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Marinomed AG sammelt 2,23 Mio. Euro durch Kapitalerhöhung ein

13. April 2026 um 16:17
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Das österreichische Biotechnologie-Unternehmen Marinomed Biotech AG aus Korneuburg hat am 13. April 2026 eine erfolgreiche Kapitalerhöhung abgeschlossen und dabei brutto rund 2,23 Millionen Euro ei...

Das österreichische Biotechnologie-Unternehmen Marinomed Biotech AG aus Korneuburg hat am 13. April 2026 eine erfolgreiche Kapitalerhöhung abgeschlossen und dabei brutto rund 2,23 Millionen Euro eingesammelt. Die Transaktion übertraf sogar das angestrebte Mindestvolumen von zwei Millionen Euro und stärkt die finanzielle Basis des börsennotierten Unternehmens erheblich. Mit den frischen Mitteln will das Unternehmen wichtige Meilensteine erreichen und die Vermarktung seiner Vorzeige-Medikamente Budesolv und Tacrosolv vorantreiben.

Kapitalerhöhung durch Bezugsrechtsemission erfolgreich abgeschlossen

Die am 19. März 2026 angekündigte Kapitalerhöhung wurde in zwei Stufen durchgeführt. Zunächst konnten bestehende Aktionäre im Rahmen einer Bezugsrechtsemission 33.322 neue Aktien zeichnen. Eine Bezugsrechtsemission ist ein Verfahren, bei dem bestehende Aktionäre das Recht haben, neue Aktien zu einem festgelegten Preis zu erwerben, bevor diese anderen Investoren angeboten werden. Dieses Instrument schützt die Anteilseigner vor einer Verwässerung ihrer Beteiligung und ist in Österreich ein gängiges Verfahren bei Kapitalerhöhungen börsennotierter Unternehmen.

Die nicht von Altaktionären gezeichneten Anteile wurden anschließend in einer Privatplatzierung ohne Prospektpflicht zu einem Zeichnungspreis von 14 Euro je Aktie angeboten. Bei einer Privatplatzierung werden Wertpapiere direkt an ausgewählte institutionelle oder qualifizierte Investoren verkauft, ohne dass diese öffentlich beworben werden müssen. Dies ermöglicht eine schnellere und kostengünstigere Kapitalbeschaffung. Im Rahmen dieser Privatplatzierung konnten zusätzlich 125.717 neue Aktien platziert werden.

Bedeutung der Finanzierung für Marinomed

Insgesamt wurden 159.039 neue Aktien ausgegeben, was das Grundkapital der Gesellschaft entsprechend erhöht. CEO Andreas Grassauer zeigt sich hocherfreut über das Ergebnis: "Wir sind begeistert von der erfolgreichen Kapitalerhöhung. Sie bestätigt das starke Vertrauen der Investoren in unser Unternehmen und sichert die finanzielle Grundlage, die wir benötigen, um unsere geplanten Meilensteine zu erreichen."

Die Mittel sollen vor allem dazu verwendet werden, die antizipierten Liquiditätserfordernisse zu decken und die Position des Unternehmens in den laufenden Verhandlungen zur Vermarktung der Flaggschiff-Produkte Budesolv und Tacrosolv zu stärken. Budesolv ist ein innovatives Medikament zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, das auf der patentierten Marinosolv-Technologie basiert. Tacrosolv hingegen ist eine Weiterentwicklung eines bekannten Immunsuppressivums mit verbesserter Bioverfügbarkeit.

Die Marinosolv-Technologie als Schlüssel zum Erfolg

Das Herzstück von Marinomedls Geschäftsmodell ist die proprietäre Marinosolv-Technologie. Diese innovative Plattformtechnologie verbessert die Löslichkeit und Bioverfügbarkeit von schwer löslichen Verbindungen erheblich. In der Pharmazie ist die schlechte Wasserlöslichkeit vieler Wirkstoffe ein großes Problem, da sie die Aufnahme im Körper erschwert und damit die therapeutische Wirkung reduziert. Die Marinosolv-Technologie löst dieses Problem durch spezielle Formulierungen, die auf natürlichen Carrageenanen basieren - Substanzen, die aus Rotalgen gewonnen werden.

Diese Technologie hat das Potenzial, die Wirksamkeit bestehender Medikamente deutlich zu verbessern oder bisher nicht therapierbare Krankheiten behandelbar zu machen. Besonders im Bereich der autoreaktiven Immunstörungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet, eröffnet die Technologie neue Therapiemöglichkeiten. Dazu gehören Erkrankungen wie Multiople Sklerose, rheumatoide Arthritis oder entzündliche Darmerkrankungen.

Österreichs Biotech-Sektor im internationalen Vergleich

Marinomed ist ein Paradebeispiel für die wachsende Bedeutung des österreichischen Biotechnologie-Sektors. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, die bereits etablierte Biotech-Hubs haben, entwickelt sich Österreich zu einem wichtigen Standort für innovative Life-Science-Unternehmen. Während Deutschland mit Unternehmen wie BioNTech oder CureVac internationale Bekanntheit erlangte und die Schweiz mit Roche und Novartis zu den globalen Pharma-Giganten gehört, positioniert sich Österreich zunehmend als Hub für spezialisierte Biotechnologie-Unternehmen.

