Künstler Markus Schinwald gestaltet Präsentation der Wiener Moderne neu – Festvortrag von Daniel Kehlmann zur Eröffnung
Das MAK präsentiert ab Februar 2026 seine weltberühmte Wien-1900-Sammlung in völlig neuem Gewand. Künstler Markus Schinwald schuf atmosphärische Erlebnisräume.
Das Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien steht vor einem bedeutenden Meilenstein: Am 25. Februar 2026 eröffnet die vollständig neu konzipierte Schausammlung „WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk". Mit dieser Neuaufstellung präsentiert das renommierte Haus am Stubenring einen seiner international bedeutendsten Sammlungsbestände in völlig neuem Licht.
Für die Neugestaltung der permanenten Präsentation konnte das MAK den zeitgenössischen Künstler Markus Schinwald gewinnen. In enger Zusammenarbeit mit den Sammlungsleiterinnen und Sammlungsleitern des Hauses entwickelte Schinwald ein innovatives Konzept, das die Exponate der Wiener Moderne in einem völlig neuen Zusammenhang erscheinen lässt.
Der Ansatz des Künstlers ist dabei ebenso ambitioniert wie durchdacht: Es geht ihm darum, neue Anknüpfungspunkte und Brücken zur Gegenwart zu schaffen. Die Perspektive auf eine Ära, die bis heute Maßstäbe in Gestaltungsfragen setzt, soll damit erweitert und für ein zeitgenössisches Publikum zugänglich gemacht werden.
Die neue Schausammlung bricht mit konventionellen Präsentationsformen und setzt stattdessen auf eine an Themen orientierte Narration. Konsequente Perspektivenwechsel und präzise künstlerische Eingriffe ermöglichen es, die Exponate sowohl zu isolieren als auch neu zu kontextualisieren. Das Ergebnis sind atmosphärische Erlebnisräume, die den Besucherinnen und Besuchern ein unmittelbares und besonderes Erleben der Wiener Moderne ermöglichen.
Die Bedeutung der MAK-Sammlung zur Wiener Moderne kann kaum überschätzt werden. Der Bestand zählt zu den international bedeutendsten seiner Art und dokumentiert ein Kapitel der Kunstgeschichte, das wie kaum ein anderes die Entwicklung von Design, Architektur und angewandter Kunst beeinflusst hat.
Die Zeit um 1900 war in Wien geprägt von einer einzigartigen Verbindung verschiedener künstlerischer Disziplinen. Das Konzept des Gesamtkunstwerks – die Idee, dass alle Lebensbereiche nach ästhetischen Prinzipien gestaltet werden sollten – fand hier seine vollendete Ausprägung. Künstler, Architekten und Designer wie Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann und Otto Wagner schufen Werke, die vom Gemälde über das Möbelstück bis zum Gebäude reichten und dabei stets einem einheitlichen gestalterischen Anspruch folgten.
Der Titel der neuen Schausammlung „Alltag. Gesamtkunstwerk" verweist auf diese Besonderheit der Wiener Moderne: Die Grenze zwischen hoher Kunst und alltäglicher Gestaltung wurde aufgehoben. Ein Besteckset konnte ebenso zum Kunstwerk werden wie ein Gemälde, ein Stoffmuster ebenso bedeutsam sein wie eine Skulptur. Diese revolutionäre Haltung prägte nicht nur Wien, sondern strahlte in die ganze Welt aus und wirkt bis heute nach.
Die Neueröffnung der Schausammlung wird am Dienstag, dem 24. Februar 2026, gebührend gefeiert. Den Auftakt bildet um 10 Uhr eine Pressekonferenz, bei der MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein und Künstler Markus Schinwald das neue Konzept präsentieren werden.
Ein besonderes Highlight des Eröffnungstages ist der Festvortrag des international gefeierten Schriftstellers Daniel Kehlmann. Um 18.30 Uhr wird der Autor von Bestsellern wie „Die Vermessung der Welt" und „Tyll" über Wien 1900 und Markus Schinwalds künstlerischen Blick auf diese Epoche sprechen. Kehlmanns Teilnahme unterstreicht die kulturelle Bedeutung des Ereignisses und verspricht eine geistreiche Auseinandersetzung mit der Wiener Moderne aus literarischer Perspektive.
Die offizielle Eröffnung findet um 19 Uhr statt. Das MAK lädt alle Interessierten ein, bei diesem festlichen Anlass dabei zu sein – der Eintritt zur Eröffnung ist frei.
Das Museum für angewandte Kunst, 1863 als erstes seiner Art auf dem europäischen Kontinent gegründet, hat seit jeher eine besondere Beziehung zur Wiener Moderne. Viele der heute ausgestellten Objekte wurden bereits zu ihrer Entstehungszeit erworben, das Museum war und ist aktiver Teil der Wiener Designgeschichte.
Mit der Neuaufstellung unter der künstlerischen Konzeption von Markus Schinwald setzt das Haus diese Tradition fort. Die Entscheidung, einen zeitgenössischen Künstler mit der Gestaltung zu beauftragen, ist dabei mehr als eine kuratorische Wahl – sie ist ein Statement. Die Wiener Moderne soll nicht als abgeschlossene historische Epoche präsentiert werden, sondern als lebendige Quelle der Inspiration, die auch heute noch relevant ist.
Die neue Schausammlung gibt den herausragenden Beständen des MAK zur Wiener Moderne eine spektakuläre Bühne. Besucherinnen und Besucher werden in Szenerien geführt, die ein besonderes und unmittelbares Erleben ermöglichen. Der Anspruch ist hoch: Die Präsentation soll nicht nur informieren, sondern emotional berühren und neue Zugänge zu einer Epoche eröffnen, die das kulturelle Selbstverständnis Wiens bis heute prägt.
Die neue Schausammlung „WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk" ist ab dem 25. Februar 2026 dauerhaft im MAK am Stubenring 5 im ersten Wiener Gemeindebezirk zu besichtigen. Das Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erreichbar – die U-Bahn-Station Stubentor liegt in unmittelbarer Nähe.
Für Journalistinnen und Journalisten steht eine ausführliche Presseinformation inklusive Pressefotos auf der Website des MAK unter MAK.at/presse zum Download bereit. Die Anmeldung zur Pressekonferenz am 24. Februar 2026 um 10 Uhr ist per E-Mail an [email protected] möglich.
Die Neuaufstellung der Wien-1900-Sammlung dürfte sowohl für internationale Gäste als auch für Wienerinnen und Wiener ein Anziehungspunkt werden. Die Kombination aus weltbedeutenden Exponaten und innovativer zeitgenössischer Präsentation verspricht ein Museumserlebnis der besonderen Art. Wer verstehen will, wie Wien zur Welthauptstadt des Designs wurde und warum die Gestaltungsideen von vor mehr als einem Jahrhundert noch heute wirken, findet hier die Antworten – präsentiert auf eine Weise, die selbst dem hohen ästhetischen Anspruch der Wiener Moderne gerecht wird.