In Wien braut sich ein Sturm zusammen, der die Gemüter erhitzt und die öffentliche Diskussion über die Erinnerungskultur in der Stadt neu entfacht. Am 24. Oktober 2025 haben Vertreter der Grünen Wien eine brisante Forderung aufgestellt: Die Entfernung des Hermann Gmeiner-Denkmals und die Umbenennung
In Wien braut sich ein Sturm zusammen, der die Gemüter erhitzt und die öffentliche Diskussion über die Erinnerungskultur in der Stadt neu entfacht. Am 24. Oktober 2025 haben Vertreter der Grünen Wien eine brisante Forderung aufgestellt: Die Entfernung des Hermann Gmeiner-Denkmals und die Umbenennung eines Parks, der seinen Namen trägt. Diese Forderung kommt angesichts der jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der SOS Kinderdörfer, Hermann Gmeiner.
Hermann Gmeiner, der Mann hinter den weltweit anerkannten SOS Kinderdörfern, wird nun mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Ursula Berner, die Kultur- und Familiensprecherin der Grünen Wien, äußerte sich dazu: „So ehrenvoll es war, die SOS Kinderdörfer zu errichten, müssen wir derzeit eine zweite, sehr dunkle Seite des Gründers kennenlernen.“ Diese Aussage bezieht sich auf die Missbrauchsvorwürfe, die kürzlich ans Licht gekommen sind.
Der historische Hintergrund der SOS Kinderdörfer ist bemerkenswert. Gegründet nach dem Zweiten Weltkrieg, boten sie tausenden Kindern in Not ein Zuhause und eine Zukunft. Doch nun wird das Vermächtnis Gmeiners von Anschuldigungen überschattet, die eine Neubewertung seines Lebenswerks erzwingen.
Die Forderung der Grünen, das Gmeiner-Denkmal zu entfernen und den Park umzubenennen, ist Teil eines größeren Trends, der in vielen Städten weltweit zu beobachten ist. Der Umgang mit historischen Figuren, die trotz ihrer Verdienste auch dunkle Kapitel in ihrer Biografie aufweisen, wird zunehmend kritisch hinterfragt.
Alexander Hirschenhauser, Klubobmann der Grünen Innere Stadt, hofft auf einen einstimmigen Beschluss im Bezirk, der die Umbenennung des Parks und die Entfernung der Statue ermöglicht. „Mit einer Umbenennung des Parks, einer Entfernung des Gmeiner-Denkmals sowie der Errichtung eines Gedenksteins kann die Stadt ein deutliches Zeichen gegen Täter setzen und sich klar für ein stärkeres Bewusstsein gegenüber Übergriffen in der Kinder- und Jugendhilfe positionieren“, betonte Berner.
Die Debatte um das Gmeiner-Denkmal hat weitreichende Auswirkungen auf die Wiener Bevölkerung. Für viele Bürger, die mit den SOS Kinderdörfern positive Erinnerungen verbinden, ist die Enthüllung der Vorwürfe ein Schock. Gleichzeitig gibt es eine wachsende Unterstützung für die Forderung, die Erinnerung an Gmeiner kritisch zu hinterfragen und stattdessen den Opfern von Missbrauch mehr Raum zu geben.
Ein fiktiver Experte für Erinnerungskultur erklärt: „Die Entfernung von Denkmälern ist nicht nur ein symbolischer Akt. Sie spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider, der die Prioritäten neu setzt: weg von der Heldenverehrung hin zu einem kritischen Blick auf die Vergangenheit.“
Die Entscheidung über das Gmeiner-Denkmal könnte einen Präzedenzfall für weitere ähnliche Fälle in Wien und darüber hinaus schaffen. Es ist wahrscheinlich, dass andere Städte diese Debatte aufmerksam verfolgen und ihre eigenen Denkmäler und Gedenkpraktiken überdenken.
Die Grünen Wien sehen in der Umbenennung und der Errichtung eines Gedenksteins für die Opfer von Missbrauch eine Möglichkeit, die Stadt Wien als Vorreiterin in der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen in öffentlichen Einrichtungen zu positionieren. „Es ist eine Chance, aus der Vergangenheit zu lernen und eine Zukunft zu gestalten, die auf Respekt und Anerkennung der Opfer basiert“, so Berner.
Die Diskussion um Hermann Gmeiner und sein Denkmal ist noch lange nicht abgeschlossen. Sie wirft grundlegende Fragen über die Art und Weise auf, wie wir als Gesellschaft mit unserer Geschichte umgehen und welche Werte wir für die Zukunft hochhalten wollen.
Weitere Informationen zu dieser Debatte finden Sie in der Original-Pressemitteilung der Grünen Wien.