In einer bahnbrechenden Entscheidung hat die Bundeszielsteuerungskommission am Freitag, dem 27. Juni 2025, beschlossen, die kostenlose HPV-Catch-Up-Impfung für junge Erwachsene im Alter von 21 bis 30 Jahren bis Ende Juni 2026 zu verlängern. Diese Maßnahme wird weiterhin aus dem Öffentlichen Erwachse
In einer bahnbrechenden Entscheidung hat die Bundeszielsteuerungskommission am Freitag, dem 27. Juni 2025, beschlossen, die kostenlose HPV-Catch-Up-Impfung für junge Erwachsene im Alter von 21 bis 30 Jahren bis Ende Juni 2026 zu verlängern. Diese Maßnahme wird weiterhin aus dem Öffentlichen Erwachsenen-Impfprogramm finanziert, das von der Sozialversicherung, dem Bund und den Ländern getragen wird. Dieses Angebot, das ursprünglich bis zum 31. Dezember 2025 befristet war, bleibt damit auch im kommenden Jahr bestehen und sendet ein starkes Signal für solidarische Gesundheitsversorgung und chancengleiche Krebsvorsorge.
HPV steht für Humane Papillomviren, eine Gruppe von Viren, die mehr als 100 verschiedene Typen umfasst. Einige dieser Viren können zu Krebs führen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und Rachenkrebs bei beiden Geschlechtern. In Österreich erkranken jährlich rund 400 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, und etwa 140 sterben daran. Die HPV-Impfung kann das Risiko, an diesen Krebsarten zu erkranken, um bis zu 90 Prozent senken. Diese Impfung ist ein entscheidender Bestandteil der gesundheitlichen Präventivmaßnahmen, da sie nachweislich vor mehreren Krebsarten schützt.
Die Einführung der HPV-Impfung in Österreich ist Teil einer weltweiten Initiative zur Reduzierung von HPV-bedingten Krankheiten. Seit ihrer Einführung wurde die Impfung kontinuierlich erweitert, um mehr Altersgruppen abzudecken. Ursprünglich nur für Mädchen und junge Frauen empfohlen, hat sich die Strategie inzwischen geändert, um auch Jungen und junge Männer einzubeziehen. Diese Erweiterung basiert auf Studien, die gezeigt haben, dass auch Männer von HPV betroffen sind und durch die Impfung geschützt werden können.
Die Finanzierung der HPV-Impfung erfolgt über das Öffentliche Erwachsenen-Impfprogramm und wird von der Sozialversicherung sowie durch Beiträge von Bund und Ländern getragen. Diese Finanzierung zeigt das Engagement der Regierung, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, die unabhängig vom sozioökonomischen Status der Bürger ist. Claudia Neumayer-Stickler, die Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, betont die Bedeutung dieser Maßnahme: "Die Verlängerung der HPV-Catch-Up-Impfung zeigt, wie wichtig wir gesundheitliche Präventivmaßnahmen nehmen."
In anderen europäischen Ländern wie Deutschland und der Schweiz wurde die HPV-Impfung ebenfalls in die nationalen Impfprogramme aufgenommen. Allerdings gibt es Unterschiede in der Altersgrenze und der Kostenübernahme. Während Österreich die Impfung bis zum Alter von 30 Jahren kostenlos anbietet, liegt die Altersgrenze in Deutschland oft niedriger, und nicht alle Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Dies verdeutlicht das fortschrittliche Vorgehen Österreichs im Bereich der öffentlichen Gesundheit.
Für die Bürger bedeutet die Verlängerung der kostenlosen HPV-Impfung eine erhebliche finanzielle Entlastung. Die Kosten für eine vollständige HPV-Impfserie können ohne staatliche Unterstützung mehrere hundert Euro betragen. Durch das kostenlose Angebot können nun mehr junge Erwachsene von diesem wichtigen gesundheitlichen Schutz profitieren, ohne sich um die finanzielle Belastung kümmern zu müssen.
Ein anerkannter Epidemiologe kommentiert: "Die Verlängerung der HPV-Impfung ist ein wichtiger Schritt, um die öffentliche Gesundheit zu verbessern und künftige Generationen vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen." Die Nachfrage nach der Impfung ist hoch, wie die Zahlen zwischen Juli 2024 und Mai 2025 zeigen, in denen über 148.000 Impfungen bei 21- bis 30-Jährigen dokumentiert wurden. Dieser Trend wird voraussichtlich anhalten, da die Bevölkerung zunehmend über die Vorteile der Impfung aufgeklärt wird.
Claudia Neumayer-Stickler appelliert eindringlich an die Eltern, ihre Kinder rechtzeitig im Rahmen des Kinderimpfprogramms impfen zu lassen. Auch junge Männer seien durch HPV betroffen und könnten durch die Impfung sich selbst und andere schützen. "Die Nachfrage ist da – jetzt gilt es, dieses Fenster zu nutzen. Impfen rettet Leben", so Neumayer-Stickler abschließend. Dieser Appell unterstreicht die Notwendigkeit, die Bevölkerung über die Wichtigkeit der Impfung aufzuklären und die Impfraten zu erhöhen.
Die Verlängerung der kostenlosen HPV-Impfung für junge Erwachsene ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer besseren Gesundheitsversorgung und Prävention. Sie zeigt das Engagement der österreichischen Regierung, gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern und die Bevölkerung vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen. Es bleibt zu hoffen, dass andere Länder diesem Beispiel folgen und ihre Impfprogramme entsprechend anpassen.