Am 22. Januar 2026 veröffentlichte Greenpeace Österreich alarmierende Testergebnisse über die Belastung von C&A-Jacken mit gefährlichen PFAS-Chemikalien. Diese Enthüllung betrifft nicht nur umweltbewusste Konsumenten in Österreich, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Textilindust
Am 22. Januar 2026 veröffentlichte Greenpeace Österreich alarmierende Testergebnisse über die Belastung von C&A-Jacken mit gefährlichen PFAS-Chemikalien. Diese Enthüllung betrifft nicht nur umweltbewusste Konsumenten in Österreich, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Textilindustrie und den Handel in der gesamten EU.
PFAS, oder per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, sind eine Gruppe synthetischer Chemikalien, die aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in der Industrie weit verbreitet sind. Diese Eigenschaften machen PFAS für viele Anwendungen nützlich, aber auch extrem langlebig und schwer abbaubar. In der Umwelt und im menschlichen Körper können sie über Jahre bestehen bleiben und sich anreichern. Die gesundheitlichen Risiken reichen von Organschäden bis hin zu einem erhöhten Krebsrisiko.
Greenpeace ließ 11 Jacken der „Iconic Puffer“-Linie von C&A in einem unabhängigen Labor auf PFAS untersuchen. Die Ergebnisse sind erschreckend: 9 von 11 Jacken waren mit PFAS belastet, darunter auch eine Kinderjacke. Besonders besorgniserregend ist, dass eine Herren-Steppjacke den gesetzlichen Grenzwert um das 16-fache überschritt. Diese Jacken dürfen in der EU nicht verkauft werden, und Greenpeace hat die zuständigen Behörden informiert.
PFAS wurden in den 1940er Jahren entwickelt und fanden schnell Anwendung in zahlreichen Produkten, von Kochgeschirr bis zu Outdoor-Bekleidung. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde das volle Ausmaß ihrer Umwelt- und Gesundheitsgefahren erkannt. In der EU wurden bereits mehrere PFAS aufgrund ihrer Toxizität verboten oder streng reguliert. Seit 2023 sind einige PFAS in der EU stark eingeschränkt, weitere Verbote folgen, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
Die Regulierung von PFAS variiert in Europa. Während Österreich und Deutschland ähnliche strenge Vorschriften haben, geht die Schweiz oft einen Schritt weiter in der Prävention und Kontrolle von Chemikalien. Diese Unterschiede führen zu einer komplexen Situation für internationale Unternehmen wie C&A, die in mehreren Ländern tätig sind.
Für die Verbraucher bedeutet diese Enthüllung, dass sie möglicherweise Kleidung tragen, die ihre Gesundheit gefährdet. Greenpeace fordert daher einen sofortigen Rückruf der betroffenen Produkte und eine vollständige Erstattung des Kaufpreises, auch ohne Kassenbeleg. Diese Maßnahmen sind notwendig, um das Vertrauen der Konsumenten in die Textilindustrie wiederherzustellen.
Die Untersuchung von Greenpeace ergab, dass 6:2-FTOH, 8:2-FTOH und 10:2-FTOH die Hauptverursacher der Belastung waren. Diese Stoffe sind in der EU seit 2023 stark eingeschränkt. Besonders 8:2-FTOH ist problematisch, da es sich zu PFOA abbauen kann, einem bekannten krebserregenden Stoff.
Greenpeace fordert nicht nur einen Rückruf der Jacken, sondern auch strengere Kontrollen und gesetzliche Vorgaben, um PFAS endgültig aus der Textilproduktion zu verbannen. Langfristig könnte dies zu einer Umstellung auf umweltfreundlichere Alternativen in der gesamten Branche führen.
Die Enthüllungen von Greenpeace sind ein Weckruf für die Textilindustrie und die Verbraucher. Es bleibt abzuwarten, wie C&A und andere Unternehmen auf diese Herausforderung reagieren werden. Verbraucher sollten sich informieren und ihre Kaufentscheidungen überdenken. Weitere Informationen und detaillierte Testergebnisse finden Interessierte auf der Webseite von Greenpeace.