Am 19. Januar 2026 veröffentlichte die Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter eine alarmierende Pressemitteilung: Die Zahl der arbeitslosen Journalistinnen und Journalisten in Österreich hat die Marke von 1.000 überschritten. Diese Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die prek
Am 19. Januar 2026 veröffentlichte die Fraktion Christlicher Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter eine alarmierende Pressemitteilung: Die Zahl der arbeitslosen Journalistinnen und Journalisten in Österreich hat die Marke von 1.000 überschritten. Diese Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die prekäre Situation der Medienbranche im Land und die damit verbundenen Risiken für die Demokratie.
Die Medienlandschaft in Österreich hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Die Digitalisierung und der damit einhergehende Strukturwandel haben viele traditionelle Medienhäuser unter Druck gesetzt. In der Folge mussten zahlreiche Journalistinnen und Journalisten ihren Arbeitsplatz aufgeben. Die Arbeitslosigkeit in dieser Berufsgruppe stieg kontinuierlich an. Im August 2025 waren bereits 990 Personen arbeitslos gemeldet, bis Ende des Jahres stieg die Zahl auf 1.022. Diese Entwicklung ist nicht nur ein soziales, sondern auch ein demokratiepolitisches Problem.
Der Begriff Fake-News bezeichnet absichtlich verbreitete Falschmeldungen, die oft über soziale Medien geteilt werden. Diese können die öffentliche Meinung beeinflussen und das Vertrauen in etablierte Medien untergraben. Der Journalismus ist hingegen eine professionelle Tätigkeit, die sich der Recherche, Berichterstattung und Analyse von Nachrichten widmet. Er gilt als vierte Gewalt im Staat, da er die anderen drei Gewalten - Legislative, Exekutive und Judikative - kontrolliert.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass auch in Deutschland und der Schweiz der Journalismus unter Druck steht. In Deutschland sind ähnliche Entwicklungen zu beobachten, jedoch gibt es dort umfangreichere Förderprogramme für den Erhalt der Medienvielfalt. In der Schweiz wird der Journalismus ebenfalls stark gefördert, was sich positiv auf die Arbeitslosenzahlen auswirkt. Im Vergleich dazu scheint Österreich Nachholbedarf zu haben.
Die steigende Arbeitslosigkeit im Journalismus hat direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung. Einerseits fehlt es an kritischer Berichterstattung, andererseits drohen wichtige gesellschaftliche Themen in den Hintergrund zu treten. Ein Beispiel ist die Berichterstattung über politische Entscheidungen, die ohne journalistische Begleitung weniger transparent und nachvollziehbar sind. Dies kann das Vertrauen in politische Institutionen schwächen.
Laut dem Arbeitsmarktservice (AMS) waren Ende 2025 insgesamt 1.022 Journalistinnen und Journalisten arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 3,2% gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Betroffenen sind in Wien ansässig, wo die Medienbranche besonders stark vertreten ist. Trotz Initiativen wie Ajour - einem Programm zur Unterstützung arbeitsloser Journalistinnen und Journalisten - bleibt die Situation angespannt.
Die Zukunft der Medienbranche in Österreich hängt maßgeblich von politischen Entscheidungen ab. Der Vorsitzende der FCG-Wien younion fordert daher umgehend Reformen und einen Runden Tisch für Qualitätsjournalismus. Ohne politische Unterstützung droht der Verlust weiterer Arbeitsplätze und eine Schwächung der demokratischen Kultur. Langfristig könnte die Einführung von Förderprogrammen für unabhängigen Journalismus Abhilfe schaffen.
Die prekäre Situation der Medienbranche in Österreich erfordert schnelles Handeln. Die Politik ist gefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Erhalt der Medienvielfalt zu sichern. Nur so kann die vierte Gewalt im Staat gestärkt und die Demokratie geschützt werden. Wie sehen Sie die Zukunft des Journalismus in Österreich? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren.