Die Sommermonate sind in vollem Gange, und während viele die warmen Temperaturen genießen, leiden andere unter den extremen Bedingungen, die sie mit sich bringen. Eine Berufsgruppe, die besonders stark betroffen ist, sind die Friseur:innen. Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius wird der Arbeitsplatz
Die Sommermonate sind in vollem Gange, und während viele die warmen Temperaturen genießen, leiden andere unter den extremen Bedingungen, die sie mit sich bringen. Eine Berufsgruppe, die besonders stark betroffen ist, sind die Friseur:innen. Bei Temperaturen über 30 Grad Celsius wird der Arbeitsplatz im Salon schnell zur echten Belastungsprobe. Doch was genau macht die Arbeit für Friseur:innen bei diesen Temperaturen so unerträglich?
Während viele Menschen beim Gedanken an heiße Sommertage zuerst an Baustellenarbeiter denken, die unter freiem Himmel schuften, übersieht man oft die Herausforderungen, die Friseur:innen in geschlossenen Räumen meistern müssen. In den Salons steigt die Temperatur nicht nur durch die Außentemperaturen, sondern auch durch den Einsatz von Föhn, Glätteisen und warmem Wasser. Diese Geräte heizen die Luft zusätzlich auf, und ohne ausreichende Belüftung oder Klimaanlagen kann die Hitze schnell unerträglich werden.
Die gesundheitlichen Folgen dieser Hitze sind nicht zu unterschätzen. Friseur:innen berichten von angeschwollenen Händen und Knöcheln, Kreislaufproblemen und Erschöpfung. Diese Symptome sind nicht nur unangenehm, sondern können auch die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, was bei der präzisen Arbeit im Friseurhandwerk fatal sein kann.
„Die Hitze stresst uns nicht nur körperlich, sondern auch emotional“, erklärt eine erfahrene Friseurin aus Wien. „Wenn man den ganzen Tag in einem überhitzten Salon arbeitet, sinkt die Geduld und die Stimmung kippt schneller, sowohl bei uns als auch bei den Kunden.“
In Österreich gibt es bisher keine einheitlichen Regelungen für „Hitzefrei“ in Innenräumen. Während Bauarbeiter bei Temperaturen über 32,5 Grad im Schatten freibekommen können, fehlen solche Regelungen für Berufe wie Friseur:innen. Eine Verordnung, die ab 2026 in Kraft treten soll, sieht zwar Hitzeschutzpläne für Berufe im Freien vor, doch für Innenräume gibt es bisher keine konkreten Maßnahmen.
Die Gewerkschaft vida hat sich dieser Problematik angenommen und fordert konkrete Maßnahmen, um die Arbeitsbedingungen für Friseur:innen zu verbessern:
Ein Blick in andere Bundesländer zeigt, dass die Situation ähnlich ist. Auch in den westlichen Bundesländern, wo die Temperaturen im Sommer ebenfalls hoch klettern können, kämpfen Friseur:innen mit denselben Problemen. Die Gewerkschaft vida betont, dass es eine einheitliche Regelung für ganz Österreich geben muss, um die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen zu schützen.
Das Thema Hitzeschutz am Arbeitsplatz ist keineswegs neu. Schon in den 1970er Jahren gab es erste Diskussionen über die Notwendigkeit von Arbeitszeitregelungen bei extremen Temperaturen. Doch während für viele Berufe im Freien seither Maßnahmen getroffen wurden, blieb die Situation in Innenräumen weitgehend unverändert.
Für die Kund:innen bedeutet die Hitze im Salon nicht nur, dass sie möglicherweise länger auf ihren Termin warten müssen, weil das Personal häufiger Pausen einlegen muss. Auch die Qualität der Dienstleistung kann leiden, wenn die Friseur:innen aufgrund der Hitze nicht mehr voll konzentriert arbeiten können.
„Manchmal fällt es schwer, sich bei der Hitze auf die feinen Details zu konzentrieren“, gibt eine Friseurin zu. „Das ist frustrierend, weil wir unseren Kund:innen natürlich die bestmögliche Leistung bieten wollen.“
Was bringt die Zukunft für Friseur:innen in Österreich? Die Gewerkschaft vida setzt große Hoffnungen in die geplante Verordnung für Hitzeschutzpläne ab 2026. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, und es bleibt abzuwarten, ob die Regelungen auch für Innenräume gelten werden.
Experten sind sich einig, dass langfristig mehr in die Ausstattung der Salons investiert werden muss. „Eine moderne Klimaanlage und ein gut durchdachtes Belüftungssystem sollten in jedem Salon Standard sein“, so ein Branchenkenner. „Das ist nicht nur im Interesse der Beschäftigten, sondern auch der Kund:innen.“
Die Forderungen der Gewerkschaft vida sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Doch um die Arbeitsbedingungen für Friseur:innen nachhaltig zu verbessern, bedarf es eines gemeinsamen Kraftakts von Politik, Gewerkschaften und Salonbesitzer:innen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Gesundheit der Arbeitnehmer:innen auch in den heißesten Monaten des Jahres geschützt wird.
Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website der Gewerkschaft vida unter vida.at.