Am 27. Januar 2026 veröffentlichte Greenpeace einen aufschlussreichen Marktcheck, der das Angebot an Proteinriegeln in österreichischen Supermärkten und Drogerien unter die Lupe nahm. Die Ergebnisse sind alarmierend: Von 293 getesteten Riegeln sind nur vier als empfehlenswert eingestuft worden. Dies
Am 27. Januar 2026 veröffentlichte Greenpeace einen aufschlussreichen Marktcheck, der das Angebot an Proteinriegeln in österreichischen Supermärkten und Drogerien unter die Lupe nahm. Die Ergebnisse sind alarmierend: Von 293 getesteten Riegeln sind nur vier als empfehlenswert eingestuft worden. Diese Riegel zeichnen sich durch ihre biologische Herstellung, rein pflanzliche Zutaten und eine soziale Zertifizierung für fair produzierten Kakao aus. Erhältlich sind sie unter den Marken 'Naturally Pam' und 'Nussy' bei Bipa, Spar und Interspar.
Greenpeace untersuchte die Zusammensetzung der Proteinriegel und stellte fest, dass der Großteil der Produkte tierisches, stark verarbeitetes Eiweiß enthält, dessen Herkunft oft unklar bleibt. Nur etwa 15 Prozent des tierischen Eiweißes stammt laut Handelsangaben aus der EU, während der Rest aus Ländern wie Argentinien, China und Südkorea importiert wird. Diese Tatsachen werfen Fragen zur Transparenz und Nachhaltigkeit auf.
Kollagenhydrolysat: Ein Protein, das aus tierischen Quellen wie Rind gewonnen wird. Es wird häufig in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet, um die Hautelastizität zu verbessern und Gelenkbeschwerden zu lindern. Die Gewinnung und Verarbeitung sind jedoch oft mit ethischen und ökologischen Bedenken verbunden.
Calcium Caseinat: Ein Milchprotein, das durch Neutralisierung von Kasein mit Kalziumhydroxid hergestellt wird. Es wird aufgrund seiner langsamen Verdauung als sättigend angesehen, jedoch ist die Herkunft oft schwer nachvollziehbar.
Proteinriegel haben in den letzten Jahrzehnten einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Ursprünglich als Nahrungsergänzung für Sportler konzipiert, sind sie mittlerweile ein beliebter Snack für die breite Masse geworden. Die steigende Nachfrage nach proteinreichen Lebensmitteln spiegelt den Trend wider, gesünder zu leben und die körperliche Fitness zu verbessern. In Österreich hat sich dieser Trend besonders in den letzten fünf Jahren verstärkt, was zu einer Flut von Produkten auf dem Markt geführt hat.
In Deutschland und der Schweiz zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Österreich. Auch dort gibt es eine Vielzahl von Proteinriegeln, die oft aus den gleichen tierischen Quellen stammen. Der Unterschied liegt jedoch in der Verfügbarkeit von Bio- und Fairtrade-Produkten, die in diesen Ländern stärker vertreten sind. Dies könnte auf eine höhere Sensibilisierung der Verbraucher für nachhaltige Produkte zurückzuführen sein.
Die Ergebnisse des Marktchecks haben direkte Auswirkungen auf die Konsumenten in Österreich. Viele Verbraucher, die Proteinriegel als gesunde Snack-Option betrachten, könnten von den Ergebnissen enttäuscht sein. Der Einsatz von Gentechnik-Futter und die unklare Herkunft der Inhaltsstoffe werfen ethische und gesundheitliche Fragen auf. Ein Beispiel ist der hohe Anteil an Palmöl in vielen Riegeln, dessen Produktion oft mit der Zerstörung von Regenwäldern verbunden ist.
Statistiken zeigen, dass über 80 Prozent der Proteinriegel tierisches Eiweiß enthalten. Nur ein Prozent der Produkte ist Fairtrade-zertifiziert, was bedeutet, dass die Mehrheit der Kakaoproduktion nicht unter fairen Bedingungen erfolgt. Diese Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf, um nachhaltigere und transparentere Produkte anzubieten.
Gundi Schachl, Leiterin des Greenpeace-Marktchecks, betont die Wichtigkeit von pflanzlichen Proteinen, die nicht nur gesund sind, sondern auch die Umwelt schonen. Sie sieht in der Zukunft eine verstärkte Nachfrage nach biologischen und fair gehandelten Produkten. Die Prognose ist, dass sich der Markt in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird, um den steigenden Anforderungen der Verbraucher gerecht zu werden.
Der Greenpeace-Marktcheck hat die Schwächen des aktuellen Angebots an Proteinriegeln in Österreich aufgedeckt. Nur vier von 293 getesteten Produkten sind wirklich empfehlenswert. Verbraucher sollten sich bewusst für pflanzliche, biologische und fair gehandelte Produkte entscheiden. Die Frage bleibt: Wird sich der Markt in Zukunft den Wünschen der Konsumenten anpassen?
Für weitere Informationen und Rezeptideen für selbstgemachte Protein-Snacks besuchen Sie die Greenpeace-Website.