Am 25. November 2025 veröffentlichte die Arbeiterkammer Wien eine alarmierende Langzeitstudie, die die Herausforderungen junger Wiener:innen beleuchtet. Die Studie, die vom Institut Foresight durchgeführt wurde, zeigt, dass immer mehr junge Menschen in Wien beim Start in ein eigenständiges Leben mit
Am 25. November 2025 veröffentlichte die Arbeiterkammer Wien eine alarmierende Langzeitstudie, die die Herausforderungen junger Wiener:innen beleuchtet. Die Studie, die vom Institut Foresight durchgeführt wurde, zeigt, dass immer mehr junge Menschen in Wien beim Start in ein eigenständiges Leben mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Diese betreffen vor allem das Einkommen, den Zugang zu leistbarem Wohnraum und die Möglichkeit, in ihrer Stadt und ihrem Land mitzubestimmen.
Die Ergebnisse der Studie sind besorgniserregend: Viele junge Erwachsene in Wien finden sich in einer prekären finanziellen Lage wieder. Die hohen Mietpreise in der Stadt machen es für viele nahezu unmöglich, eine eigene Wohnung zu beziehen, während gleichzeitig die Einkommen nicht ausreichen, um ein unabhängiges Leben zu führen.
Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang häufig fällt, ist 'Prekarisierung'. Dies bezeichnet die Zunahme unsicherer Beschäftigungsverhältnisse, die oft mit geringen Löhnen und fehlender sozialer Absicherung einhergehen. Für viele junge Wiener:innen bedeutet dies, dass sie trotz Arbeit kaum über die Runden kommen.
Ein weiterer wichtiger Begriff ist 'Gentrifizierung'. Dieser beschreibt die Aufwertung von Stadtvierteln, die dazu führt, dass die Mieten steigen und sich die ursprünglichen Bewohner:innen diese nicht mehr leisten können. In Wien sind viele beliebte Bezirke von diesem Phänomen betroffen, was den Druck auf den Wohnungsmarkt zusätzlich erhöht.
Die Probleme auf dem Wiener Wohnungsmarkt sind nicht neu. Bereits in den 1980er Jahren begann eine schleichende Veränderung, die sich über die Jahrzehnte hinweg verstärkt hat. Die Stadt Wien hat zwar immer wieder Maßnahmen ergriffen, um den Wohnungsbau zu fördern, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem. Besonders in den letzten zehn Jahren hat sich die Situation zugespitzt, da immer mehr Menschen in die Stadt ziehen und der Bedarf an Wohnraum weiter steigt.
Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass ähnliche Probleme auch in anderen europäischen Städten bestehen. In Deutschland, insbesondere in Städten wie Berlin und München, sind die Mietpreise ebenfalls stark angestiegen. In der Schweiz, insbesondere in Zürich, ist die Situation vergleichbar, wobei dort die Einkommen im Durchschnitt höher sind, was den Druck etwas abmildert.
Für viele junge Menschen in Wien bedeutet die aktuelle Situation, dass sie länger bei ihren Eltern wohnen bleiben müssen, da sie sich keine eigene Wohnung leisten können. Dies hat nicht nur finanzielle, sondern auch soziale Auswirkungen. Die Unabhängigkeit, die mit einem eigenen Zuhause einhergeht, bleibt vielen verwehrt. Zudem führt die finanzielle Unsicherheit dazu, dass wichtige Lebensentscheidungen, wie die Gründung einer Familie, hinausgezögert werden.
Ein Beispiel ist die 28-jährige Anna, die trotz eines Vollzeitjobs im Einzelhandel nicht genug verdient, um sich eine eigene Wohnung in Wien leisten zu können. Sie lebt weiterhin bei ihren Eltern und hat wenig Hoffnung, dass sich ihre Situation in naher Zukunft verbessern wird.
Laut der Studie des Instituts Foresight liegt das durchschnittliche Einkommen junger Wiener:innen bei etwa 1.500 Euro netto im Monat. Die durchschnittliche Miete für eine Einzimmerwohnung in Wien beträgt jedoch bereits rund 800 Euro, was mehr als die Hälfte des Einkommens verschlingt. Diese Zahlen verdeutlichen die finanzielle Belastung, der viele junge Menschen ausgesetzt sind.
Um die Situation zu verbessern, hat die Arbeiterkammer ein 5-Punkte-Programm vorgestellt. Dieses beinhaltet unter anderem die Förderung von leistbarem Wohnbau, die Erhöhung der Mitbestimmungsrechte junger Menschen in politischen Prozessen und Maßnahmen zur Verbesserung der Einkommenssituation durch gezielte Förderprogramme.
Die Zukunftsperspektiven für junge Wiener:innen sind gemischt. Während die Stadt Wien weiterhin bemüht ist, den Wohnungsbau zu fördern und die Lebensbedingungen zu verbessern, bleibt die Frage, ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um die Herausforderungen vollständig zu bewältigen. Experten sind sich einig, dass nur ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl wirtschaftliche als auch soziale Aspekte berücksichtigt, langfristig erfolgreich sein kann.
Die Herausforderungen, vor denen junge Wiener:innen stehen, sind vielfältig und komplex. Die von der Arbeiterkammer vorgeschlagenen Maßnahmen sind ein Schritt in die richtige Richtung, doch es bedarf weiterer Anstrengungen, um die Lebenssituation nachhaltig zu verbessern. Interessierte können die Pressekonferenz am 1. Dezember 2025 live mitverfolgen, um mehr über die geplanten Maßnahmen zu erfahren.
Was denkst du, welche Maßnahmen könnten zusätzlich helfen, die Situation zu verbessern? Teile deine Meinung in den Kommentaren oder informiere dich weiter auf der Webseite der Arbeiterkammer Wien.