Die jüngste Greenpeace-Studie hat am heutigen Tag, dem 13. August 2025, die Öffentlichkeit erschüttert und ein erschreckendes Licht auf die Praktiken der Textilindustrie geworfen. Elisabeth Götze, die Wirtschaftssprecherin der Grünen, äußerte sich empört über die Ergebnisse und forderte dringenden H
Die jüngste Greenpeace-Studie hat am heutigen Tag, dem 13. August 2025, die Öffentlichkeit erschüttert und ein erschreckendes Licht auf die Praktiken der Textilindustrie geworfen. Elisabeth Götze, die Wirtschaftssprecherin der Grünen, äußerte sich empört über die Ergebnisse und forderte dringenden Handlungsbedarf. Die viel beworbenen Recyclingversprechen der Modeindustrie entpuppen sich als leere Marketingstrategien, die die Umwelt massiv belasten.
Die Studie offenbart, dass viele Kleidungsstücke, die von Recyclingunternehmen und großen Modehändlern wie H&M und Mango zurückgenommen werden, nicht wie versprochen recycelt werden. Stattdessen reisen sie um die halbe Welt, nur um letztendlich verbrannt zu werden. Diese Praxis stellt nicht nur eine Täuschung der Konsument:innen dar, sondern auch eine erhebliche Umweltbelastung.
Recycling bedeutet im Allgemeinen die Wiederverwertung von Materialien, um Ressourcen zu schonen und Abfall zu minimieren. In der Theorie sollten Textilien und Schuhe, die nicht mehr benötigt werden, in ihre Rohstoffe zerlegt und erneut verwendet werden. Doch die Realität sieht anders aus, wie die Studie zeigt.
Modehändler wie H&M und Mango werben damit, alte Kleidung entgegenzunehmen und die Rohstoffe wiederzuverwenden. Doch laut der Greenpeace-Studie ist dieses Versprechen oft nur ein billiger Marketinggag. Ein Großteil der eingesammelten Kleidung wird über tausende Kilometer transportiert und letztlich verbrannt, anstatt recycelt zu werden.
Die meisten zurückgegebenen Kleidungsstücke unternehmen eine wahre Weltreise, bevor sie endgültig entsorgt werden. Diese langen Transportwege sind nicht nur ineffizient, sondern auch umweltschädlich. Der CO2-Ausstoß, der durch diese Transporte entsteht, trägt erheblich zur globalen Erwärmung bei.
Götze fordert eine erweiterte Herstellerverantwortung, um die Textilkonzerne in die Pflicht zu nehmen. Diese Verantwortung soll auch für Importware gelten und die finanziellen Mittel bereitstellen, um ein funktionierendes Sammel- und Verwertungssystem in Österreich aufzubauen.
Unter erweiterter Herstellerverantwortung versteht man das Prinzip, dass Hersteller für die Entsorgung ihrer Produkte verantwortlich sind. Dies bedeutet, dass sie die Kosten und die Organisation der Rücknahme und des Recyclings übernehmen müssen.
Ein weiterer Vorschlag ist die Ökomodulation, bei der umweltfreundliche Produkte mit geringeren Entsorgungsgebühren belohnt werden, während umweltschädliche Produkte höhere Kosten verursachen. Diese Maßnahme könnte einen erheblichen Anreiz für Unternehmen schaffen, nachhaltiger zu produzieren.
Ökomodulation ist ein System, das die Kosten der Entsorgung an die Umweltfreundlichkeit der Produkte koppelt. Unternehmen, die umweltfreundlicher produzieren, zahlen niedrigere Gebühren, was sie dazu motiviert, nachhaltigere Praktiken zu übernehmen.
Die Vorschläge der Grünen stehen im Einklang mit der 2022 präsentierten Textilstrategie der EU, die darauf abzielt, die Sammelquoten zu erhöhen und die Umweltbelastung zu reduzieren. Österreich könnte durch die Umsetzung dieser Vorschläge eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen.
Die EU-Textilstrategie zielt darauf ab, die Nachhaltigkeit in der Textilindustrie zu erhöhen. Sie fordert unter anderem höhere Sammelquoten und die Förderung von Recyclingtechnologien, um die Umweltbelastung zu verringern.
Götze schlägt zudem eine Paketgebühr für importierte Billigware vor, wie sie von Unternehmen wie Temu und Shein angeboten wird. Diese Produkte sind oft falsch deklariert und enthalten schädliche Chemikalien, die in der EU nicht zugelassen sind. Die Gebühren sollen die Kosten für Importkontrollen decken.
Frankreich hat bereits eine solche Paketgebühr im Rahmen eines Ultra-Fast-Fashion-Gesetzes eingeführt. Diese Maßnahme könnte auch in Österreich umgesetzt werden, um die negativen Auswirkungen von Billigimporten zu minimieren.
Für die Verbraucher bedeutet die aktuelle Situation, dass sie oft getäuscht werden. Sie glauben, durch das Zurückgeben ihrer Kleidung einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, während ihre Kleidung tatsächlich die Umwelt belastet. Eine erweiterte Herstellerverantwortung könnte hier Abhilfe schaffen, indem sie sicherstellt, dass die Kleidung tatsächlich recycelt wird.
Verbraucher können ihren Teil dazu beitragen, die Umweltbelastung zu reduzieren, indem sie bewusster kaufen und auf nachhaltige Marken setzen. Auch das Teilen und Tauschen von Kleidung kann eine umweltfreundliche Alternative sein.
Die Ergebnisse der Greenpeace-Studie zeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Die Politik ist gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Textilindustrie in die Pflicht zu nehmen und die Umwelt zu schützen. Eine Kombination aus erweiterter Herstellerverantwortung, Ökomodulation und Paketgebühren könnte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.
Experten sind sich einig, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist. Die Textilindustrie muss nachhaltiger werden, und die Verbraucher müssen bewusster konsumieren. Nur so kann die Umweltbelastung reduziert und die Zukunft unseres Planeten gesichert werden.