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mumok Wien: Großes Osterferienprogramm 2024 mit Tobias Pils

19. März 2026 um 10:13
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Das mumok Museum Moderner Kunst in Wien verwandelt sich während der Osterferien in ein kreatives Kinderparadies. Ab Palmsamstag, dem 28. März, startet ein vielfältiges Programm, das junge Kunstbege...

Das mumok Museum Moderner Kunst in Wien verwandelt sich während der Osterferien in ein kreatives Kinderparadies. Ab Palmsamstag, dem 28. März, startet ein vielfältiges Programm, das junge Kunstbegeisterte und ihre Familien zu einem außergewöhnlichen kulturellen Erlebnis einlädt. Besonderer Höhepunkt ist ein exklusiver Zeichenworkshop mit dem renommierten Künstler Tobias Pils, der gemeinsam mit Gerlind Zeilner die faszinierende Technik des Blindzeichnens vermittelt.

Blindzeichnen als künstlerische Entdeckungsreise

Der Workshop "Mit geschlossenen Augen" am Palmsamstag von 14 bis 16.30 Uhr bildet das Herzstück des Osterprogramms. Tobias Pils, ein etablierter Name der zeitgenössischen österreichischen Kunstszene, führt Kinder und ihre erwachsenen Begleitpersonen in die ungewöhnliche Technik des Blindzeichnens ein. Diese Methode, bei der ohne Blickkontakt zum Papier gezeichnet wird, befreit von konventionellen Darstellungsweisen und eröffnet völlig neue kreative Dimensionen.

Die Technik des Blindzeichnens, auch als "Blind Contour Drawing" bekannt, wurde bereits in den 1940er Jahren von Kunstpädagogen wie Kimon Nicolaides entwickelt. Sie zielt darauf ab, die Hand-Auge-Koordination zu verbessern und gleichzeitig die Wahrnehmung für Details zu schärfen. Beim Blindzeichnen konzentriert sich der Zeichner vollständig auf das Motiv und dessen Konturen, ohne dabei auf das entstehende Bild zu blicken. Dies führt oft zu überraschenden, expressiven Ergebnissen, die eine ganz eigene ästhetische Qualität besitzen.

Tobias Pils: Meister der experimentellen Zeichnung

Tobias Pils, geboren 1971 in Linz, zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Zeichnern Österreichs. Seine Werke, die sich durch eine charakteristische Mischung aus Präzision und Spontaneität auszeichnen, wurden bereits in renommierten Museen wie der Albertina Wien oder dem Museum der Moderne Salzburg ausgestellt. Sein Werk "Blindensturz", das als Inspiration für den Workshop dient, exemplifiziert seine experimentelle Herangehensweise an das Medium Zeichnung.

Die Zusammenarbeit mit Gerlind Zeilner, einer erfahrenen Kunstvermittlerin und selbst aktiven Künstlerin, gewährleistet eine professionelle und gleichzeitig kindgerechte Heranführung an diese anspruchsvolle Technik. Zeilner hat sich in den letzten Jahren besonders auf die Kunstvermittlung für junge Zielgruppen spezialisiert und bringt umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Familien mit.

Vielfältiges Programm für alle Sinne

Das Osterferienprogramm des mumok geht weit über den Zeichenworkshop hinaus und bietet eine beeindruckende Bandbreite an kreativen Aktivitäten. Der Workshop "KlangFarben" verbindet Musik und Malerei auf innovative Weise. Hierbei kommen Boomwhackers zum Einsatz – farbige Percussion-Röhren, die verschiedene Töne erzeugen. Diese werden mit Gouache Sticks kombiniert, um "Bildmelodien" zu malen.

Synästhesie, die Verknüpfung verschiedener Sinneswahrnehmungen, bildet die wissenschaftliche Grundlage für diesen Workshop. Etwa vier Prozent der Bevölkerung erleben Synästhesie natürlich, aber durch gezielte Übungen kann jeder lernen, Verbindungen zwischen Farben und Tönen herzustellen. Diese Fähigkeit fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch die neurologische Vernetzung im Gehirn.

Handwerkliche Traditionen modern interpretiert

Der Workshop "Trockenton-Zauber" am 2. April führt junge Teilnehmer in die jahrtausendealte Kunst des Modellierens ein. Trockenton, auch als "Air-Dry Clay" bekannt, bietet gegenüber herkömmlichem Ton den Vorteil, dass er ohne Brennofen aushärtet. Diese Eigenschaft macht ihn besonders geeignet für Workshops mit Kindern, da die Ergebnisse bereits nach wenigen Tagen vollständig getrocknet und haltbar sind.

Die Bildhauerei und das Modellieren haben in der österreichischen Kunsttradition eine lange Geschichte. Von den barocken Meisterwerken eines Franz Xaver Messerschmidt bis hin zu zeitgenössischen Skulpturen von Erwin Wurm reicht die Bandbreite österreichischer Plastik. Der Workshop ermöglicht es Kindern, in diese Tradition einzutauchen und gleichzeitig ihre eigenen kreativen Ideen zu verwirklichen.

Drucktechnik: Von Gutenberg bis zur Moderne

Die Druckwerkstatt am 3. April eröffnet Einblicke in eine der revolutionärsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte. Seit Johannes Gutenbergs beweglichen Lettern um 1450 hat sich die Drucktechnik kontinuierlich weiterentwickelt. Im Workshop können Kinder verschiedene Techniken ausprobieren: vom klassischen Hochdruck über Stempel bis hin zu modernen experimentellen Verfahren.

