Am 16. Dezember 2025 stellte Wohnkommissar Dan Jørgensen in Straßburg den lang erwarteten Plan der EU-Kommission für leistbares Wohnen vor. Andreas Schieder, Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament für Wohnen und einziges österreichisches Mitglied im Wohnausschuss, betonte die Bed
Am 16. Dezember 2025 stellte Wohnkommissar Dan Jørgensen in Straßburg den lang erwarteten Plan der EU-Kommission für leistbares Wohnen vor. Andreas Schieder, Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament für Wohnen und einziges österreichisches Mitglied im Wohnausschuss, betonte die Bedeutung dieses Themas für die europäische Politik. Die steigenden Wohnkosten betreffen inzwischen nicht nur Geringverdiener, sondern auch die breite Mittelschicht in ganz Europa, von Österreich bis Spanien. Laut einer Studie der S&D-Fraktion haben 62% der Befragten Angst, sich niemals ein angemessenes Zuhause leisten zu können. Diese alarmierenden Zahlen fordern die Politik zum Handeln auf.
Der von Jørgensen vorgestellte Plan sieht umfassende Maßnahmen vor, um die Wohnkosten in Europa zu senken. Ein zentrales Element ist die Anpassung der Wettbewerbsregeln, um die Finanzierung von sozialem Wohnbau zu erleichtern. Dies soll nicht nur Geringverdienern, sondern auch der breiteren Bevölkerung zugutekommen. Darüber hinaus sollen Spekulationen eingedämmt und Kurzzeitvermietungen strenger reguliert werden, um den Mieter:innenschutz zu stärken.
Die Diskussion um leistbares Wohnen ist nicht neu. Bereits in den 1970er Jahren gab es in vielen europäischen Ländern Bemühungen, die Wohnkosten zu senken. In Österreich wurden damals staatliche Förderprogramme eingeführt, um den sozialen Wohnbau zu unterstützen. Diese Programme waren jedoch oft nicht ausreichend, um den steigenden Bedarf zu decken. In den letzten Jahrzehnten sind die Wohnkosten in vielen europäischen Städten stark gestiegen, was zu einer zunehmenden sozialen Ungleichheit geführt hat.
Ein Blick auf die Nachbarländer zeigt, dass auch Deutschland und die Schweiz mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind. In Deutschland wurden in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Wohnkosten zu senken, darunter die Einführung einer Mietpreisbremse. In der Schweiz sind die Wohnkosten traditionell hoch, was zu einer starken Nachfrage nach sozialem Wohnbau geführt hat.
Die steigenden Wohnkosten haben erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität vieler Menschen. In Österreich sind die Mietpreise in den letzten zehn Jahren um 25% gestiegen, während sich die Kaufpreise verdoppelt haben. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen Schwierigkeiten haben, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Ein Beispiel ist die Stadt Wien, wo die Nachfrage nach sozialem Wohnbau die Kapazitäten bei weitem übersteigt.
Die S&D-Fraktion hat in einer Studie alarmierende Zahlen veröffentlicht: 62% der Befragten haben Angst, sich nie ein angemessenes Zuhause leisten zu können. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit der Situation und die Notwendigkeit politischer Maßnahmen. Die EU plant, 300 Milliarden Euro in leistbaren und nachhaltigen Wohnraum zu investieren, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Die Zukunft des leistbaren Wohnens in Europa hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Neben der Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist auch die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend. Experten sind sich einig, dass eine nachhaltige Lösung nur durch eine Kombination aus staatlichen Investitionen, regulatorischen Anpassungen und privatem Engagement erreicht werden kann. Die EU-Initiative könnte ein wichtiger Schritt in diese Richtung sein.
Die Präsentation des EU-Plans für leistbares Wohnen ist ein wichtiger Schritt, um die Wohnkosten in Europa zu senken. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten dazu beitragen, die soziale Ungleichheit zu verringern und die Lebensqualität vieler Menschen zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv diese Maßnahmen umgesetzt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der OTS-Presseaussendung.