Am 4. November 2025 wurden im prunkvollen Haus der Industrie in Wien die renommierten MedienLÖWINNEN und der MedienLÖWE verliehen. Diese prestigeträchtigen Auszeichnungen würdigen herausragende journalistische Leistungen in Österreich und setzen ein Zeichen gegen News-Fatigue und Fake-News. Doch was
Am 4. November 2025 wurden im prunkvollen Haus der Industrie in Wien die renommierten MedienLÖWINNEN und der MedienLÖWE verliehen. Diese prestigeträchtigen Auszeichnungen würdigen herausragende journalistische Leistungen in Österreich und setzen ein Zeichen gegen News-Fatigue und Fake-News. Doch was steckt hinter diesen Preisen, die in der Medienlandschaft für Aufsehen sorgen?
Nina Horaczek, eine der bekanntesten Journalistinnen Österreichs, wurde mit der Goldenen MedienLÖWIN 2025 ausgezeichnet. Dieser Preis wird an Frauen vergeben, die nicht nur durch ihre journalistische Arbeit, sondern auch durch ihr Lebenswerk und ihre Vorbildwirkung beeindrucken. Horaczek, bekannt für ihre fundierte Recherche und klare Sprache, ist seit fast zwei Jahrzehnten eine zentrale Figur in der Aufklärung über Rechtspopulismus, Migration und Frauenrechte.
Horaczek ist nicht nur eine Journalistin, sondern auch eine Buchautorin, die sich unermüdlich für politische Debatten einsetzt. Ihre Arbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Humanitätspreis des Roten Kreuzes. „Ich hatte vom ersten Tag an tolle Kolleginnen, die mich unterstützt haben. Dafür steht auch ein bisschen dieser Preis“, sagte Horaczek gerührt.
Die Silberne MedienLÖWIN ging an Veronika Mauler für ihr Feature „Alt, arm, weiblich“ im Ö1 Journal Panorama. Mauler beleuchtet in ihrer Reportage die Armut von Frauen im Alter, ein Thema, das durch den sogenannten Pension-Gap, also die Lücke zwischen Männer- und Frauenpensionen, verschärft wird.
Mauler nähert sich dem Thema über individuelle Schicksale und ergänzt diese mit harten Fakten und Zahlen. „Armut ist ein sehr schambehaftetes Thema und die Betroffenen hauptsächlich Frauen, Alleinerzieherinnen und Pensionistinnen. Es war nicht leicht. Ich hoffe, ich konnte auch zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, nicht nur lamentieren“, erklärt Mauler.
Die Jury der Silbernen MedienLÖWIN betonte die Bedeutung von Maulers Arbeit in einer Zeit, in der Frauenpolitik aus dem medialen Diskurs zu verschwinden droht. „Gerade jetzt, wenn Demokratie insgesamt immer mehr unter Druck kommt, ist es brandgefährlich, dass Frauenpolitik als Ganzes fast völlig aus dem öffentlich-medialen Diskurs verschwunden ist“, warnte die Jury-Vorsitzende Elisabeth Pechmann.
Der MedienLÖWE 2025 wurde an das Team hinter der Berichterstattung zum Fall Gisèle Pelicot auf orf.at verliehen. Unter der Leitung von Julia Ortner gelang es dem Team, die Geschichte des sexuellen Missbrauchs an der Französin Gisèle Pelicot und die daraus entstandene Bewegung sensibel und seriös zu vermitteln.
Der Fall Pelicot, der sich um den Missbrauch durch ihren Ehemann dreht, wurde nicht nur juristisch aufgearbeitet, sondern führte auch zu einer Bewegung, die das Thema Frauenhass und systematische Gewalt in den Fokus rückt. „Einfühlsam, aber klar wird in der Serie auf orf.at die Geschichte einer Selbstermächtigung nachgezeichnet“, lobte die Jury.
Der MedienLÖWE richtet sich an Teams und Redaktionen, die sich nachhaltig und strukturiert für die Lebensrealität von Frauen einsetzen. Die Statue wird von den Österreichischen Lotterien gefördert und würdigt besondere Schwerpunkte oder Initiativen in der Berichterstattung.
In einer Zeit, in der Fake-News und sogenannte News-Fatigue, also die Ermüdung durch die ständige Flut an Nachrichten, zunehmen, sind solche Auszeichnungen wichtiger denn je. Sie heben herausragende journalistische Leistungen hervor und setzen Standards für Qualität und Integrität in der Berichterstattung.
Die MedienLÖWINNEN und der MedienLÖWE sind nicht nur Preise, sondern auch ein Appell an die gesamte Medienbranche, sich auf die wesentlichen Themen zu konzentrieren und diese mit Tiefgang und Verantwortung zu behandeln.
Der Journalistinnenkongress und die Medienpreise 2025 zeigen, dass es immer noch Hoffnung und Engagement für eine bessere Berichterstattung gibt. Die ausgezeichneten Arbeiten sind Beispiele dafür, wie Journalismus aussehen kann, der nicht nur informiert, sondern auch inspiriert und aufklärt.
In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt die Verantwortung der Medien bestehen, die Wahrheit zu suchen und zu berichten. Die MedienLÖWINNEN und der MedienLÖWE sind ein Symbol dafür, dass es in der Medienbranche noch immer mutige und engagierte Stimmen gibt, die für diese Werte einstehen.
Für weitere Informationen und die vollständige Pressemitteilung besuchen Sie bitte den Original-Link.