Am 29. Januar 2026 sorgte Greenpeace in Österreich für Aufsehen, als sie die Ergebnisse ihrer neuesten Asbestuntersuchungen veröffentlichten. Die Untersuchungen, die nach Hinweisen aus der burgenländischen Bevölkerung durchgeführt wurden, zeigten alarmierende Asbestkonzentrationen an mehreren öffent
Am 29. Januar 2026 sorgte Greenpeace in Österreich für Aufsehen, als sie die Ergebnisse ihrer neuesten Asbestuntersuchungen veröffentlichten. Die Untersuchungen, die nach Hinweisen aus der burgenländischen Bevölkerung durchgeführt wurden, zeigten alarmierende Asbestkonzentrationen an mehreren öffentlichen Orten, darunter ein McDonald's-Spielplatz in Oberpullendorf und ein Asfinag-Rastplatz in Mogersdorf. Die Funde werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Gefahren durch Asbest, ein Material, das trotz seiner bekannten Gesundheitsrisiken immer noch in vielen Strukturen vorhanden ist.
Asbest ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von natürlich vorkommenden, faserförmigen Silikatmineralien. Diese Fasern sind extrem haltbar und hitzebeständig, was Asbest bis in die 1980er Jahre hinein zu einem beliebten Baustoff machte. Allerdings ist Asbest auch hochgradig krebserregend. Bei der mechanischen Beanspruchung von Asbestmaterialien können feine Fasern freigesetzt werden, die bei Einatmung schwere Lungenerkrankungen und Krebs verursachen können. Aufgrund dieser Gefahren wurde Asbest in vielen Ländern, einschließlich Österreich, verboten. Dennoch ist es in älteren Gebäuden und Infrastrukturen immer noch weit verbreitet.
Die Nutzung von Asbest reicht bis in die Antike zurück, doch erst im 20. Jahrhundert begann der massive Einsatz in der Bauindustrie. In Österreich wurde Asbest in den 1960er und 1970er Jahren in großem Umfang verwendet, vor allem in Dämmstoffen, Dachplatten und Bodenbelägen. Erst mit der zunehmenden Erkenntnis über die Gesundheitsrisiken begann der Rückzug von Asbest aus dem Bauwesen. 1990 wurde Asbest in der Europäischen Union, und damit auch in Österreich, endgültig verboten. Dennoch bleibt die Altlastenproblematik bestehen, da viele Gebäude und Infrastrukturen aus der Zeit vor dem Verbot noch nicht saniert wurden.
Im Vergleich zu Österreich haben auch Deutschland und die Schweiz mit ähnlichen Asbestproblemen zu kämpfen. In Deutschland ist die Sanierung asbestbelasteter Gebäude ein fortlaufender Prozess, während die Schweiz strenge Vorschriften für den Umgang mit Asbest erlassen hat. Beide Länder haben umfassende Programme zur Erkennung und Beseitigung von Asbestaltlasten entwickelt, die als Modell für Österreich dienen könnten.
Die jüngsten Funde von Greenpeace zeigen, dass Asbest nicht nur ein Problem der Vergangenheit ist, sondern auch heute noch eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit darstellt. Insbesondere Kinder sind gefährdet, da sie oft unwissentlich mit asbesthaltigen Materialien in Berührung kommen. Die Tatsache, dass Asbestbrocken auf einem Spielplatz gefunden wurden, unterstreicht die Dringlichkeit des Problems. Eltern sind besorgt über die Sicherheit ihrer Kinder, und es besteht ein wachsender Druck auf die Behörden, schnell zu handeln.
Die von Greenpeace durchgeführten Tests ergaben, dass einige Proben mehr als 50 Prozent Asbest enthielten. Diese Konzentrationen sind alarmierend hoch und erfordern sofortige Maßnahmen. Laut einer Studie der Medizinischen Universität Wien können bereits geringe Mengen an Asbestfasern, die über einen längeren Zeitraum eingeatmet werden, das Risiko für Lungenkrebs und andere Atemwegserkrankungen erheblich erhöhen.
Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich, betont die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen: „Faustgroße Asbestbrocken, wie sie direkt neben der Kinderrutsche der McDonald’s-Filiale gelegen sind, stellen eine akute Gefahr dar.“ Auch die Umweltmedizinerin Daniela Haluza von der Medizinischen Universität Wien unterstützt diese Forderungen und warnt vor den langfristigen Gesundheitsfolgen: „Die Einatmung von Asbestfasern ist ein eindeutig belegter Risikofaktor für schwere, zum Teil erst Jahrzehnte später auftretende Krebserkrankungen.“
Die aktuellen Funde verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf. Greenpeace fordert das Land Burgenland auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung zu schützen. Dazu gehören die Entfernung frei zugänglicher Asbestbrocken und die Sperrung besonders kritischer Bereiche. Langfristig muss Österreich eine umfassende Strategie zur Beseitigung von Asbestaltlasten entwickeln, die regelmäßige Kontrollen und Sanierungen umfasst.
Abschließend bleibt zu hoffen, dass die jüngsten Enthüllungen als Weckruf dienen und die Verantwortlichen dazu bewegen, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
Für mehr Informationen über die Gefahren von Asbest und die aktuellen Maßnahmen besuchen Sie bitte die Originalquelle oder das Factsheet von Greenpeace.