Am 16. Januar 2026 stellte die österreichische Bundesregierung ihre neue Industriestrategie 2035 vor, die von der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) als bedeutender Schritt zur Stärkung des Industriestandorts Österreich begrüßt wird. Diese Strategie zielt darauf ab, die internationale Wettbewer
Am 16. Januar 2026 stellte die österreichische Bundesregierung ihre neue Industriestrategie 2035 vor, die von der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) als bedeutender Schritt zur Stärkung des Industriestandorts Österreich begrüßt wird. Diese Strategie zielt darauf ab, die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und Deindustrialisierungstendenzen entgegenzuwirken. Mit rund 300 Unternehmen und 72.500 Beschäftigten ist die Elektro- und Elektronikindustrie ein zentraler Pfeiler der österreichischen Wirtschaft. Doch sie steht unter Druck: Hohe Energie- und Standortkosten, globale Unsicherheiten und ein Mangel an Fachkräften sind Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Schlüsseltechnologien sind Technologien, die aufgrund ihrer Innovationskraft und ihrer Fähigkeit zur Wertschöpfung eine zentrale Rolle in der modernen Industriepolitik spielen. Dazu zählen Künstliche Intelligenz, Robotik und Mikroelektronik. Diese Technologien ermöglichen nicht nur neue Produkte und Dienstleistungen, sondern sichern auch die technologische Souveränität Österreichs und Europas. Die österreichische Regierung plant, die Forschung und Entwicklung (F&E) in diesen Bereichen bis 2030 auf über 4 % des BIP zu steigern, um die Innovationskraft zu fördern.
Die Industriepolitik in Österreich hat sich über die Jahrzehnte hinweg stark verändert. In den 1960er und 1970er Jahren lag der Fokus auf dem Ausbau der Schwerindustrie und der staatlichen Kontrolle über wesentliche Wirtschaftszweige. Mit dem EU-Beitritt 1995 verschob sich der Fokus hin zu einer stärkeren Integration in den europäischen Binnenmarkt und der Förderung von High-Tech-Industrien. Die aktuelle Strategie baut auf diesen Entwicklungen auf und setzt auf eine verstärkte europäische Zusammenarbeit.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich in einigen Bereichen Nachholbedarf. Während Deutschland bereits seit Jahren auf eine starke Förderung von Schlüsseltechnologien setzt, ist die Schweiz bekannt für ihre Investitionen in Bildung und Forschung. Österreich kann von diesen Ansätzen lernen, indem es die Ausbildung von Fachkräften und die Unterstützung von Forschungseinrichtungen intensiviert.
Die neue Industriestrategie wird direkte Auswirkungen auf die Bürger haben. Zum einen sollen durch die Senkung der Energiekosten und die Schaffung von Investitionsanreizen Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden. Zum anderen wird die Fokussierung auf europäische Produkte in der öffentlichen Beschaffung dazu beitragen, die heimische Wirtschaft zu stärken. Ein Beispiel ist die geplante Senkung des Industriestrompreises auf bis zu 5 Cent pro kWh ab 2027, was Unternehmen Planungssicherheit gibt und Investitionen fördert.
Österreichs Elektro- und Elektronikindustrie umfasst rund 300 Unternehmen mit 72.500 Beschäftigten. Diese Branche ist ein wesentlicher Teil der österreichischen Wirtschaft und erwirtschaftet jährlich Milliardenumsätze. Die geplanten Investitionen in Schlüsseltechnologien und die Erhöhung der F&E-Quote sollen dazu beitragen, diese Zahlen in den kommenden Jahren zu steigern.
Ein zentrales Element der Strategie ist die Bekämpfung des Fachkräftemangels. Neue Lehrberufe in Schlüsseltechnologie-Bereichen und modernisierte HTL-Lehrpläne sollen dazu beitragen, den steigenden Personalbedarf zu decken. Initiativen wie #JoinTheFuture sollen junge Menschen für technische Berufe begeistern und den Nachwuchs sichern.
Die Umsetzung der Industriestrategie 2035 wird entscheidend für die Zukunft des Industriestandorts Österreich sein. Die Fokussierung auf Schlüsseltechnologien und die Stärkung der europäischen Zusammenarbeit werden dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die technologische Souveränität zu stärken. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die gesetzten Ziele erreicht werden und Österreich seine Position als innovativer Industriestandort behaupten kann.
Insgesamt bietet die Industriestrategie 2035 eine vielversprechende Perspektive für die österreichische Industrie. Doch entscheidend wird die konsequente Umsetzung der Maßnahmen sein. Nur so können Wachstum, Innovation und Beschäftigung langfristig gesichert werden.