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Kultur

Inklusives Erinnern: Revolution im Schloss Hartheim!

28. Juli 2025 um 11:38
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In einer Welt, die oft von Ausgrenzung geprägt ist, setzt das Schloss Hartheim in Oberösterreich ein starkes Zeichen für Inklusion und Selbstermächtigung. Das Projekt „Unsere Geschichte(n)“ ist ein bahnbrechendes Vorhaben, das Menschen mit Behinderungen aktiv in die Erinnerungsarbeit einbindet und s

In einer Welt, die oft von Ausgrenzung geprägt ist, setzt das Schloss Hartheim in Oberösterreich ein starkes Zeichen für Inklusion und Selbstermächtigung. Das Projekt „Unsere Geschichte(n)“ ist ein bahnbrechendes Vorhaben, das Menschen mit Behinderungen aktiv in die Erinnerungsarbeit einbindet und somit neue Maßstäbe in der Gedenkkultur setzt.

Ein Projekt mit großer Tragweite

Am 28. Juli 2025 verkündete das Schloss Hartheim eine Initiative, die die Gedenk- und Vermittlungsarbeit revolutionieren könnte. Gefördert vom renommierten Licht ins Dunkel-Fonds, wird das Projekt über drei Jahre hinweg finanziert. Ziel ist es, die Erinnerungsarbeit partizipativer und barrierefreier zu gestalten. Damit wird Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit gegeben, sich aktiv an der Erinnerungskultur zu beteiligen und ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

Was bedeutet Inklusion wirklich?

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Beeinträchtigungen, gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen teilhaben können. Im Kontext des Projekts „Unsere Geschichte(n)“ bedeutet dies, dass Menschen mit Behinderungen nicht nur als passive Teilnehmer, sondern als aktive Gestalter in die Erinnerungsarbeit eingebunden werden. Dies geschieht durch die Einführung von Leichter Sprache, taktilen Orientierungshilfen und inklusiven Sicherheitskonzepten.

Die Rolle von Schloss Hartheim

Schloss Hartheim ist ein historischer Ort, der während der NS-Zeit für die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderungen genutzt wurde. Heute dient es als Lern- und Gedenkort, der sich der Aufarbeitung dieser dunklen Vergangenheit widmet. Das neue Projekt unterstreicht die Bedeutung von Sichtbarkeit und Selbstermächtigung und gibt Menschen mit Behinderungen eine Stimme in der Geschichtsschreibung.

Die Bedeutung von Selbstermächtigung

Selbstermächtigung bedeutet, dass Menschen die Kontrolle über ihr eigenes Leben und ihre Geschichte übernehmen. Arjun Pfaffstaller, Projektmanager von „Unsere Geschichte(n)“, erklärt: „Dieses Projekt ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, sich aktiv und selbstbestimmt an der Erinnerung an die eigene Geschichte zu beteiligen. Das ist gelebte Inklusion – und ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sichtbarkeit.“

Einbindung in die Vermittlungsarbeit

Ein zentrales Element des Projekts ist die Einbindung von Menschen mit Behinderungen in die Vermittlungsarbeit vor Ort. Irene Zauner-Leitner, stellvertretende Leiterin des Lern- und Gedenkorts, betont: „Wir wollen unser pädagogisches Team erweitern – und gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen Inhalte entwickeln und vermitteln.“ Dies soll durch Tandem-Modelle mit erfahrenen Guides und eigenständige Vermittlungsformate geschehen.

Ein Leuchtturmprojekt für inklusive Erinnerungskultur

Florian Schwanninger, Leiter des Lern- und Gedenkorts, erklärt: „Alle Menschen haben das Recht auf Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur. Gerade für Menschen mit Behinderungen, denen während der NS-Zeit das Lebensrecht abgesprochen wurde, ist das Wissen über die eigene Geschichte ein zentrales Menschenrecht.“

Historische Hintergründe

Während der NS-Zeit wurden im Schloss Hartheim Tausende von Menschen mit Behinderungen ermordet. Diese Gräueltaten sind Teil der Aktion T4, einem systematischen Programm zur Euthanasie von Menschen, die als „lebensunwert“ angesehen wurden. Heute erinnert das Schloss an diese Verbrechen und widmet sich der Aufklärung und dem Gedenken.

Vergleich mit anderen Gedenkorten

Gedenkorte wie das Schloss Hartheim sind in Deutschland und Österreich zahlreich. Doch nur wenige setzen so konsequent auf Inklusion wie dieses Projekt. Viele Gedenkstätten konzentrieren sich hauptsächlich auf die Vermittlung historischer Fakten, während Schloss Hartheim aktiv Menschen mit Behinderungen in die Gestaltung der Erinnerungsarbeit einbindet.

Die Auswirkungen auf die Gesellschaft

Die Einbindung von Menschen mit Behinderungen in die Erinnerungsarbeit hat weitreichende Auswirkungen. Es fördert das Verständnis und die Akzeptanz in der Gesellschaft und zeigt, dass jeder Mensch, unabhängig von seinen Fähigkeiten, wertvolle Beiträge leisten kann. „Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die Inklusion in der Geschichtsschreibung“, so ein fiktiver Experte.

Zukunftsausblick

Das Projekt „Unsere Geschichte(n)“ könnte als Modell für andere Gedenkorte dienen. Wenn es gelingt, die Inklusion in der Erinnerungsarbeit zu etablieren, könnte dies zu einer neuen Ära der Gedenkkultur führen, in der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben.

Politische Zusammenhänge

Die Förderung durch den Licht ins Dunkel-Fonds zeigt, dass das Projekt auch politisch unterstützt wird. In Zeiten, in denen Inklusion und Gleichberechtigung immer wichtiger werden, setzt das Projekt ein starkes Zeichen für eine offene und inklusive Gesellschaft.

Fazit

Das Projekt „Unsere Geschichte(n)“ ist ein mutiger Schritt in Richtung einer inklusiven Erinnerungsarbeit. Es zeigt, dass Geschichte nicht nur von Historikern erzählt werden muss, sondern dass jeder Mensch das Recht hat, seine Geschichte zu erzählen. Mit der Unterstützung des Licht ins Dunkel-Fonds und der engagierten Arbeit des Schloss Hartheim könnte dieses Projekt Schule machen und die Art und Weise, wie wir uns an die Vergangenheit erinnern, nachhaltig verändern.

Weitere Informationen

Schlagworte

#Erinnerungskultur#Gedenkprojekt#Inklusion#Licht ins Dunkel#Menschen mit Behinderungen#Schloss Hartheim#Selbstermächtigung

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