Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 15.000 Beschäftigten im Bewachungsgewerbe ist ergebnislos zu Ende gegangen. Ein enttäuschender Ausgang, der viele Fragen aufwirft und die Zukunft der Branche in einem ungewissen Licht erscheinen lässt. Am 27. Oktober 2025 berichtete die
Die erste Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 15.000 Beschäftigten im Bewachungsgewerbe ist ergebnislos zu Ende gegangen. Ein enttäuschender Ausgang, der viele Fragen aufwirft und die Zukunft der Branche in einem ungewissen Licht erscheinen lässt. Am 27. Oktober 2025 berichtete die Wirtschaftskammer Österreich über die zähen Verhandlungen, die ohne Einigung zwischen Arbeitgeberseite und der Gewerkschaft vida blieben.
Hans-Georg Chwoyka, der Bundesvorsitzende des Bewachungsgewerbes im Fachverband der gewerblichen Dienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich, äußerte seine Enttäuschung über die fehlende Kompromissbereitschaft der Gewerkschaft. Er betonte, dass der immense Spardruck bei öffentlichen Auftraggebern und die angespannte Lage in Industrie und Handel massive Auswirkungen auf die Bewachungsbranche haben. Diese Entwicklungen führten bereits 2025 zum Verlust einiger öffentlicher Aufträge, und für 2026 wird eine weitere Verschärfung erwartet.
Der Wettbewerbsdruck steigt massiv, und die Arbeitgeberseite hat ein erstes faires und verantwortungsvolles Angebot vorgelegt: eine Erhöhung der Kollektivvertragslöhne um 1,7 Prozent sowie eine Kaufkraftsicherungsprämie von 250 Euro. Dies würde für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von etwa 2,5 bis 2,6 Prozent bedeuten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sichern.
Ein Blick auf andere Branchen zeigt, dass maßvolle Abschlüsse in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keine Seltenheit sind. So wurden im Metallgewerbe die IST-Löhne um 1,8 Prozent ab 2026 und die KV-Löhne um 2,2 Prozent 2026 bzw. 2,0 Prozent 2027 erhöht. Dies verdeutlicht, dass viele Branchen die wirtschaftliche Realität anerkennen und entsprechend handeln.
Die Kollektivvertragsverhandlungen im Bewachungsgewerbe sind keine neue Herausforderung. Historisch gesehen waren diese Verhandlungen immer ein Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Arbeitnehmer und den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Arbeitgeber. Bereits in den 1980er Jahren gab es ähnliche Situationen, in denen wirtschaftliche Krisen die Verhandlungspositionen beider Seiten beeinflussten.
Für die normalen Bürger, die auf die Dienstleistungen der Bewachungsbranche angewiesen sind, könnte eine Eskalation der Situation spürbare Auswirkungen haben. Sicherheitsdienste sind in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens unverzichtbar, und ein Mangel an Personal könnte die Sicherheit beeinträchtigen. Dies könnte insbesondere in Zeiten erhöhter Sicherheitsbedenken problematisch sein.
Ein Wirtschaftsexperte, der anonym bleiben möchte, betont: "Die Verhandlungen im Bewachungsgewerbe sind ein Spiegelbild der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte nicht nur die Branche selbst, sondern auch die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen."
Die nächsten Verhandlungsrunden werden entscheidend sein. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten Streiks und Arbeitsniederlegungen drohen, die die Branche weiter belasten würden. Die Arbeitgeberseite hofft, dass die Gewerkschaft vida den Ernst der Lage erkennt und bei der nächsten Verhandlungsrunde ein realistischer Abschluss möglich ist.
Die Verhandlungen stehen auch im Kontext der allgemeinen wirtschaftspolitischen Lage in Österreich. Die Regierung versucht, die Wirtschaft zu stabilisieren und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. Diese Balance zu halten, ist eine Herausforderung, die sich in den Verhandlungen im Bewachungsgewerbe widerspiegelt.
Weitere Informationen und die vollständige Pressemitteilung finden Sie auf der Webseite der Wirtschaftskammer Österreich.