Österreich erreicht EZB-Inflationsziel - Energiekosten entspannen sich
Die Inflation in Österreich ist im Jänner 2026 auf 2,0 Prozent gesunken - den niedrigsten Wert seit über einem Jahr. Der Wirtschaftsbund wertet dies als Erfolg.
Österreich verzeichnet einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen die Teuerung: Die Inflationsrate ist im Jänner 2026 auf 2,0 Prozent gesunken und erreicht damit exakt das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank. Die heute von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen zeigen den niedrigsten Wert seit Dezember 2024 und markieren möglicherweise eine entscheidende Wende in der österreichischen Wirtschaftsentwicklung.
Tanja Graf, Generalsekretärin des Österreichischen Wirtschaftsbundes, interpretiert diese Entwicklung als direkten Beweis für die Wirksamkeit der Regierungsmaßnahmen. "Der spürbare Rückgang der Inflation zeigt, dass die gesetzten Entlastungsmaßnahmen und die wirtschafts- und energiepolitischen Entscheidungen der Bundesregierung richtig und notwendig waren", erklärte Graf in einer ersten Stellungnahme.
Besonders die sogenannte "2-1-0 Formel" von Bundeskanzlerin Christina Stocker scheint nach Ansicht des Wirtschaftsbundes ihre beabsichtigte Wirkung zu entfalten. Graf betont, dass dieser Erfolg "kein Zufall, sondern Ergebnis harter Arbeit und konsequenter Politik" sei. Der Wendepunkt zum Aufschwung sei damit geschafft.
Eine zentrale Rolle beim Rückgang der Teuerungsrate spielt offenbar die positive Entwicklung im Energiebereich. Die Entspannung bei den Energiekosten wirkt sich sowohl auf Unternehmen als auch auf private Haushalte entlastend aus. "Gerade für unsere Unternehmen sind kalkulierbare und leistbare Energiekosten ein entscheidender Wettbewerbsfaktor", unterstreicht Graf die Bedeutung dieser Entwicklung.
Die Stabilisierung der Energiepreise stärkt nach Einschätzung des Wirtschaftsbundes nicht nur den Wirtschaftsstandort Österreich, sondern gibt auch wichtige Wachstumsimpulse für die kommenden Monate. Diese Entwicklung könnte besonders für energieintensive Branchen eine spürbare Erleichterung bedeuten.
Um die aktuelle Entwicklung richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die jüngere Vergangenheit: Österreich hatte wie viele andere europäische Länder in den vergangenen Jahren mit deutlich höheren Inflationsraten zu kämpfen. Energiekrise, Lieferkettenprobleme und geopolitische Spannungen hatten die Preise stark angetrieben.
Das Erreichen der 2-Prozent-Marke ist daher nicht nur symbolisch bedeutsam, sondern markiert eine Rückkehr zu dem Niveau, das Ökonomen als optimal für eine gesunde Wirtschaftsentwicklung betrachten. Die Europäische Zentralbank hat dieses Ziel bewusst gewählt, da es genügend Spielraum für wirtschaftliches Wachstum lässt, ohne deflationäre Tendenzen zu riskieren.
Die sinkende Inflation bringt konkrete Vorteile für verschiedene Wirtschaftsakteure mit sich. Unternehmen können wieder mit stabileren Kosten kalkulieren, was Investitionsentscheidungen erleichtert und die Planungssicherheit erhöht. Für Verbraucher bedeutet die Entwicklung eine spürbare Entlastung bei den täglichen Ausgaben.
Besonders wichtig ist die Entspannung für kleine und mittlere Unternehmen, die oft weniger Möglichkeiten haben, Kostensteigerungen abzufedern. Die stabileren Energiepreise ermöglichen es diesen Betrieben, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und gegebenenfalls auszubauen.
Trotz der positiven Entwicklung mahnt der Wirtschaftsbund zur Vorsicht und fordert eine Fortsetzung des eingeschlagenen Kurses. "Wir dürfen uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen", warnt Graf und betont die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Absicherung des Aufschwungs.
Konkret fordert der Wirtschaftsbund weitere Entlastungsmaßnahmen sowie klare Leistungsanreize für Unternehmer und Arbeitnehmer. "Wer arbeitet, investiert und Leistung bringt, muss auch künftig spürbar entlastet werden", so Grafs Forderung an die Politik.
Der Wirtschaftsbund hat bereits seine strategischen Prioritäten für die kommende Zeit definiert:
Österreichs Inflationsentwicklung steht im Kontext der gesamteuropäischen Wirtschaftslage. Viele EU-Länder kämpfen noch immer mit höheren Teuerungsraten, was die österreichische Entwicklung in einem noch positiveren Licht erscheinen lässt.
Die Annäherung an das EZB-Ziel könnte auch Auswirkungen auf die Geldpolitik haben. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte dies Spielraum für weitere wirtschaftspolitische Maßnahmen schaffen.
Während die aktuellen Zahlen Grund zum Optimismus geben, bleiben verschiedene Herausforderungen bestehen. Die globale Wirtschaftslage, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Veränderungen in der Energieversorgung könnten die positive Entwicklung beeinflussen.
Der Wirtschaftsbund zeigt sich jedoch zuversichtlich: "Wenn wir jetzt auf Kurs bleiben, können wir die Trendwende festigen und Österreich nachhaltig auf Wachstums- und Wohlstandspfad halten", so Graf abschließend.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die positive Entwicklung nachhaltig ist und sich die optimistischen Prognosen bestätigen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, die verschiedenen wirtschaftspolitischen Instrumente erfolgreich zu koordinieren und externe Schocks abzufedern.