Besonders interessant ist der Einsatz einer echten Druckerpresse, die den Teilnehmern vermittelt, wie kraftaufwendig und präzise die traditionelle Druckkunst ist. Diese haptische Erfahrung steht im starken Kontrast zur digitalen Welt und schärft das Bewusstsein für handwerkliche Fertigkeiten. In Österreich gibt es noch immer aktive Druckereien, die traditionelle Techniken pflegen, wie etwa die Wiener Werkstätte oder kleinere Ateliers in Salzburg und Graz.

Interaktive Entdeckungsreise durch die Museumsgeschichte

Die Oster-Rallye durch die Ausstellung "Nie endgültig! Das Museum im Wandel" verbindet Spiel mit kultureller Bildung auf clevere Weise. Museumsrallyes haben sich in den letzten Jahrzehnten als eines der effektivsten Mittel der Kunstvermittlung etabliert. Sie aktivieren verschiedene Lerntypen gleichzeitig: visuelle Lerner durch die Kunstbetrachtung, kinästhetische durch das aktive Suchen und Bewegen, und auditive durch Diskussionen mit Begleitpersonen.

Das Konzept der versteckten Ostereier-Bilder greift eine alte Tradition auf: Bereits in der Renaissance versteckten Künstler Symbole und geheime Botschaften in ihren Werken. Diese "Easter Eggs" – ein Begriff, der heute auch in der digitalen Welt verwendet wird – schulen den Blick für Details und fördern die genaue Betrachtung von Kunstwerken.

Freispiel als pädagogisches Konzept

Die mumok Freispielstation, die während der gesamten Osterferien geöffnet ist, basiert auf modernen pädagogischen Erkenntnissen. Freispiel gilt in der Entwicklungspsychologie als essentiell für die kindliche Entwicklung. Es fördert Kreativität, Problemlösungsfähigkeiten und soziale Kompetenzen ohne äußeren Leistungsdruck.

Die Ausstattung mit Lego-Steinen, Collage-Magnetwänden und Stapelsteinen entspricht neuesten Erkenntnissen der Spielpädagogik. Diese Materialien bieten unendliche Kombinationsmöglichkeiten und sprechen verschiedene Entwicklungsstufen an. Besonders interessant ist die Integration von Retro-Gaming und Spielzeugen aus den 1980er Jahren, die einen intergenerationellen Dialog zwischen Eltern und Kindern ermöglicht.

Kulturelle Bildung in Österreich im Wandel

Das umfangreiche Osterprogramm des mumok spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel in der Kunstvermittlung wider. Während Museen früher primär als Bewahrungsstätten fungierten, verstehen sie sich heute zunehmend als aktive Bildungspartner. Österreichische Museen haben in den letzten Jahren ihre Vermittlungsaktivitäten stark ausgebaut – ein Trend, der sich auch in Deutschland und der Schweiz beobachten lässt.

Im Vergleich zu anderen österreichischen Museen nimmt das mumok eine Vorreiterrolle ein. Während das Kunsthistorische Museum Wien eher auf klassische Führungen setzt, und das Museum der Moderne Salzburg verstärkt auf digitale Vermittlung fokussiert, kombiniert das mumok traditionelle handwerkliche Workshops mit innovativen pädagogischen Ansätzen. Diese Diversifizierung entspricht internationalen Best Practices und macht Kunst für verschiedene Zielgruppen zugänglich.

Praktische Informationen und gesellschaftliche Relevanz

Die Workshops sind altersgerecht konzipiert und berücksichtigen verschiedene Entwicklungsstufen. Während die Oster-Rallye bereits für Kindergartenkinder geeignet ist, richten sich die handwerklichen Workshops primär an Schulkinder. Die Kosten für die Teilnahme bleiben bewusst moderat, um kulturelle Bildung auch für einkommensschwächere Familien zugänglich zu machen – ein wichtiger Aspekt der kulturpolitischen Verantwortung öffentlicher Institutionen.

Das Programm läuft von Palmsamstag, 28. März, bis Ostermontag, 5. April, und nutzt damit die gesamte Ferienzeit optimal aus. Für berufstätige Eltern bietet dies eine wertvolle Betreuungsalternative, die gleichzeitig Bildungscharakter hat. Die verschiedenen Zeitslots ermöglichen es Familien, das Programm flexibel in ihre Ferienplanung zu integrieren.

Zukunftsperspektive der Museumspädagogik

Das Osterprogramm des mumok weist den Weg für die Zukunft der Museumspädagogik. Die Kombination aus renommierten Künstlern, professioneller Vermittlung und innovativen Formaten könnte Modellcharakter für andere Institutionen entwickeln. Besonders die Einbindung aktiver Künstler in Vermittlungsprogramme eröffnet neue Dimensionen der authentischen Kunsterfahrung.

In einer Zeit, in der digitale Medien den Alltag von Kindern dominieren, gewinnen haptische und sinnliche Erfahrungen wieder an Bedeutung. Das mumok-Programm antwortet auf diese gesellschaftliche Entwicklung mit einem bewusst analogen Angebot, das gleichzeitig modern und zeitgemäß ist. Diese Balance zwischen Tradition und Innovation dürfte wegweisend für die weitere Entwicklung der Kunstvermittlung in Österreich sein.

Anmeldungen für die Workshops sind über die Website des Museums möglich. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl und der Beteiligung prominenter Künstler wie Tobias Pils ist eine frühzeitige Buchung empfehlenswert. Das detaillierte Programm mit allen Terminen, Preisen und Anmeldemöglichkeiten findet sich unter mumok.at.

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