Die Wahlniederlage Viktor Orbáns in Ungarn hat in der österreichischen Politik unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während viele europäische Politiker das Ende der 16-jährigen Ära des ungarischen Ministerpräsidenten begrüßen, zeigt sich FPÖ-Chef Herbert Kickl unbeeindruckt von der Ablösung seines politischen Verbündeten.
Die Wahlniederlage Viktor Orbáns in Ungarn hat in der österreichischen Politik unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. FPÖ-Chef Herbert Kickl kommentierte das Ergebnis und würdigte dabei Orbáns "historische Verdienste". Er warnte vor verstärkter Einmischung durch die EU in nationale Angelegenheiten.
Der FPÖ-Bundesparteiobmann hob in seiner Stellungnahme mehrere Bereiche hervor, in denen er Orbáns Verdienste sieht: Grenzschutz, Bemühungen um Frieden zwischen Russland und der Ukraine, den Kampf gegen den von ihm bezeichneten "EU-Zentralismus" und die Ablehnung dessen, was er als "LGBTIQ-Kult" bezeichnete.
Kickl zog Parallelen zur österreichischen Politiklandschaft und verwies auf die lange Regierungsbeteiligung der ÖVP sowie auf das bestehende System des Proporzes und der Sozialpartner. Er kritisierte, dass ähnliche Mechanismen hierzulande zu einer Entfremdung vom Wählerwillen geführt hätten und forderte einen Systemwechsel.
In seiner Stellungnahme äußerte Kickl die Befürchtung, die Vorgeschichte der Ungarnwahl habe gezeigt, wie sehr die EU durch Druckmaßnahmen und Eingreifen in innere Verhältnisse eines Landes bereit sei, die Machtverhältnisse zugunsten ihrer Interessen zu beeinflussen. Er nannte dies für einen Verteidiger der staatlichen Selbstbestimmung und Neutralität alarmierend.
Kickl argumentierte, dass Österreich als Nettozahler in einer stärkeren Position sei als Ungarn und dass dies dazu dienen solle, österreichische Schutzinteressen hochzuhalten. Er wandte sich gegen jene, die den Wechsel in Ungarn bejubeln, und bezeichnete die hierzulande verantwortlichen Systemparteien als mitverantwortlich für eine Entfremdung vom Wählerwillen.