Am 05. Dezember 2025, einen Tag vor der Gruppenauslosung zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Washington DC, wurde in Wien die Initiative „GAME ON! Sport für Menschenrechte“ ins Leben gerufen. Diese österreichische Initiative, bestehend aus 15 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Medien und S
Am 05. Dezember 2025, einen Tag vor der Gruppenauslosung zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Washington DC, wurde in Wien die Initiative „GAME ON! Sport für Menschenrechte“ ins Leben gerufen. Diese österreichische Initiative, bestehend aus 15 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Medien und Sport, fordert die Einhaltung von Menschenrechten bei der bevorstehenden WM in Nordamerika. Die Veranstaltung, die in Kanada, Mexiko und den USA stattfinden wird, steht unter besonderer Beobachtung, da die FIFA erstmals eine Menschenrechtsstrategie für die Weltmeisterschaft veröffentlicht hat.
Sportgroßereignisse wie die FIFA-Weltmeisterschaft ziehen weltweit Aufmerksamkeit auf sich. Diese Veranstaltungen sind nicht nur sportliche Highlights, sondern auch Plattformen, auf denen politische und soziale Themen verhandelt werden. Die FIFA WM 2026 wird in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen, Ländern, die auf den ersten Blick als demokratische Staaten gelten. Doch bei genauerem Hinsehen offenbaren sich menschenrechtliche Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können.
Der Begriff „Menschenrechte“ bezeichnet grundlegende Rechte, die jedem Menschen zustehen, unabhängig von Nationalität, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion oder anderen Statusmerkmalen. Diese Rechte sind in internationalen Abkommen wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben. Im Kontext von Sportgroßereignissen wie der FIFA WM bedeutet dies, dass die Rechte aller Beteiligten – von den Athleten bis zu den lokalen Gemeinschaften – respektiert und geschützt werden müssen.
In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Kritik an der Durchführung von Sportgroßereignissen in Ländern mit fragwürdigen Menschenrechtsbilanzen. Die Weltmeisterschaft 2018 in Russland und die WM 2022 in Katar wurden stark kritisiert. Diese Erfahrungen haben die FIFA dazu veranlasst, eine Menschenrechtsstrategie für die WM 2026 zu entwickeln. Diese Strategie soll sicherstellen, dass die Veranstaltung nicht nur sportlich erfolgreich, sondern auch sozial verantwortungsvoll ist.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch in anderen Ländern ähnliche Herausforderungen bestehen. In Deutschland und der Schweiz, die ebenfalls Gastgeber von internationalen Sportveranstaltungen waren, wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Menschenrechtslage ergriffen. Diese Erfahrungen können als Vorbild dienen, um die WM 2026 menschenrechtskonform zu gestalten.
Die Durchführung der WM 2026 in Nordamerika könnte weitreichende Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung haben. In den USA spitzt sich die Situation rund um Einwanderungspolitik und Pressefreiheit zu. In Mexiko sind die hohen Femizidraten ein ernstes Problem, und in Kanada gibt es Rückschritte beim Schutz indigener Rechte. Diese Herausforderungen müssen adressiert werden, um sicherzustellen, dass die WM nicht zur Verschärfung bestehender Probleme beiträgt.
Die FIFA erwartet, dass die WM 2026 über 11 Milliarden Dollar an Einnahmen generieren wird. Diese enormen Summen werfen Fragen auf, wie diese Gelder verwendet werden und wer letztlich davon profitiert. Es ist entscheidend, dass ein Teil dieser Einnahmen in die Verbesserung der Menschenrechtssituation in den Austragungsländern investiert wird.
Hanna Stepanik, Projektleiterin bei der fairplay Initiative, betont die Notwendigkeit, die positive Entwicklung der Berichterstattung über Menschenrechte bei Sportgroßereignissen fortzusetzen. Jennifer Li, Koordinatorin von Dignity 2026, fordert die FIFA und die Austragungsländer auf, ihre Menschenrechtspflichten ernst zu nehmen. Aurelia Velasco und Philipp Budka kritisieren die mangelnde Einbindung indigener Gemeinschaften und fordern echte Mitsprache.
Die Zukunft der WM 2026 hängt stark davon ab, wie die FIFA und die Austragungsländer mit den menschenrechtlichen Herausforderungen umgehen. Es besteht die Chance, dass die Veranstaltung als Vorbild für zukünftige Sportgroßereignisse dient, wenn sie es schafft, die Menschenrechte in den Mittelpunkt zu stellen. Andernfalls könnte sie bestehende Ungleichheiten verstärken.
Die FIFA WM 2026 bietet eine einmalige Gelegenheit, Sport und Menschenrechte miteinander zu verbinden. Die Initiative „GAME ON! Sport für Menschenrechte“ zeigt, dass es möglich ist, eine breite Allianz für die Einhaltung von Menschenrechten zu mobilisieren. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, ob die Versprechen der FIFA und der Austragungsländer eingelöst werden.
Interessierte Leser können sich auf der Website der fairplay Initiative weiter über die Fortschritte informieren und an den geplanten Veranstaltungen teilnehmen.