Am 1. Dezember 2025 veröffentlichte die Volksanwaltschaft eine Pressemitteilung, die aufrüttelt: Im Jahr 2024 wurden in Österreich 27 Femizide verzeichnet, fast alle begangen von Ex-Partnern der Opfer. Diese erschütternden Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit von Gewaltprävention, insbesondere dur
Am 1. Dezember 2025 veröffentlichte die Volksanwaltschaft eine Pressemitteilung, die aufrüttelt: Im Jahr 2024 wurden in Österreich 27 Femizide verzeichnet, fast alle begangen von Ex-Partnern der Opfer. Diese erschütternden Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit von Gewaltprävention, insbesondere durch Männer. Die Volksanwältin Gaby Schwarz und Hubert Steger, Geschäftsführer der Männerberatung Wien, betonen, dass Männer ihr Gewaltrisiko erkennen und Hilfe suchen müssen.
Gewaltprävention ist ein zentraler Begriff in der Diskussion um häusliche Gewalt. Er beschreibt Maßnahmen, die darauf abzielen, Gewalt zu verhindern, bevor sie entsteht. Dazu gehören Bildungsprogramme, Beratungsangebote und rechtliche Maßnahmen wie Betretungs- und Annäherungsverbote. Im Jahr 2024 wurden in Österreich 14.600 solcher Verbote ausgesprochen, um potenzielle Täter von ihren Opfern fernzuhalten.
Die Bekämpfung häuslicher Gewalt hat in Österreich eine lange Geschichte. Seit den 1990er Jahren gibt es gesetzliche Maßnahmen, um Opfer zu schützen und Täter zur Verantwortung zu ziehen. Die Einführung von Gewaltschutzgesetzen und die Etablierung von Gewaltschutzzentren waren Meilensteine in dieser Entwicklung. Diese Zentren betreuten im letzten Jahr 25.114 Opfer familiärer Gewalt, was die anhaltende Relevanz dieser Institutionen unterstreicht.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in Bezug auf gesetzliche Maßnahmen ähnlich aufgestellt ist. In Deutschland wurden 2024 etwa 148.000 Fälle häuslicher Gewalt registriert, während die Schweiz mit einem umfassenden Maßnahmenpaket zur Gewaltprävention aufwartet. Beide Länder setzen ebenfalls auf eine Kombination aus rechtlichen und präventiven Maßnahmen.
Für betroffene Frauen bedeuten diese Maßnahmen oft den Unterschied zwischen Leben und Tod. Ein Beispiel ist Anna, die nach einem Betretungsverbot gegen ihren gewalttätigen Ex-Partner in einem Gewaltschutzzentrum Schutz fand. Solche Zentren bieten nicht nur physische Sicherheit, sondern auch psychologische Unterstützung und rechtliche Beratung. Männer, die an Anti-Gewalt-Trainings teilnehmen, berichten oft von einer verbesserten Selbstkontrolle und einem besseren Verständnis ihrer Aggressionen.
Die Statistik zeigt, dass jährlich rund 1.000 Männer in Wien eine Erstberatung bei der Männerberatung in Anspruch nehmen. Das spezifische Antigewaltprogramm, das über acht Monate läuft, wird jährlich von etwa 45 Männern erfolgreich abgeschlossen. Diese Zahlen verdeutlichen den Bedarf an solchen Programmen und die Notwendigkeit, sie weiter auszubauen.
Die Zukunft der Gewaltprävention in Österreich hängt von der weiteren Finanzierung und dem Ausbau bestehender Programme ab. Eine Erhöhung der Fördermittel könnte die lange Warteliste für Anti-Gewalt-Trainings verkürzen und mehr Männern die Möglichkeit geben, ihre Gewaltbereitschaft zu reflektieren und zu reduzieren. Langfristig könnte dies zu einem Rückgang der Femizide und häuslichen Gewaltfälle führen.
Die Bekämpfung von Gewalt an Frauen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Männer spielen dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen und Hilfe suchen. Die Volksanwaltschaft und die Männerberatung Wien setzen sich dafür ein, dass Gewaltprävention weiter gestärkt wird. Interessierte können sich auf der Webseite der Männerberatung Wien oder über das Krisentelefon MÄNNERINFO informieren.