Am 11. Dezember 2025 sorgte eine Pressekonferenz der Grünen im Wiener Rathaus für Aufregung. Parteivorsitzende Judith Pühringer kritisierte scharf die aktuelle Budgetpolitik der rot-pinken Stadtregierung. Die Wiener Bevölkerung sieht sich mit einer Welle von Gebührenerhöhungen und Kürzungen konfront
Am 11. Dezember 2025 sorgte eine Pressekonferenz der Grünen im Wiener Rathaus für Aufregung. Parteivorsitzende Judith Pühringer kritisierte scharf die aktuelle Budgetpolitik der rot-pinken Stadtregierung. Die Wiener Bevölkerung sieht sich mit einer Welle von Gebührenerhöhungen und Kürzungen konfrontiert, die alle Lebensbereiche betreffen.
Die geplanten Einsparungen betreffen weite Teile der Gesellschaft. Besonders im Fokus steht die Zerschlagung der 365-Euro-Jahreskarte, die einst als Vorzeigeprojekt für leistbare Mobilität galt. Die Grünen argumentieren, dass während für den umstrittenen Lobautunnel Milliarden bereitstehen, essenzielle soziale Dienste vernachlässigt werden.
Die Erhöhung von Kanal- und Wassergebühren sowie die Verteuerung von Kindergartenessen um 10 % sind nur einige Beispiele für die Belastungen, die auf die Wiener Bürger zukommen. Diese Maßnahmen übersteigen die aktuelle Inflationsrate und treffen vor allem einkommensschwache Haushalte hart.
Die Sozialpolitik Wiens hat eine lange Tradition, die bis in die Zeit des Roten Wiens in den 1920er Jahren zurückreicht. Damals wurde ein umfangreiches soziales Netzwerk aufgebaut, das bis heute als Vorbild gilt. Doch die aktuellen Kürzungen und Gebührenerhöhungen lassen Zweifel an der Fortführung dieser Tradition aufkommen.
Ein Blick über die Grenzen Wiens zeigt, dass auch andere österreichische Bundesländer mit Budgetkürzungen kämpfen. In Deutschland und der Schweiz stehen ähnliche Herausforderungen an, jedoch mit teils unterschiedlichen Lösungsansätzen. Während in der Schweiz verstärkt auf private Vorsorge gesetzt wird, versucht Deutschland durch gezielte Investitionen in die Infrastruktur gegenzusteuern.
Die Kürzungen im Fonds Soziales Wien (FSW) bedeuten weniger Mittel für Pflege und soziale Dienste. Menschen mit Behinderungen und Langzeitbezieher:innen von Mindestsicherung sind besonders betroffen. Familien mit geringen Einkommen sehen sich mit der Abschaffung des Eltern-Familienzuschlags konfrontiert, was die finanzielle Belastung weiter erhöht.
Die Fernwärmepreise in Wien steigen um 15 %, was die ohnehin schon hohen Heizkosten weiter in die Höhe treibt. Gleichzeitig erwirtschaftete die Wien Energie in den letzten Jahren täglich über eine Million Euro Überschuss. Diese Diskrepanz wirft Fragen zur Verteilungsgerechtigkeit auf.
Die Grünen fordern eine Umverteilung, bei der sehr reiche Menschen stärker in die Pflicht genommen werden. Vorschläge wie eine Leerstands- und Freizeitwohnsitzabgabe sollen die soziale Gerechtigkeit erhöhen. Diese Maßnahmen könnten helfen, die finanziellen Engpässe zu überbrücken und den sozialen Frieden in Wien zu sichern.
Die aktuellen Budgetmaßnahmen der Stadt Wien stehen in der Kritik, eine unsoziale Politik zu fördern. Die Grünen fordern eine Rückbesinnung auf die sozialen Werte des Roten Wiens. Ob die Stadtregierung auf diese Kritik reagiert, bleibt abzuwarten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob ein Kurswechsel möglich ist. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite der Grünen.