Zurück
Wirtschaft

Kollagen-Wunder oder teurer Schwindel? Die Wahrheit hinter dem Hype!

17. Juni 2025 um 07:40
Teilen:

Die Beauty-Industrie hat ein neues Wundermittel entdeckt: Kollagen! Diese Substanz wird als der ultimative Jungbrunnen vermarktet und verspricht Schönheit von innen heraus. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter diesen vollmundigen Versprechen? Und was bedeutet das für die Verbraucher? Lassen

Die Beauty-Industrie hat ein neues Wundermittel entdeckt: Kollagen! Diese Substanz wird als der ultimative Jungbrunnen vermarktet und verspricht Schönheit von innen heraus. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter diesen vollmundigen Versprechen? Und was bedeutet das für die Verbraucher? Lassen Sie uns tiefer in die Welt des Kollagens eintauchen und die Fakten von der Fiktion trennen.

Der Kollagen-Hype: Ein Milliardenmarkt

Kollagen ist ein Protein, das natürlicherweise in unserem Körper vorkommt. Es sorgt für die Elastizität und Festigkeit unserer Haut, stärkt unsere Nägel und Haare und ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Gelenke. Kein Wunder also, dass die Kosmetikindustrie Kollagen als Wundermittel für ewige Jugend und Schönheit entdeckt hat.

Der Markt für Kollagenprodukte boomt: Im letzten Jahr wurde weltweit ein Umsatz von rund sechs Milliarden US-Dollar erzielt, und die Tendenz ist steigend. Die Produktpalette reicht von Trinkampullen über Kollagen-Riegel bis hin zu Gummibärchen und Pulver, die man in Getränke einrühren kann. Die Verpackungen sind ansprechend designt, die Versprechen vollmundig: schönere Haut, kräftigere Nägel und mehr Beweglichkeit für die Gelenke.

Marketing oder Wissenschaft? Der schmale Grat

Doch was nach einfachem Schönheits-Kick klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als äußerst lukrativer Marketingtrick mit fragwürdiger wissenschaftlicher Grundlage. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat gesundheitsbezogene Angaben zu Kollagen bereits mehrfach abgelehnt. Studien zur Wirkung von Kollagen sind oft von der Industrie finanziert und mit geringer Probandenzahl durchgeführt. Unabhängige, aussagekräftige Daten fehlen.

Hersteller umgehen diese Hürde, indem sie ihre Produkte mit Vitaminen oder Zink anreichern. Für diese Nährstoffe sind sogenannte Health Claims erlaubt, also gesundheitsbezogene Versprechen wie „Vitamin C trägt zur normalen Kollagenbildung bei“. Doch der Nutzen des Kollagens selbst bleibt unbelegt.

Die Rolle der Influencer: Macht der sozialen Medien

Ein wesentlicher Treiber des Kollagen-Hypes ist das Social-Media-Marketing. Influencer spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung der Produkte. Sie posten Fotos und Videos, in denen sie die Produkte anpreisen und dabei oft die Grenzen zwischen Werbung und persönlicher Empfehlung verwischen. Begriffe wie „Skinfluencer“ sind entstanden, um diese neue Art des Marketings zu beschreiben.

„Wer seine Haut und Gelenke schützen will, braucht keine teuren Produkte ohne wissenschaftlichen Beleg für deren Wirksamkeit“, erklärt ein Experte. „Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Sonnenschutz, Schlaf sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol fördern nachweislich die Gesundheit – ganz ohne Beauty-Bärchen um 50 Euro im Monat.“

Der juristische Trick: Wie Hersteller das Gesetz umgehen

Um das Verbot gesundheitsbezogener Angaben zu umgehen, greifen Hersteller zu einem simplen Trick: Sie reichern ihre Produkte mit Vitaminen oder Zink an. Diese Stoffe dürfen mit bestimmten Gesundheitsversprechen beworben werden, was den Anschein erweckt, das Produkt sei insgesamt gesundheitsfördernd. Doch der Nutzen des Kollagens selbst bleibt unbelegt.

Veganes Kollagen: Ein Widerspruch in sich?

Ein weiterer Aspekt des Hypes ist das sogenannte vegane Kollagen. Kollagen kann ausschließlich aus tierischen Quellen, in der Regel Schlachtabfällen, gewonnen werden. Veganes Kollagen gibt es nicht. Dennoch werden Produkte mit dem Schlagwort „Kollagen“ vermarktet, die lediglich ein Gemisch aus pflanzlichen Aminosäuren enthalten, die bestenfalls die körpereigene Kollagenbildung unterstützen.

Die Forderungen von Foodwatch: Schutz der Konsumenten

Angesichts dieser Praktiken fordert Foodwatch die Behörden auf, irreführende Werbung für Kollagen-Produkte konsequent zu unterbinden. Es braucht klare Regeln, damit diese Produkte nicht mit unbewiesenen Gesundheitsversprechen vermarktet werden. Konsumenten müssen sich auf wissenschaftlich fundierte Informationen verlassen können – gerade, wenn sie hohe Preise für vermeintlich gesundheitsfördernde Lebensmittel zahlen.

„Für echte Gesundheitsversprechen fehlen unabhängige, aussagekräftige Daten“, sagt ein Sprecher von Foodwatch. „Studien zur Wirkung sind oft von der Industrie finanziert und mit geringer Probandenzahl durchgeführt. Aussagen wie ‚für Haut, Haare und Nägel‘ sind daher nichts als teure Schönfärberei – und eine wissentliche Täuschung der Konsumenten.“

Ein Blick in die Zukunft: Was erwartet uns?

Der Boom der Kollagenprodukte zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Doch mit wachsendem Bewusstsein der Verbraucher für die Notwendigkeit wissenschaftlich fundierter Informationen könnten sich die Dinge ändern. Es ist möglich, dass strengere Vorschriften eingeführt werden, um die Vermarktung solcher Produkte zu regulieren und die Verbraucher besser zu schützen.

Experten prognostizieren, dass der Markt für natürliche und wissenschaftlich fundierte Gesundheitsprodukte weiter wachsen wird. Verbraucher werden zunehmend nach Produkten suchen, die nicht nur Schönheit, sondern auch echte gesundheitliche Vorteile bieten.

Bis dahin bleibt es wichtig, kritisch zu hinterfragen, was uns die Werbung verspricht, und sich auf fundierte Informationen zu verlassen. Denn nur so können wir sicherstellen, dass wir die bestmöglichen Entscheidungen für unsere Gesundheit treffen.

Schlagworte

#Foodwatch#Gesundheit#Gesundheitsversprechen#Influencer#Kollagen#Marketing#Schönheit

Weitere Meldungen

OTS
Totschnig

Kreislaufwirtschaft in Österreich: Minister Totschnig präsentiert neue Studienergebnisse

22. März 2026
Lesen
OTS
FPÖ

FPÖ fordert drastische Spritpreissenkung gegen Inflation

22. März 2026
Lesen
OTS
FPÖ

FPÖ fordert drastische Spritpreissenkung gegen Inflation

22. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen