Die Digitalisierung hat längst auch die Automobilindustrie erfasst. Am 5. Februar 2026 veröffentlichte der ÖAMTC eine Untersuchung, die die Intransparenz bei den Preisen und Produkten digitaler Autodienste offenlegt. Diese Entwicklung betrifft viele Autofahrer:innen in Österreich direkt, da oftmals
Die Digitalisierung hat längst auch die Automobilindustrie erfasst. Am 5. Februar 2026 veröffentlichte der ÖAMTC eine Untersuchung, die die Intransparenz bei den Preisen und Produkten digitaler Autodienste offenlegt. Diese Entwicklung betrifft viele Autofahrer:innen in Österreich direkt, da oftmals unklare Kostenstrukturen und Zusatzgebühren im Raum stehen.
Mit der Digitalisierung des Autos eröffnen sich zahlreiche neue Geschäftsfelder für Kfz-Hersteller. Funktionen wie Navigation, App-Steuerung oder der Remote-Zugriff auf Fahrzeugdaten sind immer häufiger mit Zusatzkosten verbunden. Diese Entwicklung bringt neue Herausforderungen mit sich, insbesondere hinsichtlich der Preistransparenz und der Kosten für sicherheitsrelevante Funktionen. Ein weiteres Problem ist die eventuelle Wertminderung des Fahrzeugs, da nur Erstbesitzer:innen bestimmte Dienste kostenlos nutzen können.
Der ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl weist auf die konfuse Preisgestaltung und den Funktionsumfang hin. Die tatsächlichen Kosten und der Mehrwert digitaler Dienste sind schwer einzuschätzen, da es oft an klaren, frei verfügbaren Informationen fehlt. Bereits beim kostenlosen Nutzungszeitraum für Remote-Dienste gibt es große Unterschiede: Während bei Marken wie Audi, Opel oder VW bis zu zehn Jahre inkludiert sind, fallen bei anderen schon nach kürzerer Zeit Zusatzkosten an. Dauerhaft kostenlosen Zugriff bietet lediglich NIO an.
Die Preisgestaltung bei Navigation und Infotainment ist ebenfalls intransparent. Kostenlose Phasen reichen von drei Monaten bis zu mehreren Jahren, und die Gebühren danach folgen keinem klaren Muster. Manche Hersteller verrechnen ihre Kosten jährlich, andere monatlich, oft gibt es auch unterschiedlich teure Pakete. Diese Intransparenz erschwert es den Verbrauchern, fundierte Entscheidungen zu treffen.
In Deutschland und der Schweiz sieht die Situation ähnlich aus. Auch dort kämpfen Verbraucher mit unklaren Preisstrukturen und zusätzlichen Gebühren für digitale Dienste. In der Schweiz gibt es jedoch Bestrebungen, die Transparenz zu erhöhen, indem die Hersteller verpflichtet werden, detaillierte Informationen über Kosten und Funktionsumfang bereitzustellen.
Für die Konsument:innen bedeutet diese Intransparenz, dass sie oft nicht wissen, welche Kosten auf sie zukommen. Ein Beispiel ist ein Autofahrer aus Wien, der nach Ablauf der kostenlosen Phase plötzlich mit unerwarteten Gebühren konfrontiert wurde. Solche Überraschungen können das Budget erheblich belasten und zu Unzufriedenheit führen.
Die Digitalisierung des Autos ist ein wachsender Markt. Laut einer Studie nutzen bereits über 50% der Neuwagenbesitzer in Österreich digitale Dienste. Die Umsätze in diesem Bereich werden auf mehrere Millionen Euro jährlich geschätzt. Diese Zahlen verdeutlichen die Relevanz und das Potenzial dieses Marktes.
Drittanbieter-Apps bieten oft vergleichbare Funktionen wie die der Hersteller, sind aber meist günstiger und flexibler. Diese Apps sind besonders für E-Auto-Nutzer:innen relevant, da sie Funktionen wie die Planung von Ladestopps oder die Verfolgung des Ladefortschritts bieten. Allerdings sind auch hier die kostenlosen Alternativen meist funktional reduziert.
Der ÖAMTC fordert, dass digitale Dienste, die für die sichere Nutzung des Fahrzeugs wichtig sind, kostenfrei zugänglich bleiben müssen. Komfortfunktionen sollten transparent bepreist werden. Zudem sollten digitale Abos beim Fahrzeugwechsel übertragbar sein, um den Wertverlust zu minimieren. Eine EU-weite konsument:innenfreundliche Regelung wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Digitalisierung des Autos viele Vorteile bietet, aber auch neue Herausforderungen mit sich bringt. Die Intransparenz bei Preisen und Produkten ist ein Problem, das dringend angegangen werden muss. Die Forderungen des ÖAMTC sind ein wichtiger Schritt, um die Interessen der Verbraucher:innen zu schützen und eine klare, faire Preisgestaltung zu gewährleisten.
Für weitere Informationen und Tipps besuchen Sie die Website des ÖAMTC.