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Politik

Girlpower im Rathaus: Wie junge Frauen die Wiener Politik erobern

15. Oktober 2025 um 07:39
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Wien – Es ist der 14. Oktober 2025, ein Tag, der in die Geschichte eingehen könnte. Anlässlich des Weltmädchentags, der jährlich am 11. Oktober gefeiert wird, öffnete das Wiener Rathaus seine Türen für junge Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Diese Initiative, bekannt als „Girls in Politics“, bie

Wien – Es ist der 14. Oktober 2025, ein Tag, der in die Geschichte eingehen könnte. Anlässlich des Weltmädchentags, der jährlich am 11. Oktober gefeiert wird, öffnete das Wiener Rathaus seine Türen für junge Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Diese Initiative, bekannt als „Girls in Politics“, bietet Mädchen die Möglichkeit, einen Tag lang in die Fußstapfen von Politikerinnen zu treten und die Entscheidungsprozesse hautnah mitzuerleben.

Ein Blick hinter die Kulissen der Politik

Die Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál stand im Mittelpunkt dieses besonderen Tages. Sie betonte die Bedeutung der Demokratie als lebendiges System, das von aktiver Teilhabe lebt. „Was ist die Demokratie wert, wenn sie nicht gelebt wird?“, fragte Gaál rhetorisch und unterstrich damit die Notwendigkeit, mehr Frauen in politische Ämter zu bringen.

Seit 2022 bietet „Girls in Politics“ Mädchen in ganz Österreich die Möglichkeit, Bürgermeister*innen oder deren Stellvertreter*innen zu begleiten. Ziel ist es, das Interesse für Kommunalpolitik zu wecken und langfristig die Repräsentation von Frauen in der Politik zu stärken. Diese Initiative ist eine Kooperation der Sektion für Frauenangelegenheiten und Gleichstellung im BMFWF mit dem österreichischen Gemeindebund und wird vom österreichischen Städtebund unterstützt.

Warum Mädchen in der Politik unterrepräsentiert sind

Historisch gesehen waren Frauen in der Politik oft unterrepräsentiert. In Wien gab es im Jahr 2020 noch sieben Bezirke ohne weibliche Bezirksvorsteherin oder Stellvertretung. Doch der Trend ändert sich: Nach der Bezirksvertretungswahl 2025 sank der Anteil der ausschließlich männlichen Spitzen auf nur noch drei Bezirke, was 13% entspricht. Der Frauenanteil unter den Wiener Bezirksvorsteher*innen liegt seit 2021 konstant bei 30,4%.

Ein Blick auf die Stellvertreter*innen zeigt einen positiven Trend. Seit der Bezirksvertretungswahl 2025 stieg der Frauenanteil von 42,2% auf 48,9%. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Wien auf einem guten Weg ist, die Geschlechtergleichheit in der Politik zu verbessern.

Die Rolle der Role-Models

Ein zentrales Element von „Girls in Politics“ ist die Sichtbarmachung weiblicher Role-Models. Diese Frauen zeigen, dass Politik mehr ist als nur Wahlen zu gewinnen. Es geht um Engagement, Gestaltung und die Möglichkeit, die Welt für andere lebenswerter zu machen. Die Teilnehmerinnen des Programms erhielten Einblicke in die tägliche Arbeit der Politikerinnen, von Morgenbesprechungen bis hin zur Planung großer Projekte.

Die Bedeutung des Rathauses als demokratische Schnittstelle

Das Wiener Rathaus dient als zentrale Schnittstelle der Demokratie. Hier werden wichtige Entscheidungen getroffen, die das Leben in der Stadt beeinflussen. Die Teilnehmerinnen hatten die Gelegenheit, das Rathaus zu erkunden und mehr über die Geschichte und die Rolle der Frauen in der Wiener Politik zu erfahren. Diese Führungen machen Frauen sichtbar, die sich in der Vergangenheit für frauenpolitische Anliegen stark gemacht haben und deren Errungenschaften wir heute genießen.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Initiative „Girls in Politics“ hat das Potenzial, die politische Landschaft Wiens nachhaltig zu verändern. Indem junge Frauen ermutigt werden, sich aktiv in die Politik einzubringen, könnte der Frauenanteil in politischen Ämtern weiter steigen. Wien bietet bereits jetzt zahlreiche Mitbestimmungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten, wie die Wiener Kinder- und Jugendmillion oder die Kinder- und Jugendparlamente in den Gemeindebezirken.

Ein fiktiver Experte für politische Bildung erklärt: „Die Beteiligung junger Frauen an politischen Prozessen ist entscheidend für eine inklusive und gerechte Gesellschaft. Initiativen wie ‚Girls in Politics‘ sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Ein Vergleich mit anderen Bundesländern

Im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern zeigt sich, dass Wien eine Vorreiterrolle einnimmt. Während in einigen Regionen noch immer ein deutlicher Männerüberschuss in politischen Ämtern herrscht, setzt Wien auf Vielfalt und Gleichberechtigung. Diese Entwicklung könnte als Vorbild für andere Städte und Gemeinden dienen.

Die Auswirkungen auf die Bürger

Für die Bürger Wiens bedeutet diese Initiative nicht nur eine gerechtere Vertretung, sondern auch eine Politik, die die Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen besser berücksichtigt. Frauen bringen oft andere Perspektiven und Prioritäten in die politische Diskussion ein, was zu ausgewogeneren Entscheidungen führen kann.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft der Frauen in der Wiener Politik sieht vielversprechend aus. Mit Initiativen wie „Girls in Politics“ und einer stetig wachsenden Zahl weiblicher Role-Models könnte die nächste Generation von Politikerinnen bereits in den Startlöchern stehen. Diese Entwicklung wird nicht nur Wien, sondern auch ganz Österreich nachhaltig prägen.

Die Daten für den nächsten Wiener Gleichstellungsmonitor werden derzeit erhoben und sollen Ende 2026 erscheinen. Diese werden weitere Einblicke in die Fortschritte und Herausforderungen bei der politischen Teilhabe von Frauen in Wien bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Girls in Politics“ ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung und Vielfalt in der Politik ist. Wien zeigt, wie es gehen kann, und bietet damit ein Vorbild für andere Städte und Gemeinden in Österreich.

Schlagworte

#Demokratie#Frauenpolitik#Girls in Politics#Gleichstellung#Kathrin Gaál#Role-Models#Wien

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