Am 18. Januar 2026, dem Tag des Ehrenamts, wurde in Österreich ein dringender Appell an die Bundesregierung gerichtet. Mentoring Austria, der Dachverband für Kinder- und Jugendbegleitung, korrigierte eine frühere Pressemitteilung und betonte die Notwendigkeit, das soziale Mentoring als zentrale Zuku
Am 18. Januar 2026, dem Tag des Ehrenamts, wurde in Österreich ein dringender Appell an die Bundesregierung gerichtet. Mentoring Austria, der Dachverband für Kinder- und Jugendbegleitung, korrigierte eine frühere Pressemitteilung und betonte die Notwendigkeit, das soziale Mentoring als zentrale Zukunftsressource unseres Landes zu stärken. In Österreich engagiert sich jede dritte Person freiwillig, viele davon im Bereich des sozialen Mentorings. Doch trotz der hohen Beteiligung bleibt dieser Bereich oft unterfinanziert und unterschätzt.
Soziales Mentoring ist eine Form des freiwilligen Engagements, bei der eine erwachsene Person einem jungen Menschen Zeit und Unterstützung bietet. Diese Beziehung ist weder ein Luxus noch ein „Nice-to-have“, sondern eine essenzielle Ressource, die jungen Menschen hilft, sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden. Mentoring wirkt präventiv gegen Einsamkeit und psychische Herausforderungen und bietet Unterstützung dort, wo systemische Angebote oft nicht ausreichen.
Freiwilliges Engagement hat in Österreich eine lange Tradition. Bereits in der Nachkriegszeit spielten ehrenamtliche Helfer eine entscheidende Rolle im Wiederaufbau des Landes. Mit der Zeit hat sich das Ehrenamt weiterentwickelt und diversifiziert. Heute umfasst es eine Vielzahl von Bereichen, von der Katastrophenhilfe bis hin zu sozialen Diensten. Das soziale Mentoring ist eine relativ neue, aber schnell wachsende Sparte, die in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen hat.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in puncto freiwilliges Engagement sehr gut abschneidet. Während in Deutschland etwa ein Drittel der Bevölkerung ehrenamtlich tätig ist, liegt dieser Wert in der Schweiz etwas höher. Österreich bewegt sich mit ähnlichen Zahlen auf einem vergleichbaren Niveau, wobei das soziale Mentoring in allen drei Ländern zunehmend als wichtiger Bestandteil des sozialen Gefüges anerkannt wird.
Das soziale Mentoring hat direkte Auswirkungen auf das Leben der jungen Menschen in Österreich. Ein Beispiel ist die Unterstützung beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Viele Jugendliche profitieren von der Erfahrung und den Netzwerken ihrer Mentoren, was ihnen hilft, berufliche Orientierung zu finden und erfolgreich in den Arbeitsmarkt einzutreten. Studien zeigen, dass junge Menschen mit Mentor*innen bessere schulische Leistungen erzielen und seltener die Schule abbrechen.
In Österreich engagieren sich über 10.000 Mentor*innen freiwillig in verschiedenen Programmen. Diese Programme sind oft lokal organisiert, erhalten aber zunehmend auch bundesweite Unterstützung. Statistiken belegen, dass Mentoring-Programme die Bildungs- und Berufschancen von Jugendlichen signifikant verbessern. Trotz dieser Erfolge bleibt die finanzielle Unterstützung für solche Programme oft unzureichend.
Der offene Brief von Mentoring Austria fordert die Bundesregierung auf, das Potenzial des sozialen Mentorings voll auszuschöpfen. Dazu gehört die Schaffung einer eigenen Förderlinie für Mentoringprogramme, die Verankerung in relevanten Strategien und die sichtbare Anerkennung des Engagements der Mentor*innen. Langfristig könnte eine stärkere Unterstützung des sozialen Mentorings dazu beitragen, die sozialen Herausforderungen des Landes zu bewältigen und die Resilienz der Gesellschaft zu stärken.
Die Förderung des sozialen Mentorings in Österreich ist nicht nur eine Investition in die Zukunft der jungen Generation, sondern auch in die Gesellschaft als Ganzes. Der offene Brief von Mentoring Austria sollte als Weckruf verstanden werden, um die Bedeutung dieser Ressource anzuerkennen und zu stärken. Die Bundesregierung ist nun gefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Wie könnte Ihrer Meinung nach das soziale Mentoring in Österreich weiter gestärkt werden? Teilen Sie uns Ihre Gedanken mit und lesen Sie mehr über ähnliche Initiativen auf unserer Website.