Am 31. März 2026 entführt Karl Ploberger österreichische Fernsehzuschauer in eine Welt voller blühender Kamelien, jahrhundertealter Villen und Hollywood-Glamour. Der beliebte Gartenexperte präsenti...
Am 31. März 2026 entführt Karl Ploberger österreichische Fernsehzuschauer in eine Welt voller blühender Kamelien, jahrhundertealter Villen und Hollywood-Glamour. Der beliebte Gartenexperte präsentiert in "Das Paradies in der Ferne" um 20.15 Uhr in ORF 2 eine außergewöhnliche Gartenreise zu den oberitalienischen Seen – vom mondänen Comer See über den majestetischen Lago Maggiore bis hin zum weitläufigen Gardasee. Diese Region, nur wenige Autostunden von Österreich entfernt, verwandelt sich im Frühling in ein botanisches Paradies, das selbst Hollywood-Stars als Kulisse nutzen.
Die oberitalienischen Seen üben seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf österreichische Reisende aus. Bereits im 19. Jahrhundert entdeckten Aristokraten aus Wien und Salzburg diese Region als Refugium vor den kalten Alpenwintern. Die geografische Nähe – der Comer See ist von Innsbruck in nur drei Stunden erreichbar – macht diese Destination zu einem beliebten Wochenendausflugsziel für naturbegeisterte Österreicher. Das milde Klima, geschützt durch die Alpen im Norden, ermöglicht eine mediterrane Vegetation, die in Österreich undenkbar wäre.
Die klimatischen Bedingungen an den oberitalienischen Seen sind einzigartig: Während in Wien noch Frost herrscht, blühen hier bereits im Februar die ersten Kamelien. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Frühjahr um 5-8 Grad höher als in vergleichbaren österreichischen Regionen. Diese Mikroklima-Zone, geschaffen durch die Wärmespeicherung der großen Wassermassen und den Schutz der Alpenkette, ermöglicht das Gedeihen subtropischer Pflanzen wie Palmen, Zitronen und eben jener prächtigen Kamelien, die Karl Ploberger in seiner Sendung vorstellt.
Die Villa Balbianello auf der Halbinsel Lavedo repräsentiert die perfekte Symbiose aus italienischer Gartenkunst und kinematografischer Geschichte. Das im 18. Jahrhundert erbaute Anwesen diente bereits als Schauplatz für weltberühmte Filme wie "Star Wars Episode II" und "James Bond 007: Ein Quantum Trost". Diese Dreharbeiten haben die Villa international bekannt gemacht und ziehen jährlich tausende Besucher aus aller Welt an.
Die Gartenanlage der Villa Balbianello folgt den Prinzipien der italienischen Renaissance-Gartenkunst. Terrassenförmig angelegt, bietet sie von jeder Ebene spektakuläre Ausblicke auf den Comer See. Besonders bemerkenswert sind die jahrhundertealten Zypressen, die wie natürliche Säulen die Architektur des Gartens strukturieren. Die Pflege dieser historischen Anlage erfordert spezielles Fachwissen: Jeder Baum wird individuell behandelt, und die Bewässerungssysteme folgen noch immer den ursprünglichen Plänen aus dem 18. Jahrhundert.
Die Villa Carlotta am Comer See gilt als eine der bedeutendsten botanischen Sammlungen Norditaliens. Der weitläufige botanische Garten beherbergt über 500 verschiedene Pflanzenarten auf einer Fläche von 70.000 Quadratmetern. Besonders stolz ist Chefgärtner Simone Boggia auf die Kamelien-Sammlung, die zu den ältesten und wertvollsten Europas zählt. Einige Exemplare sind über 200 Jahre alt und erreichen Höhen von bis zu 10 Metern.
Die Pflege dieses Gartenjuwels ist eine Wissenschaft für sich: Jede Kamelier benötigt spezielle Bodenmischungen aus Torf, Sand und Kompost. Der pH-Wert muss konstant zwischen 5,5 und 6,5 gehalten werden. Boggia erklärt, dass die Bewässerung ausschließlich mit kalkarmem Regenwasser erfolgt, das in eigenen Zisternen gesammelt wird. Die Düngung erfolgt mit organischen Materialien, die teilweise noch nach Rezepturen aus dem 19. Jahrhundert hergestellt werden.
Ein besonderer Aspekt der Villa Carlotta ist ihre Nähe zu George Clooneys Anwesen. Der Hollywood-Star hat sein Domizil in der Villa Oleandra, nur wenige Kilometer entfernt. Diese Prominenz hat dem gesamten Gebiet zusätzliche internationale Aufmerksamkeit verschafft und die Immobilienpreise in der Region erheblich gesteigert. Ein typisches Seegrund-Grundstück kostet heute zwischen 15.000 und 25.000 Euro pro Quadratmeter.
