Am 2. Dezember 2025 erregte eine Pressemitteilung der Österreichischen Apothekerkammer großes Aufsehen. Der Bestell- und Verteilmechanismus für das Österreichische Impfprogramm (ÖIP), der derzeit vom Bund finanziert wird, steht massiv in der Kritik. Die Apothekerkammer fordert, dass die Verteilung v
Am 2. Dezember 2025 erregte eine Pressemitteilung der Österreichischen Apothekerkammer großes Aufsehen. Der Bestell- und Verteilmechanismus für das Österreichische Impfprogramm (ÖIP), der derzeit vom Bund finanziert wird, steht massiv in der Kritik. Die Apothekerkammer fordert, dass die Verteilung von Impfstoffen wieder über die 1.470 Apotheken in ganz Österreich laufen soll. Diese Forderung kommt nicht von ungefähr, denn die derzeitige Situation ist alles andere als optimal. Mit einer Durchimpfungsrate von nur 8,8 Prozent für Influenza bis Ende November sind viele Impfdosen ungenutzt, was zu einer potenziellen Verschwendung führt.
Die Apotheken in Österreich haben eine lange Tradition in der Verteilung von Arzneimitteln und Impfstoffen. Ihre Infrastruktur ist bestens dafür geeignet, Impfstoffe effizient und flächendeckend zu verteilen. Doch warum sind Apotheken so wichtig für das Impfprogramm? Apotheken sind in nahezu jeder Gemeinde zu finden und bieten somit einen niederschwelligen Zugang zu medizinischer Versorgung. Diese Zugänglichkeit ist entscheidend, um die Durchimpfungsraten zu erhöhen.
Historisch gesehen, haben Apotheken in Österreich eine zentrale Rolle bei der Gesundheitsversorgung gespielt. Bereits in der Vergangenheit wurden Impfstoffe über Apotheken verteilt, was sich als äußerst effizient erwiesen hat. Die zentrale Rolle der Apotheken wurde jedoch in den letzten Jahren durch neue Verteilmechanismen ersetzt, die nun auf dem Prüfstand stehen. Diese Umstellung hat zu einer fragmentierten Struktur geführt, die nicht mehr die gewünschten Ergebnisse liefert.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich nicht alleine mit diesen Herausforderungen dasteht. In Deutschland und der Schweiz wird die Verteilung von Impfstoffen ebenfalls diskutiert, wobei die Rolle der Apotheken unterschiedlich gewichtet wird. In Deutschland beispielsweise läuft die Verteilung teilweise über Apotheken, während in der Schweiz die Impfstoffe hauptsächlich über Ärzte verteilt werden. Diese unterschiedlichen Ansätze bieten wertvolle Erkenntnisse für die Optimierung des österreichischen Systems.
Die ineffiziente Verteilung von Impfstoffen hat direkte Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung. Wenn Impfdosen ungenutzt bleiben oder falsch verteilt werden, steigt das Risiko von Krankheitsausbrüchen. Ein Beispiel: In einigen Ordinationen gibt es einen Überschuss an Impfdosen, während andere Praxen gänzlich leer ausgehen. Diese Ungleichverteilung führt nicht nur zu Frustration bei den Bürgern, sondern gefährdet auch die öffentliche Gesundheit.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit nur 8,8 Prozent Durchimpfungsrate bei Influenza bis Ende November 2025 ist Österreich weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Insgesamt wurden 493.000 Influenza-Impfdosen an Ordinationen ausgeliefert, jedoch noch nicht verimpft. Diese Diskrepanz zwischen gelieferten und tatsächlich verabreichten Dosen ist ein Indikator für die Ineffizienz des aktuellen Systems.
Die Zukunft der Impfstoffverteilung in Österreich könnte in einer Rückkehr zu bewährten Strukturen liegen. Die Apothekerkammer ist bereit, die Verteilung wieder zu übernehmen und somit einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Mit 3.000 ausgebildeten Apotheker:innen, die bereit sind, Auffrischungsimpfungen direkt in den Apotheken durchzuführen, könnte Österreich seine Durchimpfungsraten signifikant steigern. Zudem wird in 15 europäischen Ländern bereits erfolgreich in Apotheken geimpft, was als Vorbild dienen könnte.
Die Rückkehr zur Verteilung über Apotheken könnte nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch das Vertrauen der Bevölkerung in das Impfprogramm stärken. Die Apothekerkammer betont, dass sie jederzeit bereit ist, die Verteilung wieder zu übernehmen. Diese Bereitschaft könnte der Schlüssel zu einer erfolgreichen Impfstrategie in Österreich sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Apotheken eine entscheidende Rolle in der Impfstoffverteilung spielen könnten. Die derzeitige Situation zeigt, dass eine Rückkehr zu bewährten Strukturen notwendig ist, um die Durchimpfungsraten zu erhöhen und die öffentliche Gesundheit zu schützen. Die Bevölkerung ist auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen, die einen niederschwelligen Zugang zu Impfungen ermöglicht. Eine Rückkehr zur Verteilung über Apotheken könnte genau das bieten.