Die Sommer werden heißer und die Städte immer voller – eine Kombination, die vor allem unseren älteren Mitbürgern zu schaffen macht. Eine neue Studie der Universität für Bodenkultur Wien zeigt, wie entscheidend gut gestaltete städtische Grünflächen für das Wohlbefinden älterer Menschen sind. Am 22.
Die Sommer werden heißer und die Städte immer voller – eine Kombination, die vor allem unseren älteren Mitbürgern zu schaffen macht. Eine neue Studie der Universität für Bodenkultur Wien zeigt, wie entscheidend gut gestaltete städtische Grünflächen für das Wohlbefinden älterer Menschen sind. Am 22. Juli 2025 veröffentlichte die Universität ihre brisanten Forschungsergebnisse, die aufhorchen lassen.
Die sommerliche Hitze in Städten kann für ältere Menschen, die oft in schlecht isolierten Wohnungen leben, zu einer ernsten Bedrohung werden. Viele Senioren haben Schwierigkeiten, ihre Körpertemperatur zu regulieren und sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Diese Faktoren, kombiniert mit sozialer Isolation, verschärfen die Problematik. Die BOKU-Studie legt offen, dass viele Senioren bei großer Hitze den Aufenthalt im Freien meiden, obwohl gerade dort ihre Lebensqualität erheblich gesteigert werden könnte.
Bei einer Umfrage unter 193 älteren Wienern aus besonders hitzebelasteten Stadtteilen gaben fast 80 Prozent an, die Temperaturen in ihrer Wohnung während Hitzewellen als heiß oder sehr heiß zu empfinden. Nur 7 Prozent verfügen über eine Klimaanlage. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, städtische Grünflächen als kühle Rückzugsorte zu gestalten.
Diese Strategien zeigen auf, dass viele ältere Menschen gezwungen sind, in ihren Wohnungen auszuharren, obwohl Grünflächen eine willkommene Abwechslung bieten könnten.
Die Studie untersuchte die Präferenzen älterer Menschen bei der Nutzung von Parks. Überraschenderweise spielen soziale Aspekte wie die Anzahl anderer Besucher eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es Faktoren wie dichter Schatten, Wasserflächen und kühlere Temperaturen, die Senioren in die Parks locken.
Bis zu 85 % der zuhause bleibenden Senioren könnten durch solche Maßnahmen motiviert werden, Grünflächen aufzusuchen. Diese Erkenntnis ist nicht nur für die Gesundheit der Senioren von Bedeutung, sondern auch für ihre soziale Teilhabe.
Die BOKU-Studie gibt der Stadtplanung konkrete Empfehlungen mit auf den Weg. Die Entwicklung kühler Grünräume, die speziell auf ältere Menschen zugeschnitten sind, steht dabei im Vordergrund. Schattige, barrierefreie und kurze Zugangswege mit möglichst geringer Hitzeexposition sind ebenso wichtig.
Aufklärung über kühlere Tageszeiten und die Temperaturvorteile von Parks sowie die Förderung der Nutzung auch am Abend durch bessere Beleuchtung und Sicherheit sind weitere Maßnahmen, die ergriffen werden sollten.
Die Ergebnisse der BOKU-Studie sollten nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Städten als Weckruf dienen. Der demografische Wandel führt zu einer älter werdenden Bevölkerung, und die Anzahl der Hitzetage nimmt zu. Eine vorausschauende Stadtplanung, die die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt, ist entscheidend.
Von Graz bis Innsbruck, von Salzburg bis Linz – alle österreichischen Städte stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Die Integration von Grünflächen in die städtische Infrastruktur könnte nicht nur das Wohlbefinden der Senioren verbessern, sondern auch als Vorbild für andere europäische Städte dienen.
Ein Experte aus dem Bereich Stadtplanung kommentiert: „Grünflächen sind nicht nur Erholungsräume, sondern potenzielle Lebensretter während Hitzewellen. Ihre gezielte Gestaltung kann dazu beitragen, hitzebedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren – besonders für ältere, sozial isolierte oder gesundheitlich eingeschränkte Stadtbewohner.“
Die Studie der Universität für Bodenkultur Wien macht deutlich: Die Gestaltung von städtischen Grünflächen ist mehr als nur eine ästhetische Frage. Sie ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und der Gesundheitsvorsorge. Städte müssen handeln, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein und ihren älteren Bürgern ein lebenswertes Umfeld zu bieten.
Weitere Informationen und über 30 weitere Projekte von BOKU-Forschern über vorbeugende Hitzemaßnahmen finden Sie auf der Website „Heat an the City“ auf boku.ac.at.