Die Villa Melzi d'Eril verkörpert die Gartenkunst der napoleonischen Ära. Francesco Melzi d'Eril, Vizepräsident der Italienischen Republik unter Napoleon, ließ hier einen der ersten englischen Landschaftsgärten Italiens anlegen. Dieser Stil war damals revolutionär: Statt der strengen geometrischen Formen französischer Barockgärten setzte man auf naturnahe Gestaltung mit geschwungenen Wegen, malerischen Aussichtspunkten und romantischen Ruinen.
Der englische Landschaftsgarten-Stil beeinflusste die europäische Gartenkunst nachhaltig. In Österreich finden sich ähnliche Anlagen im Schlosspark Schönbrunn oder in den Gärten von Schloss Hellbrunn. Der Unterschied zu den italienischen Vorbildern liegt jedoch im Klima: Während in Italien ganzjährig mediterrane Pflanzen gedeihen, müssen österreichische Gärtner auf winterharte Alternativen zurückgreifen.
Der Parco Sigurtà südlich des Gardasees demonstriert moderne Gartenkunst auf höchstem Niveau. Graf Giuseppe Inga Sigurtà hat aus einem ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb einen 60 Hektar großen Themenpark entwickelt, der jährlich über 400.000 Besucher anzieht. Die schwimmenden Tulpeninseln sind ein technisches Meisterwerk: Spezielle schwimmfähige Substrate ermöglichen es, dass die Tulpen direkt auf dem Wasser wachsen können.
Das Buchsbaum-Labyrinth des Parks ist mit 1.500 Metern Weglänge eines der größten Europas. Die Gestaltung folgt mathematischen Prinzipien und ist so angelegt, dass es mindestens 45 Minuten dauert, den Ausgang zu finden. Graf Sigurtà erklärt, dass die Buchsbäume zweimal jährlich geschnitten werden müssen, wobei jeder Schnitt von Hand erfolgt. Diese Präzisionsarbeit erfordert 12 Vollzeit-Gärtner allein für die Pflege des Labyrinths.
Für österreichische Besucher ist der Parco Sigurtà besonders interessant, da er zeigt, wie moderne Gartentechnik mit historischen Gestaltungsprinzipien kombiniert werden kann. Die Bewässerungssysteme funktionieren vollautomatisch über Sensoren, die Bodenfeuchtigkeit und Wetterdaten analysieren. Solche Technologien werden auch in österreichischen Schaugärten wie dem Botanischen Garten der Universität Wien eingesetzt.
Der Lago Maggiore gilt als europäisches Zentrum der Kamelien-Zucht. Paolo Zacchera von der Gärtnerei "Compagnia del Lago" in Verbania züchtet über 300 verschiedene Kamelien-Sorten. Die Vermehrung erfolgt durch Veredelung: Auf winterharte Grundstöcke werden edle Sorten aufgepfropft. Dieser Prozess dauert mindestens drei Jahre, bis eine verkaufsfähige Pflanze entstanden ist.
Kamelien stammen ursprünglich aus den Bergregionen Chinas und Japans. Ihre Einführung nach Europa erfolgte im 18. Jahrhundert durch portugiesische Händler. Die oberitalienischen Seen bieten ideale Bedingungen: milde Winter mit Temperaturen selten unter -5°C, hohe Luftfeuchtigkeit und kalkfreie Böden. In Österreich können Kamelien nur in geschützten Lagen und mit Winterschutz kultiviert werden.
Zacchera exportiert seine Kamelien in ganz Europa, auch nach Österreich. Besonders gefragt sind historische Sorten wie 'Alba Plena' oder 'Mathotiana Rosea'. Eine ausgewachsene Kamelier kann bis zu 2.000 Euro kosten, seltene Sorten erreichen sogar fünfstellige Preise. Für österreichische Gartenbesitzer empfiehlt Zacchera winterharte Sorten und die Kultivierung in großen Kübeln, die frostfrei überwintert werden können.
Die Villa Taranto beherbergt auf 16 Hektar eine der bedeutendsten botanischen Sammlungen Europas. Der schottische Kapitän Neil McEachern investierte ab 1931 sein gesamtes Vermögen in die Schaffung dieses Pflanzenparadieses. Heute wachsen hier 20.000 verschiedene Pflanzenarten aus aller Welt, darunter viele seltene und vom Aussterben bedrohte Spezies.
Besonders bemerkenswert ist die Sammlung von Rhododendren: Über 300 Arten und Sorten blühen hier von März bis Juni in allen Farbnuancen. McEachern ließ eigens saure Erde aus Schottland importieren, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Die Pflege dieser Sammlung erfordert ständige Aufmerksamkeit: Der pH-Wert des Bodens wird wöchentlich kontrolliert, und die Bewässerung erfolgt ausschließlich mit enthärtetem Wasser.
Für österreichische Botanikfreunde ist die Villa Taranto ein Studienobjekt für klimatische Anpassung. Viele der hier gezeigten Pflanzen können in österreichischen Gärten nur mit erheblichem Aufwand kultiviert werden. Die Erfahrungen aus Taranto fließen jedoch in die Arbeit österreichischer botanischer Gärten ein, beispielsweise in den Alpengarten am Schöckl oder den Botanischen Garten Innsbruck.
