Der Jahreswechsel bietet traditionell die Gelegenheit, neue Vorsätze zu fassen. Am 15. Januar 2026 hat der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) ein innovatives Ernährungsinstrument vorgestellt: den „Gesunden Teller“. Dieses praxisnahe Konzept zielt darauf ab, die Ernährungsgewohnheiten der Patient*inne
Der Jahreswechsel bietet traditionell die Gelegenheit, neue Vorsätze zu fassen. Am 15. Januar 2026 hat der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) ein innovatives Ernährungsinstrument vorgestellt: den „Gesunden Teller“. Dieses praxisnahe Konzept zielt darauf ab, die Ernährungsgewohnheiten der Patient*innen in Wien nachhaltig zu verbessern. Der „Gesunde Teller“ ist nicht nur eine Reaktion auf den Wunsch vieler Menschen, gesünder zu leben, sondern auch ein Schritt zur Prävention ernährungsbedingter Krankheiten.
Der „Gesunde Teller“ basiert auf einem in der Ernährungswissenschaft seit Langem etablierten Prinzip: der ausgewogenen Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen. Diese Herangehensweise minimiert das Risiko von Zivilisationskrankheiten wie Typ-2-Diabetes und Übergewicht. Unter der Leitung von Erika Schrattenholzer-Deubner, Fachbereichsleitung der Diätologie an der Klinik Ottakring, wurde das Konzept speziell für die Patient*innenberatung im Klinikalltag adaptiert. „Der Jahresbeginn ist eine perfekte Gelegenheit, die eigene Ernährung zu überdenken“, erklärt Schrattenholzer-Deubner. Der „Gesunde Teller“ bietet eine klare, visuelle Orientierung und verzichtet bewusst auf kurzfristige Diäten oder strenge Verbote.
Die aktuellen Ernährungsempfehlungen haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Vielfalt, Ausgewogenheit und Qualität stehen im Vordergrund. Eine pflanzenbasierte Ernährung mit viel Gemüse und Obst, ergänzt durch Vollkornprodukte, bildet die Basis. Diese Nahrungsmittel sättigen langanhaltend und versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen. Beim Abnehmen ist die bewusste Auswahl entscheidend. Pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen gewinnen an Bedeutung, während der Fleischkonsum reduziert werden sollte. Hochwertige pflanzliche Öle ersetzen zunehmend versteckte Fette aus Fertigprodukten. Zuckerreiche Speisen, stark verarbeitete Lebensmittel und gesüßte Getränke sollten vermieden werden. Zudem wird die Bedeutung ausreichender Flüssigkeitszufuhr, vorzugsweise durch Wasser oder ungesüßten Tee, sowie regelmäßiger Bewegung hervorgehoben.
„Ein Neujahrsvorsatz muss nicht perfekt sein, um wirksam zu sein“, betont Schrattenholzer-Deubner. Kleine, nachhaltige Veränderungen im Alltag können langfristig zu mehr Wohlbefinden, besserer Gesundheit und einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln führen. Der „Gesunde Teller“ bietet eine visuelle Orientierungshilfe, die komplexe Ernährungsempfehlungen verständlich macht und bei Sprachbarrieren unterstützt. Diätolog*innen verwenden das Informationsblatt im Rahmen der Patient*innenberatung. Individuelle Ernährungsempfehlungen können ergänzt werden, und Patient*innen nehmen das Informationsblatt mit nach Hause.
Während Wien mit dem „Gesunden Teller“ einen innovativen Schritt geht, stellt sich die Frage, wie andere Bundesländer oder Länder wie Deutschland und die Schweiz auf ähnliche Herausforderungen reagieren. In Deutschland gibt es vergleichbare Initiativen, die jedoch oft regional unterschiedlich umgesetzt werden. In der Schweiz wird ebenfalls auf eine ausgewogene Ernährung geachtet, wobei der Fokus stärker auf der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung liegt. Diese Ansätze zeigen, dass die Förderung gesunder Ernährung ein globales Anliegen ist, das unterschiedliche Lösungsansätze erfordert.
Der „Gesunde Teller“ könnte ein Modell für andere Städte und Regionen werden. Die Kombination aus wissenschaftlich fundierten Empfehlungen und praktischer Umsetzung bietet eine solide Grundlage für die Ernährungsberatung. In Zukunft könnte der Fokus auf der weiteren Anpassung an individuelle Bedürfnisse und kulturelle Unterschiede liegen. Auch die Integration moderner Technologien zur Unterstützung der Ernährungsberatung könnte eine Rolle spielen. Der Wiener Gesundheitsverbund plant, die Wirksamkeit des „Gesunden Tellers“ kontinuierlich zu evaluieren und weiterzuentwickeln.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der „Gesunde Teller“ ein vielversprechender Ansatz ist, um die Ernährungsgewohnheiten in Wien nachhaltig zu verbessern. Er bietet eine einfache und verständliche Möglichkeit, gesunde Ernährung in den Alltag zu integrieren. Bleibt zu hoffen, dass dieses Konzept auch in anderen Regionen Anklang findet und zur Prävention ernährungsbedingter Erkrankungen beiträgt. Weitere Informationen und praktische Tipps zur Umsetzung finden Interessierte auf der Webseite des Wiener Gesundheitsverbunds.