Am 2. Dezember 2025 fand in Graz eine richtungsweisende Veranstaltung statt, die die Zukunft der Gebäudesanierung in Österreich maßgeblich beeinflussen könnte. Im Rahmen einer exklusiven Baustellenbesichtigung präsentierten Partner des Großforschungsprojekts RENVELOPE die technologische Innovation d
Am 2. Dezember 2025 fand in Graz eine richtungsweisende Veranstaltung statt, die die Zukunft der Gebäudesanierung in Österreich maßgeblich beeinflussen könnte. Im Rahmen einer exklusiven Baustellenbesichtigung präsentierten Partner des Großforschungsprojekts RENVELOPE die technologische Innovation der „Seriellen Sanierung“. Diese Methode könnte den Gebäudebestand rasch und nachhaltig erneuern und stieß bei der steirischen Landespolitik auf große Resonanz.
Die serielle Sanierung basiert auf einem neuartigen Modulsystem, das von der steirischen Forschungseinrichtung AEE INTEC entwickelt wurde. Dieses System umfasst modulare Fassadenelemente, die in Vorfertigung hergestellt werden. Diese Elemente beinhalten bautechnische Strukturen wie Tragkonstruktionen, Wärmedämmung und Fenster sowie Komponenten der Gebäudetechnik wie Photovoltaik, Lüftung und Wärmeabgabesysteme. Die Module werden vor Ort in wenigen Tagen montiert, was den Eingriff in das bestehende Gebäude minimal hält. Bewohner müssen nicht umziehen, und die Bauarbeiten sind geräusch- und staubarm.
Die Gebäudesanierung hat in Österreich eine lange Tradition. In den letzten Jahrzehnten lag der Fokus auf der energetischen Sanierung, um den Energieverbrauch zu senken und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Die serielle Sanierung ist ein logischer nächster Schritt in dieser Entwicklung, da sie nicht nur energieeffizient ist, sondern auch schnell und kostengünstig umgesetzt werden kann.
Während Österreich mit der seriellen Sanierung eine Vorreiterrolle einnimmt, sind ähnliche Ansätze auch in Deutschland und der Schweiz zu beobachten. In Deutschland gibt es bereits erste Pilotprojekte, die jedoch noch nicht die Breitenwirkung wie in Österreich entfalten. Die Schweiz hingegen setzt verstärkt auf die Digitalisierung im Bauwesen, um ähnliche Effekte zu erzielen.
Die serielle Sanierung hat konkrete Vorteile für die Bürger. Beispielsweise können Bewohner während der Sanierung in ihren Wohnungen bleiben, was den sozialen Frieden wahrt und die Akzeptanz erhöht. Zudem führt die verbesserte Wärmedämmung zu einer erheblichen Reduktion der Heizkosten, was besonders in Zeiten steigender Energiepreise von Bedeutung ist. Ein Beispiel hierfür ist das Studentenwohnheim in der Grüne Gasse in Graz, wo die Maßnahmen zu einer Reduktion des Wärmebedarfs um 50 % führten.
Eine Studie im Rahmen des Projekts RENVELOPE ergab, dass rund 70.000 Gebäude in Österreich für die serielle Sanierung geeignet sind. Diese Methode könnte somit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Die Technologie von TOWERN3000, insbesondere das CEPA®-System, spielt dabei eine entscheidende Rolle, da es die Umstellung auf erneuerbare Energien erleichtert.
Die serielle Sanierung hat das Potenzial, den Gebäudesektor in Österreich nachhaltig zu verändern. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, sind weitere Schritte notwendig. Dazu gehören die Erhöhung des Automatisierungsgrades in der Modulherstellung, die Standardisierung und Digitalisierung der Prozesse sowie Förderanreize. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Politik und Forschung wird entscheidend sein, um die Technologie flächendeckend einzuführen.
Die serielle Sanierung ist ein vielversprechender Ansatz, um den Gebäudebestand in Österreich nachhaltig zu modernisieren. Sie bietet zahlreiche Vorteile, von der Energieeinsparung bis hin zur sozialen Verträglichkeit. Die steirische Innovationskraft könnte dabei als Vorbild für andere Regionen dienen. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite des Projekts RENVELOPE.