Am 31. Januar 2026 wurde in einem feierlichen Gottesdienst in Zlan ein historisches Ereignis begangen: Andrea Mattioli trat ihr Amt als Superintendentin der Evangelischen Kirche in Kärnten-Osttirol an. Diese Einführung markiert nicht nur einen bedeutenden Wechsel in der Kirchenleitung, sondern auch
Am 31. Januar 2026 wurde in einem feierlichen Gottesdienst in Zlan ein historisches Ereignis begangen: Andrea Mattioli trat ihr Amt als Superintendentin der Evangelischen Kirche in Kärnten-Osttirol an. Diese Einführung markiert nicht nur einen bedeutenden Wechsel in der Kirchenleitung, sondern auch einen wichtigen Schritt in der Geschichte der Evangelischen Kirche in Österreich. Mattioli, die erste Frau in diesem Leitungsamt in Kärnten, folgt auf den langjährigen Superintendenten Manfred Sauer.
Die Evangelische Kirche in Österreich hat eine bewegte Geschichte. Seit der Reformation im 16. Jahrhundert musste sie zahlreiche Herausforderungen meistern. In Österreich, einem traditionell katholischen Land, war der Protestantismus lange Zeit eine Minderheit. Erst mit dem Toleranzpatent von 1781 erhielten Protestanten mehr Rechte. Die Rolle der Frauen in der Kirche hat sich über die Jahrhunderte ebenfalls stark gewandelt. Während Frauen früher kaum leitende Positionen einnehmen konnten, hat sich dies in den letzten Jahrzehnten geändert. Andrea Mattioli ist erst die dritte Frau, die in Österreich das Amt einer Superintendentin bekleidet.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen in kirchlichen Ämtern Fortschritte gemacht hat. In Deutschland sind weibliche Bischöfe und Superintendentinnen bereits etablierter. In der Schweiz ist die Situation ähnlich, wobei die Reformierte Kirche eine lange Tradition weiblicher Führungskräfte hat.
Die Superintendentin ist eine zentrale Figur in der evangelischen Kirche. Sie ist für die geistliche Leitung und die Verwaltung der Kirche in ihrer Region verantwortlich. Andrea Mattioli bringt umfangreiche Erfahrung aus ihrer Zeit als Pfarrerin mit. Ihre Predigten betonen die Wichtigkeit der Gemeinschaft und des Glaubens als stabilisierende Kräfte in einer unübersichtlichen Welt.
Für die Mitglieder der evangelischen Kirche in Kärnten-Osttirol bedeutet die Einführung von Andrea Mattioli eine neue Ära. Die Gemeinde, bestehend aus rund 41.000 Mitgliedern in 33 Pfarrgemeinden, kann von ihrer Führungsstärke und ihrer Vision profitieren. Mattioli betont die Bedeutung der Kirche als Ort der Begegnung und des Austauschs, sei es in der Schule, in der Diakonie oder im alltäglichen Leben.
Laut aktuellen Statistiken ist die Evangelische Kirche in Österreich eine der kleineren Kirchen im Land. Doch ihre Bedeutung als gesellschaftlicher Akteur ist nicht zu unterschätzen. Die Kirche engagiert sich stark im Bereich der sozialen Dienste und fördert den interreligiösen Dialog. In Kärnten ist die ökumenische Zusammenarbeit mit anderen Glaubensgemeinschaften besonders ausgeprägt.
Die Zukunft der Evangelischen Kirche in Kärnten-Osttirol unter der Leitung von Andrea Mattioli sieht vielversprechend aus. Ihre Vision einer Kirche als lebendiges Zentrum der Gemeinschaft könnte neue Mitglieder anziehen und bestehende stärken. Die Herausforderungen der modernen Welt, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt und der interreligiöse Dialog, stehen dabei im Fokus.
Die Einführung von Andrea Mattioli als Superintendentin ist ein bedeutendes Ereignis für die Evangelische Kirche in Kärnten-Osttirol. Es ist ein Zeichen des Fortschritts und der Erneuerung. Die Kirche steht vor der Aufgabe, sich in einer sich schnell verändernden Welt zu behaupten und ihre Rolle als Ort der Hoffnung und des Glaubens zu festigen.