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Wirtschaft

Kärnten: Campingbranche wehrt sich gegen Aufenthaltsabgabe

21. November 2025 um 14:44
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Am 21. November 2025 hat die IG Camping Kärnten eine umfassende Stellungnahme zur geplanten Erhöhung der Aufenthaltsabgabe an die Kärntner Landesregierung übermittelt. Diese Entwicklung hat in der Region für erheblichen Diskurs gesorgt, da die Auswirkungen der Abgabe auf die lokale Campingbranche un

Am 21. November 2025 hat die IG Camping Kärnten eine umfassende Stellungnahme zur geplanten Erhöhung der Aufenthaltsabgabe an die Kärntner Landesregierung übermittelt. Diese Entwicklung hat in der Region für erheblichen Diskurs gesorgt, da die Auswirkungen der Abgabe auf die lokale Campingbranche und den Tourismus insgesamt tiefgreifend sein könnten. Die geplante Abgabe, die in ihrer derzeitigen Form als wirtschaftlich nicht tragbar für die Campingbetriebe angesehen wird, hat bereits breite Unterstützung und ebenso Kritik hervorgerufen.

Hintergrund der geplanten Aufenthaltsabgabe

Die Aufenthaltsabgabe, auch als Kurtaxe bekannt, ist eine Gebühr, die von Gästen erhoben wird, die in einer bestimmten Region übernachten. Diese Abgabe dient in der Regel dazu, touristische Infrastrukturen zu finanzieren und die Region zu fördern. In Kärnten sieht der aktuelle Entwurf eine Erhöhung dieser Abgabe vor, die besonders für Campingplätze problematisch ist, da sie einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen aus preisbewussten Touristen generieren.

Historische Entwicklung

Die Diskussion um die Aufenthaltsabgabe ist nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Anpassungen, die auf die sich verändernden Bedürfnisse der Tourismusbranche reagierten. In Österreich ist die Abgabe je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Während in Wien ein prozentuales Modell Anwendung findet, das sich am Nächtigungspreis orientiert, setzen andere Regionen wie die Steiermark oder Südtirol auf gestaffelte Ansätze, die nach Unterkunftsarten variieren.

Vergleich mit anderen Regionen

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass auch in Deutschland und der Schweiz ähnliche Modelle existieren. In Deutschland variiert die Höhe der Kurtaxe stark zwischen den Bundesländern und sogar innerhalb der Regionen. In der Schweiz hingegen ist die Abgabe oft höher, was teilweise durch die höhere Kaufkraft der Touristen kompensiert wird. Diese Beispiele zeigen, dass es keine einheitliche Lösung gibt, sondern dass die Abgabenpolitik stark von den lokalen Gegebenheiten abhängt.

Auswirkungen auf die Bürger und die Wirtschaft

Die geplante Erhöhung der Aufenthaltsabgabe könnte weitreichende Konsequenzen für die Kärntner Campingbranche haben. Besonders betroffen wären kleinere, familiengeführte Betriebe, die sich bereits jetzt in einem preissensiblen Markt bewegen. Eine Erhöhung der Abgabe um 7,6 bis 14,2 Prozent, wie sie in der Nebensaison bei Sparkarten-Tarifen von 25,00 bis 29,00 Euro pro Nacht für zwei Personen zu erwarten wäre, könnte viele Gäste abschrecken und somit die Einnahmen der Betriebe schmälern.

Die IG Camping Kärnten warnt vor einem Rückgang der Nächtigungen und einem möglichen Anstieg des Wildcampens, sollte die Abgabe in der geplanten Form umgesetzt werden. Dies würde nicht nur die Einnahmen der Betriebe, sondern auch die lokale Wirtschaft insgesamt negativ beeinflussen.

Zahlen und Fakten

Laut der IG Camping Kärnten beträgt die Steuer- und Abgabenlast im Campingbereich bereits jetzt über ein Drittel des Netto-Nächtigungspreises. Diese Belastung könnte durch die geplante Erhöhung weiter steigen, was die Wettbewerbsfähigkeit der Kärntner Campingplätze im Vergleich zu anderen Regionen erheblich beeinträchtigen würde.

Expertenstimmen

Die Initiative der IG Camping Kärnten findet breite Unterstützung innerhalb der Branche. Auch Campingführer, Gemeinden, Tourismusverbände und Kammern haben eigene Stellungnahmen eingebracht und kritisieren die unverhältnismäßig hohe Belastung. Mehrere Expertisen warnen zudem vor den negativen Folgen für den Tourismus in Kärnten.

Zukunftsperspektive

Die Zukunft der Aufenthaltsabgabe in Kärnten ist derzeit ungewiss. Die IG Camping Kärnten fordert ein prozentuales Modell basierend auf dem Nächtigungspreis oder einen gestaffelten Ansatz nach Unterkunftsarten. Diese Alternativen könnten die finanzielle Belastung der Betriebe reduzieren und gleichzeitig einen fairen Beitrag zur Finanzierung der touristischen Infrastruktur leisten.

Es bleibt abzuwarten, wie die Kärntner Landesregierung auf die Stellungnahme reagieren wird. Eine Entscheidung in dieser Angelegenheit könnte weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Tourismusbranche in der Region haben.

Fazit

Die geplante Erhöhung der Aufenthaltsabgabe in Kärnten hat eine lebhafte Debatte ausgelöst. Die IG Camping Kärnten hat mit ihrer Stellungnahme einen wichtigen Beitrag zur Diskussion geleistet. Es bleibt zu hoffen, dass eine Lösung gefunden wird, die sowohl die Interessen der Campingbranche als auch die der lokalen Wirtschaft berücksichtigt. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der IG Camping Kärnten.

Schlagworte

#Aufenthaltsabgabe#Camping Kärnten#Kärnten#Kurtaxe#Nächtigungspreis#Tourismus#Tourismusgesetz

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