Wien (OTS) - Seit Herbst 2025 zieht die Ausstellung über die flämische Barockmalerin Michaelina Wautier im Kunsthistorischen Museum in Wien zahlreiche Kunstliebhaber an. Bis zum 22. Februar 2026 haben Besucher die Gelegenheit, eine nahezu vollständige Sammlung ihrer Werke zu bestaunen. Diese Ausstel
Wien (OTS) - Seit Herbst 2025 zieht die Ausstellung über die flämische Barockmalerin Michaelina Wautier im Kunsthistorischen Museum in Wien zahlreiche Kunstliebhaber an. Bis zum 22. Februar 2026 haben Besucher die Gelegenheit, eine nahezu vollständige Sammlung ihrer Werke zu bestaunen. Diese Ausstellung ist ein bedeutender Schritt in der Kunstwelt, da sie das Schaffen einer der faszinierendsten Künstlerinnen des 17. Jahrhunderts ins Rampenlicht rückt. Wautier, die zwischen 1614 und 1618 geboren wurde und 1689 verstarb, ist eine der spannendsten Wiederentdeckungen der letzten Jahrzehnte.
Die Ausstellung im Kunsthistorischen Museum bietet einen umfassenden Einblick in das Werk von Michaelina Wautier, einer Künstlerin, die lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Trotz ihrer nachweisbaren Erfolge am Brüsseler Hof und bei bedeutenden Auftraggebern wurden ihre Werke oft fälschlicherweise anderen Künstlern zugeschrieben. Dies lag nicht zuletzt daran, dass man einer Frau im 17. Jahrhundert solch eine künstlerische Meisterschaft nicht zutraute. Die Ausstellung korrigiert diese historischen Fehler und erweitert unser Verständnis der Barockmalerei nachhaltig.
Michaelina Wautier lebte in einer Zeit, in der Frauen in der Kunstwelt kaum Anerkennung fanden. Dennoch gelang es ihr, sich über gesellschaftliche Konventionen hinwegzusetzen und ein beeindruckendes Werk zu schaffen. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine einzigartige Originalität und psychologische Tiefe aus, die sie mit den großen Meistern ihrer Zeit auf eine Stufe stellt. Besonders ihre Porträts und Historiengemälde zeigen eine souveräne Beherrschung der Malerei, die sie mit Künstlern wie Peter Paul Rubens und Antonys Van Dyck vergleichbar macht.
Im Vergleich zu ihren männlichen Zeitgenossen wie Rubens und Van Dyck, die ebenfalls in Flandern wirkten, zeigt Wautier eine bemerkenswerte Eigenständigkeit. Während Rubens für seine dynamischen Kompositionen und Van Dyck für seine eleganten Porträts bekannt sind, kombiniert Wautier beide Elemente mit einer humorvollen und originellen Note. In Österreich ist diese Ausstellung besonders relevant, da sie das Bewusstsein für weibliche Künstlerinnen stärkt, die oft im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen. In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Bestrebungen, vergessene Künstlerinnen wiederzuentdecken, doch die Ausstellung in Wien ist in ihrer Vollständigkeit einzigartig.
Die Wiederentdeckung von Michaelina Wautier hat weitreichende Auswirkungen auf die Kunstwelt. Sie ermöglicht eine Neubewertung der Barockmalerei und stellt die Frage nach der Rolle der Frau in der Kunstgeschichte neu. Für das Kunsthistorische Museum ist die Ausstellung ein Meilenstein, da sie nicht nur das Werk einer vergessenen Künstlerin präsentiert, sondern auch die Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit in der Kunst fördert. Besucher können sich auf eine Vielzahl von Führungen und ein umfassendes Rahmenprogramm freuen, das tiefere Einblicke in das Leben und Werk der Künstlerin bietet.
Seit der Eröffnung im Herbst 2025 haben bereits über 120.000 Menschen die Ausstellung besucht. Das Interesse an Wautiers Werk ist enorm, was sich auch in der hohen Nachfrage nach Timeslot-Tickets zeigt, die den Zugang zur Ausstellung regeln. Die Ausstellung umfasst zahlreiche Werke aus privaten Sammlungen und namhaften Leihgebern, darunter die Royal Collection von König Charles III. Besonders hervorzuheben ist die Serie der Fünf Sinne, die erstmals vollständig in Europa zu sehen ist.
Nach dem Ende der Ausstellung in Wien wird eine reduzierte Version in der Royal Academy in London gezeigt. Diese internationale Präsentation unterstreicht die Bedeutung von Wautiers Werk und trägt zur weiteren Verbreitung ihres künstlerischen Erbes bei. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass Michaelina Wautier zunehmend in den Kanon der bedeutenden Barockkünstler aufgenommen wird und ihr Werk in weiteren Ausstellungen weltweit gewürdigt wird.
Die Ausstellung über Michaelina Wautier im Kunsthistorischen Museum Wien ist ein Muss für Kunstliebhaber und alle, die sich für die Geschichte der Barockmalerei interessieren. Sie bietet nicht nur einen faszinierenden Einblick in das Werk einer wiederentdeckten Meisterin, sondern regt auch zur Reflexion über die Rolle der Frau in der Kunstgeschichte an. Besuchen Sie die Ausstellung noch bis zum 22. Februar 2026 und erleben Sie die beeindruckende Kunst einer außergewöhnlichen Frau. Weitere Informationen und Tickets finden Sie auf der Website des Kunsthistorischen Museums.