Der österreichische Biotech-Sektor profitiert von einer starken Forschungslandschaft, qualifizierten Fachkräften und einer unterstützenden Regierungspolitik. Programme wie die Forschungsförderungsgesellschaft FFG oder das Austria Wirtschaftsservice AWS bieten finanzielle Unterstützung für innovative Unternehmen. Gleichzeitig ermöglicht die Nähe zu wichtigen europäischen Märkten und die Mitgliedschaft in der EU einen einfachen Zugang zu internationalen Märkten.

Auswirkungen auf Investoren und Aktionäre

Für bestehende Aktionäre bedeutet die erfolgreiche Kapitalerhöhung zunächst eine Verwässerung ihrer Anteile, da mehr Aktien im Umlauf sind. Allerdings hatten sie durch die Bezugsrechtsemission die Möglichkeit, ihre relative Position zu halten. Der Zeichnungspreis von 14 Euro je Aktie liegt unter dem aktuellen Börsenkurs, was für die neuen Investoren attraktiv war und gleichzeitig zeigt, dass das Unternehmen bereit war, einen Abschlag zu akzeptieren, um die Finanzierung sicherzustellen.

Die Tatsache, dass die Kapitalerhöhung überzeichnet wurde und das angestrebte Mindestvolumen übertroffen wurde, ist ein positives Signal für das Vertrauen des Marktes in Marinomed. Institutionelle Investoren zeigten großes Interesse an den neuen Aktien, was auf die Attraktivität der Geschäftsstrategie und das Potenzial der Marinosolv-Technologie hinweist.

Börsliche Abwicklung und nächste Schritte

Die Abwicklung, Lieferung und der Handel aller neuen Aktien unter der bestehenden ISIN ATMARINOMED6 an der Wiener Börse wird voraussichtlich am 20. April 2026 stattfinden, vorbehaltlich der Eintragung der Kapitalerhöhung im Firmenbuch. Diese Eintragung ist ein formaler Akt, der die rechtliche Grundlage für die neuen Aktien schafft und deren Handelbarkeit ermöglicht.

Marinomed ist nicht nur an der Wiener Börse im offiziellen Markt gelistet, sondern auch im regulierten unoffiziellen Markt in mehreren deutschen Städten wie Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart sowie auf Tradegate BSX handelbar. Diese breite Listung ermöglicht es internationalen Investoren, einfacher in das Unternehmen zu investieren und erhöht die Liquidität der Aktie.

Zukunftsperspektiven und Entwicklungspipeline

Mit der gesicherten Finanzierung kann Marinomed nun seine ambitionierten Pläne vorantreiben. Das Unternehmen verfügt über eine wachsende Entwicklungspipeline innovativer, patentgeschützter Produkte, die alle auf der Marinosolv-Plattform basieren. Die nächsten wichtigen Meilensteine umfassen die Weiterentwicklung der klinischen Programme und die Vorbereitung auf Marktzulassungen.

Besonders die laufenden Verhandlungen zur Vermarktung von Budesolv und Tacrosolv sind entscheidend für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Diese Medikamente haben das Potenzial, sich als wichtige Therapieoptionen zu etablieren und könnten bei erfolgreicher Markteinführung erhebliche Umsätze generieren. Die verbesserte Finanzausstattung stärkt Marinomedls Verhandlungsposition gegenüber potenziellen Partnern und Lizenznehmern.

Langfristig plant das Unternehmen, seine Marinosolv-Technologie auf weitere Anwendungsbereiche auszuweiten und zusätzliche Medikamente zu entwickeln. Die Plattform-Technologie ermöglicht es, verschiedene Wirkstoffe zu optimieren und neue Indikationen zu erschließen. Dies schafft multiple Wertschöpfungsquellen und reduziert das Risiko einer Abhängigkeit von einzelnen Produkten.

Bedeutung für den Pharmastandort Österreich

Der Erfolg von Marinomed unterstreicht die wachsende Bedeutung Österreichs als Standort für innovative Pharmaunternehmen. Das Land hat in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Life-Science-Branche zu fördern. Cluster wie LISAvienna oder der Standort Kundl in Tirol, wo der Pharmakonzern Sandoz eine wichtige Produktionsstätte betreibt, zeigen die Vielfalt des österreichischen Pharmasektors.

Marinomed profitiert als österreichisches Unternehmen von verschiedenen Fördermaßnahmen und der Nähe zu wichtigen Forschungseinrichtungen. Die Universität Wien, die Medizinische Universität Wien und die Veterinärmedizinische Universität Wien bieten exzellente Forschungskapazitäten, von denen auch private Unternehmen profitieren können. Diese Synergien zwischen Wissenschaft und Industrie sind entscheidend für die Entwicklung innovativer Medikamente.

Die erfolgreiche Kapitalerhöhung von Marinomed ist somit nicht nur ein Erfolg für das Unternehmen selbst, sondern auch ein positives Signal für den gesamten österreichischen Biotech-Sektor. Sie zeigt, dass innovative österreichische Unternehmen das Vertrauen internationaler Investoren gewinnen können und erfolgreich am Kapitalmarkt agieren. Dies könnte weitere Unternehmen ermutigen, den Schritt an die Börse zu wagen und Österreich als Standort für ihre Aktivitäten zu wählen.

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