Am 3. Februar 2026 veröffentlichte die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) eine kritische Stellungnahme zur aktuellen Zulassungspolitik der EU für Pflanzenschutzmittel. Diese Politik könnte weitreichende Folgen für die österreichische Landwirtschaft und die gesamte Lebensmittelkette haben. Der IGP-
Am 3. Februar 2026 veröffentlichte die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) eine kritische Stellungnahme zur aktuellen Zulassungspolitik der EU für Pflanzenschutzmittel. Diese Politik könnte weitreichende Folgen für die österreichische Landwirtschaft und die gesamte Lebensmittelkette haben. Der IGP-Obmann Christian Stockmar betont, dass ohne wirksame Mittel gegen Unkraut und Schädlinge die Ernteerträge und die Qualität der Produkte erheblich leiden könnten.
Pflanzenschutzmittel sind chemische oder biologische Substanzen, die eingesetzt werden, um Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu schützen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Landwirtschaft, um Erträge zu sichern und die Qualität der Ernte zu gewährleisten. Ohne diese Mittel könnten sich Schädlinge ungehindert ausbreiten, was zu erheblichen Ertragsverlusten führen würde.
Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln hat eine lange Geschichte. Bereits in der Antike wurden natürliche Substanzen genutzt, um Pflanzen zu schützen. Mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert wurden chemische Pflanzenschutzmittel entwickelt, die effektiver und einfacher anzuwenden waren. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Fokus auf die Entwicklung umweltfreundlicherer und biologischer Mittel verlagert, um den steigenden Anforderungen an Umweltschutz und Nachhaltigkeit gerecht zu werden.
In Deutschland und der Schweiz ist die Regulierung von Pflanzenschutzmitteln ebenfalls ein heiß diskutiertes Thema. Während Deutschland strenge Zulassungsverfahren hat, die den Einsatz vieler chemischer Mittel einschränken, setzt die Schweiz auf eine Kombination aus strikten Kontrollen und Förderung biologischer Alternativen. Österreich, als Mitglied der EU, muss sich an die gemeinsamen europäischen Richtlinien halten, was oft zu Spannungen zwischen nationalen Interessen und EU-Vorgaben führt.
Die Auswirkungen der fehlenden Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln sind weitreichend. Landwirte stehen vor der Herausforderung, ihre Erträge ohne die gewohnten Mittel zu sichern. Dies könnte zu höheren Preisen für Lebensmittel führen, da die Produktionskosten steigen und die Abhängigkeit von Importen zunimmt. Ein Beispiel ist der Anbau von Sonderkulturen wie Obst und Gemüse, die besonders anfällig für Schädlinge sind. Ohne ausreichenden Schutz könnten diese Kulturen stark leiden, was nicht nur die Verfügbarkeit, sondern auch die Vielfalt der Produkte im Supermarktregal einschränkt.
Laut einer Studie der Landwirtschaftskammer Österreich könnten die Ernteverluste ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis zu 30% betragen. Dies würde nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Betriebe gefährden, sondern auch die Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Die Kosten für alternative Methoden wie mechanische Unkrautbekämpfung oder biologische Schädlingskontrolle sind oft höher, was sich in den Endpreisen für Verbraucher niederschlägt.
Die Zukunft der Pflanzenschutzmittel in Österreich hängt stark von den politischen Entscheidungen auf EU-Ebene ab. Eine mögliche Lösung könnte die verstärkte Förderung von Forschung und Entwicklung neuer, umweltfreundlicherer Mittel sein. Dies würde nicht nur die Landwirtschaft unterstützen, sondern auch zur Einhaltung der hohen Umwelt- und Qualitätsstandards beitragen, die von der Gesellschaft gefordert werden.
Die Diskussion um die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ist komplex und betrifft alle Teile der Gesellschaft. Während der Schutz von Mensch und Umwelt oberste Priorität hat, müssen gleichzeitig praktikable Lösungen für die Landwirtschaft gefunden werden. Die IGP fordert daher eine ausgewogene und wissenschaftlich fundierte Regulierung, die sowohl die Bedürfnisse der Landwirte als auch die Erwartungen der Verbraucher berücksichtigt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der IndustrieGruppe Pflanzenschutz.