Die Villa Cicogna Mozzoni verkörpert gelebte Adelstradition in ihrer ursprünglichsten Form. Graf Jacopo Cicogna Mozzoni und seine Frau Silvia bewohnen das Anwesen noch heute und führen die mehr als 500-jährige Familientradition fort. Diese Kontinuität ist in Europa selten geworden und macht die Villa zu einem einzigartigen Zeugnis aristokratischer Gartenkultur.
Das ursprüngliche Jagdschloss wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem repräsentativen Sommersitz ausgebaut. Der Garten folgt italienischen Renaissance-Prinzipien: symmetrische Anlagen, Wasserspiele und sorgfältig komponierte Sichtachsen prägen das Bild. Besonders wertvoll sind die historischen Zitrusbäume in antiken Terrakotta-Töpfen, die jeden Winter in speziellen Orangerien untergebracht werden.
Graf Cicogna Mozzoni erklärt, dass die Gartenpflege nach jahrhundertealten Methoden erfolgt. Dünger wird aus eigenem Kompost hergestellt, und die Schädlingsbekämpfung erfolgt mit traditionellen biologischen Methoden. Diese nachhaltigen Praktiken sind heute wieder hochmodern und dienen als Vorbild für ökologische Gartenbewirtschaftung.
Karl Plobergers Sendung über die oberitalienischen Seen wird voraussichtlich einen neuen Trend in österreichischen Gärten auslösen. Bereits nach früheren Sendungen stieg die Nachfrage nach mediterranen Pflanzen in österreichischen Gärtnereien erheblich an. Besonders Kamelien, Zitrusbäume und andere subtropische Gewächse werden verstärkt nachgefragt, auch wenn ihre Kultivierung in Österreich besondere Herausforderungen mit sich bringt.
Österreichische Gärtner und Landschaftsarchitekten orientieren sich zunehmend an italienischen Vorbildern. Die Nachfrage nach Beratung für mediterrane Gärten ist in den letzten Jahren um 40% gestiegen. Spezialisierte Unternehmen bieten mittlerweile komplette "Italienische Garten"-Pakete an, inklusive winterharter Pflanzenauswahl und angepasster Gestaltung.
Der Klimawandel begünstigt diese Entwicklung: Die durchschnittlichen Wintertemperaturen in Österreich sind in den letzten 30 Jahren um 2°C gestiegen. Dies ermöglicht die Kultivierung von Pflanzen, die früher nur in Italien überlebt hätten. Weinbauern im Burgenland experimentieren bereits erfolgreich mit italienischen Rebsorten, und auch in Privatgärten etablieren sich mediterrane Elemente.
Die oberitalienischen Seen sind für österreichische Reiseveranstalter von enormer Bedeutung. Jährlich besuchen über 800.000 Österreicher diese Region, was sie nach Deutschland und der Schweiz zur drittwichtigsten Auslandsdestination macht. Gartenreisen, wie sie Karl Ploberger präsentiert, sind ein wachsender Nischemarkt: Spezielle Gartentourismus-Angebote verzeichnen Zuwachsraten von 15% pro Jahr.
Österreichische Reiseveranstalter haben auf diesen Trend reagiert und bieten zunehmend thematische Gartenreisen an. Diese kombinieren Besichtigungen historischer Gärten mit Fachvorträgen und praktischen Workshops. Besonders beliebt sind mehrtägige Touren, die mehrere Seen umfassen und von österreichischen Gartenexperten begleitet werden.
Die oberitalienischen Seen stehen vor der Herausforderung, den wachsenden Tourismus mit dem Schutz ihrer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft in Einklang zu bringen. Nachhaltiger Gartentourismus wird zunehmend wichtiger: Besucher werden sensibilisiert für den Wert historischer Gärten und die Bedeutung ihrer Erhaltung.
Innovative Projekte verbinden Tourismus mit Naturschutz: In der Villa Taranto wird beispielsweise ein Saatgut-Archiv für seltene Pflanzenarten aufgebaut. Österreichische Universitäten kooperieren mit italienischen Institutionen beim Erhalt gefährdeter alpiner Pflanzenarten. Diese wissenschaftliche Zusammenarbeit stärkt die Verbindung zwischen beiden Ländern über den Tourismus hinaus.
Die digitale Transformation eröffnet neue Möglichkeiten: Virtual-Reality-Touren ermöglichen es österreichischen Gartenfreunden, die Pracht der italienischen Gärten auch zu Hause zu erleben. Gleichzeitig dienen diese Technologien der Dokumentation und dem Erhalt des kulturellen Erbes für künftige Generationen.
Karl Plobergers "Das Paradies in der Ferne" wird am 31. März 2026 nicht nur österreichische Wohnzimmer in italienische Gärten verwandeln, sondern auch das Bewusstsein für die einzigartige Gartenkultur unserer südlichen Nachbarn schärfen. Die Sendung macht deutlich, dass Gärten mehr sind als reine Dekoration – sie sind lebendige Zeugnisse der Geschichte, Orte der Inspiration und Brücken zwischen den Kulturen.