtschaft

Nachfolge-Taskforce: Österreichs Antwort auf den Generationenwechsel

5. Dezember 2025 um 09:43
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Österreich steht am 5. Dezember 2025 vor einer bedeutenden Herausforderung: Der demografische Wandel zwingt zahlreiche Unternehmen dazu, einen Generationenwechsel zu vollziehen. Über 52.500 Betriebe, das sind fast 23 % aller Arbeitgeberunternehmen, sehen sich bis 2034 mit der Notwendigkeit einer Bet

Österreich steht am 5. Dezember 2025 vor einer bedeutenden Herausforderung: Der demografische Wandel zwingt zahlreiche Unternehmen dazu, einen Generationenwechsel zu vollziehen. Über 52.500 Betriebe, das sind fast 23 % aller Arbeitgeberunternehmen, sehen sich bis 2034 mit der Notwendigkeit einer Betriebsübergabe konfrontiert. Dies betrifft rund 705.000 Beschäftigte, die Zukunft des Wirtschaftsstandorts und die Erhaltung von Arbeitsplätzen.

Demografischer Wandel: Herausforderung für die Wirtschaft

Der demografische Wandel beschreibt die Veränderung der Altersstruktur einer Bevölkerung. In Österreich führt dies zu einer Welle von Betriebsübergaben, da viele Unternehmer in den Ruhestand treten. Historisch gesehen, war die Betriebsübergabe oft innerhalb der Familie geregelt. Doch mit veränderten Lebensentwürfen und weniger Nachkommen wird diese Tradition zunehmend schwieriger. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Wirtschaft zunehmend auf externe Nachfolger oder Management-Buy-Outs eingestellt, was neue Herausforderungen in der Planung und Umsetzung mit sich bringt.

Vergleich mit Deutschland und der Schweiz

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch Deutschland und die Schweiz mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. In Deutschland stehen bis 2030 etwa 190.000 Unternehmen zur Übergabe an, während in der Schweiz die Zahl bei rund 70.000 liegt. Beide Länder setzen ebenfalls auf staatliche Unterstützung und Beratungsprogramme, um den Übergabeprozess zu erleichtern. Österreich kann von diesen Erfahrungen profitieren, indem es erfolgreiche Strategien adaptiert und eigene innovative Ansätze entwickelt.

Die Rolle der Nachfolge-Taskforce

Um den Übergabeprozess zu erleichtern, hat das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) zusammen mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Jungen Wirtschaft (JW) die Nachfolge-Taskforce gegründet. Diese besteht aus zehn Experten aus verschiedenen Bereichen, die die Rahmenbedingungen für Betriebsübergaben analysieren und verbessern sollen. Ihr Ziel ist es, Verfahren zu vereinfachen und die Planbarkeit zu erhöhen, um den Nachfolgern den Einstieg zu erleichtern.

Auswirkungen auf die Bürger

Die erfolgreiche Übergabe von Unternehmen hat direkte Auswirkungen auf die Bürger. Arbeitsplätze und Lehrstellen bleiben erhalten, und die wirtschaftliche Stärke der Regionen wird gesichert. Besonders betroffen sind Familienbetriebe und Regionen, in denen einzelne Leitbetriebe eine zentrale Rolle spielen. Die Taskforce arbeitet daran, bürokratische Hürden abzubauen und steuerliche Erleichterungen zu schaffen, um den Übergabeprozess zu unterstützen.

Zahlen und Fakten: Eine detaillierte Analyse

Die Statistik zeigt, dass jährlich rund 3.000 Familienbetriebe von den Erleichterungen der verlängerten Grace-Period profitieren könnten. Im Jahr 2024 wurden bereits 7.800 Betriebe übergeben, davon ein signifikanter Anteil im Tourismus. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit und die Notwendigkeit der Maßnahmen, die von der Taskforce erarbeitet werden.

Expertenstimmen zur Nachfolge-Taskforce

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont, dass erfolgreiche Übergaben entscheidend für die Erhaltung von Arbeitsplätzen sind. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sieht den Generationenwechsel im Tourismus als eine der größten Herausforderungen und setzt auf die Überarbeitung der Tourismusstrategie, um Erleichterungen zu schaffen.

Zukunftsperspektive: Der Weg nach vorne

Die Zukunftsperspektive für die österreichische Wirtschaft hängt stark von der erfolgreichen Umsetzung der Nachfolge-Strategien ab. Die Taskforce wird weiterhin an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten, um den Übergabeprozess effizienter zu gestalten. Mit dem Weiterbildungsprogramm „NextGen4Austria“ soll die nächste Unternehmergeneration auf die Herausforderungen der modernen Betriebsführung vorbereitet werden.

Insgesamt bietet die Nachfolge-Taskforce einen vielversprechenden Ansatz, um Österreichs Wirtschaft für die kommenden Jahrzehnte zu stärken. Die kontinuierliche Anpassung an demografische und wirtschaftliche Veränderungen wird entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.

Schlussfolgerung

Die Nachfolge-Taskforce ist ein wichtiger Schritt, um den Generationenwechsel in Österreich erfolgreich zu gestalten. Mit gezielten Maßnahmen und einem klaren Fokus auf die Erleichterung von Betriebsübergaben wird die Zukunft des Wirtschaftsstandorts gesichert. Weitere Informationen zur Taskforce und den Maßnahmen finden Interessierte auf den Webseiten des BMWET und der WKÖ.

Schlagworte

#Betriebsübergabe#Demografischer Wandel#Generationenwechsel#Nachfolge-Taskforce#Österreich#Tourismus#Wirtschaft

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