Am 5. Februar 2026 veröffentlichte der Berufsverband logopädieaustria einen offenen Brief, der die Aufmerksamkeit auf ein wachsendes Problem in Österreich lenkt: den übermäßigen Medienkonsum von Kindern. Diese Thematik betrifft nicht nur Eltern und Erziehungsberechtigte, sondern auch das Bildungssys
Am 5. Februar 2026 veröffentlichte der Berufsverband logopädieaustria einen offenen Brief, der die Aufmerksamkeit auf ein wachsendes Problem in Österreich lenkt: den übermäßigen Medienkonsum von Kindern. Diese Thematik betrifft nicht nur Eltern und Erziehungsberechtigte, sondern auch das Bildungssystem und die Politik. Der Brief unterstreicht die Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um die negativen Auswirkungen digitaler Medien auf die kindliche Entwicklung zu minimieren.
In den letzten Jahren hat der Medienkonsum von Kindern in Österreich erheblich zugenommen. Studien zeigen, dass bereits Kleinkinder regelmäßig mit digitalen Geräten in Kontakt kommen. Diese Entwicklung wirft Fragen auf, wie sich dies auf ihre sprachliche, soziale und emotionale Entwicklung auswirkt. Der Berufsverband logopädieaustria weist darauf hin, dass ein übermäßiger Konsum digitaler Medien Entwicklungsstörungen verstärken kann.
Der Begriff 'Medienkonsum' bezieht sich auf die Nutzung von digitalen Geräten wie Smartphones, Tablets und Computern. Für Kinder kann ein übermäßiger Medienkonsum zu Problemen wie Aufmerksamkeitsdefiziten und Sprachentwicklungsstörungen führen. Diese Störungen erschweren die Kommunikation und das Lernen in der Schule.
Die Nutzung digitaler Medien hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant entwickelt. In den frühen 2000er Jahren waren Computer und das Internet hauptsächlich Erwachsenen vorbehalten. Mit der Einführung von Smartphones und Tablets hat sich dies geändert. Heute haben viele Kinder bereits im Vorschulalter Zugang zu diesen Technologien. Diese Entwicklung hat die Art und Weise, wie Kinder lernen und kommunizieren, grundlegend verändert.
In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Herausforderungen. Beide Länder haben Programme zur Förderung eines gesunden Medienkonsums bei Kindern eingeführt. In der Schweiz gibt es beispielsweise Initiativen, die Eltern über die Risiken eines übermäßigen Medienkonsums informieren. Deutschland hat in den letzten Jahren verstärkt auf Medienkompetenz in Schulen gesetzt, um Kinder besser auf den Umgang mit digitalen Medien vorzubereiten.
Die Auswirkungen eines übermäßigen Medienkonsums sind vielfältig. Kinder, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, haben oft Schwierigkeiten, sich in der Schule zu konzentrieren. Dies kann zu schlechteren schulischen Leistungen führen. Eltern berichten auch von vermehrten Konflikten zu Hause, wenn es um die Nutzung digitaler Geräte geht. Langfristig können solche Probleme die beruflichen Chancen der Kinder beeinträchtigen.
Statistiken zeigen, dass in Österreich über 70% der Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren regelmäßig digitale Medien nutzen. Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer liegt bei etwa zwei Stunden. Experten warnen, dass diese Zahlen weiter steigen könnten, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Um die Situation zu verbessern, fordern Experten Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen. Dazu gehören Bildungsprogramme, die Eltern und Kinder über die Risiken eines übermäßigen Medienkonsums aufklären. Auch die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien fördern. Langfristig könnte dies dazu beitragen, die negativen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung zu minimieren.
Der offene Brief des Berufsverbands logopädieaustria ist ein Weckruf für alle Beteiligten. Es liegt in der Verantwortung von Politik, Bildungseinrichtungen und Eltern, gemeinsam Lösungen zu finden. Ein bewusster Umgang mit digitalen Medien kann nicht nur die Entwicklung der Kinder fördern, sondern auch die Grundlage für eine gesunde Gesellschaft schaffen. Wie sehen Sie die Rolle der Politik in diesem Prozess?